Kohlenhydrat-Einkaufstour, sehr freundlich

Eigentlich ging es nur um Roggenschrot, von dem es an meiner üblichen Quelle nicht genug gab. Also irrte ich in der Münchner Innenstadt umher auf der Suche nach mehr davon. Und das muss gestern so ein Tag gewesen sein: alle waren freundlich zu mir. Auch wenn sie alle kein Roggenschrot hatten. Beim einen Ökobäcker war gerade “unser Müller” da, bei dem hätte ich welches bestellen können. Oder Roggenschrotbot kaufen, aber das wollte Frau Rau ja selber machen.

Fündig wurde ich dann bei einem Reformhaus, nicht dem ersten das ich besuchte. Dort mischte ich mich noch in ein Gespräch zwischen Kunde und Verkäuferin über dn Veganer bei uns ums Eck ein (Max Pett, sehr lecker) und bekam dafür neben meinem Roggenschrot ein bisschen Sesamkrokant. (Und ein Lächeln, nicht das erste am Tag.)

In einem Bio-Supermarkt war meine Suche nach Roggenschrot zwar erfolglos, aber dafür fand ich das:

Mhm, Chufas. Erdmandeln. Ein kurzer Rundblick: da gab es etliche Chufas-Produkte, Chips und Frühstücksbrei. Und eben gemahlen, um daraus mit Wasser oder Milch ein Getränk herzustellen.

Ich kenne chufas aus Spanien. Schon im vorbereitenden digitalen Sprachkurs tauchte das Wort “horchata (de chufa)” auf, ein Getränk aus eben diesen Erdmandeln (eine Knolle, keine Nuss). Das gibt es fertig zu kaufen im Supermarkt, wo es ganz ordentlich und interessant schmeckt. Aber eine horchata von einem Händler auf der Straße, kalt und frisch gerührt, ist noch viel, viel besser. Und so eine wollte ich gestern unbedingt haben.

Gekauft habe ich das Pulver trotzdem nicht. Schmeckt sicher nicht so wie auf der Straße in Madrid. Bestenfalls wie eine Supermarkt-Horchata. Wenn ich eine echte Horchata will, muss ich wohl nach Spanien, und wenn ich nicht nach Spanien komme, kriege ich auch keine Horchata. So ist das nun mal, und das gefällt mir eigentlich. Örtliche Spezialitäten, und keine unvollkommenen Imitationen anderswo. Anders wäre es natürlich, wenn hier in München so ein fahrender Horchata-Händler auftauchen würde, da wäre ich Stammkunde.

Für die Zukunft trotzdem mal, sicherheitshalber:

3 Antworten auf „Kohlenhydrat-Einkaufstour, sehr freundlich“

  1. Also, lieber Herr Rau, man merkt Ihnen die Ferien deutlich an. Da wird gekocht, gestöbert und gekauft. Klingt alles entspannend, auch wenn ich mich jetzt vom bloßen Lesen nicht richtig für ein Knollengetränk erwärmen kann. Mir kommt die Assoziation Kartoffelschnaps in den Sinn. Aber das mit dem Ursprungsland und dem Ursprungsgefühl kann ich nachvollziehen.

    Ich war während des Studiums in Summerhill. In meiner Freizeit (dort hat man mitunter viel davon, wenn keine Schüler zum Unterricht kommen…) habe ich Steine am Strand gesammelt. Nirgendwo sonst gibt es solche Steine. Und bis heute habe ich Sehnsucht nach eben diesem Meeresabschnitt. Weniger allerdings nach antiautoritärer Erziehung.

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