Kleines Entzifferungsproblem

Im Auftrag der Ahnenforschung: Ich habe hier in sehr schlechter Qualität den Scan einer Registration Card eines Verwandten von 1917. Geboren in England, ausgewandert, eingebürgert. Ich soll beim Entziffern helfen.

Das meiste ist klar: geboren am 28. eines Monats im Jahr 1887. Darunter Naturalized citizen. Frau und fünf Kinder. Aber dazwischen, über dem Farming, steht der Geburtsort. England, London – aber was heißt das davor?

Den Scan habe ich leider tatsächlich nicht größer. Kennt sich hier vielleicht jemand aus mit Londoner Stadtteilen oder Vororten, historischen oder aktuellen?

12 Antworten auf „Kleines Entzifferungsproblem“

  1. Lieber Herr Rau,

    das lese ich als “Kings Cross”. Und wenn man Wikipedia glauben darf, könnte es vielleicht stimmen, denn (Zitat) “die korrekte Schreibweise des Bahnhofsnamens ist umstritten. Ob mit oder ohne Apostroph, beide Varianten sind richtig:
    Kings Cross ist der Name der umliegenden Gegend … “(Zitat Ende).
    Der Monat ist ja gut zu entziffern als “Sept”(ember).
    Schön auch diese Grafik:
    http://mapmogul.com/catalog/popup_image.php+pID+2021

    Mit freundlichem Gruß,
    R. Kremer

  2. Aber ja! Das sieht gut aus, danke. King oder Knight hatte ich schon zu erkennen geglaubt, aber beim Rest habe ich versagt.

  3. Mein erster Verdacht währe Kings Cross. Ist zwar heute kein Stadtteil in dem Sinne aber ein bekannter Begriff für die Gegend um St. Pancras.

    Simone

  4. Kingston. Ein Großes C in Kurrentschrift würde wie ein großes L in unserer lateinischen Schrift aussehen. Ausserdem fehlt das zweite s von “Cross” und das Endungs‑s müsste eher wie ein b aussehen. Ist ein bisschen gekrakelt hinten das ‑ton.

  5. Kings Cross würde ich ausschließen und zwar weil ich finde, das es nach einem Wort aus sieht. Steht das Farming für den Beruf? Dann würde ich auch Kings Cross ausschließen, da dieser Teil Londons um 1887 schon seht städtisch warund zum Zentrum gehörte.

    Daher würde ciel für Kingston sprechen. Wie man dem Link von Christian entnehmen kann liegt Kingston südlich der Themse was für eine deutlich ländlichere Gegend auch noch zu diesem Zeitpunkt spricht. Siehe auch diese Photo (Portsmouth Road and the Anglers, Kingston) auf dieser Webseite: http://www.kingston.gov.uk/browse/leisure/museum/kingston_history/photographs.htm#portsmouth_road

    Ich hoffe ich konnte helfen.

    Gruß

  6. Vielen Dank alle. Ich gebe das dann mal so halboffen meinen Forscherverwandten weiter. (Edit: Damit will ich eine eventuelle Diskussion nicht abbrechen.)

  7. Ich habe ohne die Entzifferungsvorschläge zu kennen, auch Kingston gelesen.
    Gerade beim Entziffern ist es praktisch, mehrere Meinungen zu kennen.
    Mit ein paar Tagen Abstand wird manchmal schwer Entzifferbares einleuchtend, das kann auch beim Vergleich vieler Alternativvorschläge gelten.

  8. Puh… Also ich würde auch eher zu Kings Cross tendieren… Der Buchstabe sieht einfach nicht aus wie ein t, wenn man das mit den restlichen Wörtern vergleicht. Der t‑Strich ist immer klar erkennbar und deutlich weiter oben… In der Reihe unter “Farming” das zweite Wort hat ein klares t… Oder bei September, obwohl da ein Großteil des restlichen t’s fehlt. Der Stricht ist aber klar erkennbar. Und der sieht dem in dem gesuchten Wort überhaupt nicht ähnlich…
    Dass hinten ein s fehlt, kann ich auch nicht erklären… Andere Schreibweise?

  9. “Kings Cross” oder “Kingston”, das sind die beiden Lese-Varianten. Vielleicht kann durch einen nochmaligen Blick auf den ganzen Scan, auf die Schreibung der Buchstaben “t”, “r”, “o” und “n”, doch eine Entscheidung getroffen werden.
    Der erste Buchstabe nach “Kings” – ein “t” oder ein “C”? Alle “t” des Scans haben einen oberen Querstrich, der bei diesem Zeichen fehlt. Das kann eine Schreibungsvariante sein, doch wenn man das “C” gelten lässt, deutet sich das nächste Zeichen im Vergleich als ein “r”.
    Das kleine “r”, das sich mehrfach auf dem Scan findet, ist einfach als ein Abstrich vom vorherigen Buchstaben geschrieben, und es sieht immer gleich aus (siehe “naturalized”, “Farming”, “children”); das Zeichen nach dem “C” (einmal angenommen) gleicht ganz diesem “r”.
    Das dann folgende Zeichen kann ein “o” sein, aber ohne inneren Leerraum, ein leicht verdicktes “o”, wie bei einem verstärkten Federdruck, oder mit zusammengelaufenem Auf- und Abstrich. Diese Form des “o” findet sich auch beim zweiten “o” von “London” und beim Wort “Medford”, so soll es wohl heißen, und darunter, bei “Mellford”.

    Und am Wortende – “n” oder zwei “s”? Die “n” des Scans sind, außer bei “England”, als deutliche “Zickzack‑n” geschrieben (siehe besonders das Schluss-“n” von “citizen”), und ohne Eindrehung nach links am Fuß der Abstriche.

    Warum sollte die schreibende Person dann gerade beim fraglichen Wort “n” anders schreiben? Ist es nicht wahrscheinlicher, und auch augenscheinlicher, dass hier zwei “s” stehen?

    Schließlich: alle anderen Wörter sind korrekt zusammen oder auseinander geschrieben, ohne Schreiblücken innerhalb der Wörter. Warum dann gerade auf dieser Zeile eine Schreiblücke? Eine “Registration Card” war ja ein offizielles Dokument, die sollte schon eher mit schreiberischer Sorgfalt ausgefüllt worden sein.

    Soweit der nochmalige Blick auf den Scan.

    Zur Frage nach dem Zusammenhang von “Farming” und der Herkunft aus einer ländlichen Gegend kann gesagt werden, dass jemand, der 1917 in den USA im “farming” arbeitet, deshalb noch nicht auch schon 1887 in einer ländlichen Region Englands auf die Welt gekommen sein muss.

  10. wenn ich die buchstaben vergleiche, dann komme ich auch auf kings cross.

    was “farming” betrifft, würde ich das ja nicht unbedingt als “mit in einer ländlichen umgebung leben” gleichsetzen. das kann auch eine karnickel/hühner/gemüsezucht im hintergarten bedeutet haben, womit durchaus ein ordentliches auskommen zu erwirtschaften gewesen ist. “farming” wäre dann schlichtweg die unterscheidung zu technischen berufen wie schuster, schneider oder uhrmacher. ausserdem gab es auch damals schon menschen, die pendelten, oder wanderarbeiter waren. möglicherweise hat also die familie zwar in kings cross gewohnt (vielleicht damit die kinder eine gute schule besuchen konnten), der mann war aber irgendwo im land unterwegs, möglicherweise als ernteaufseher, saisonarbeiter, oder fachmann für tierzucht. das könnte aus dem kontext der vor- oder nachgeschichte herausgelesen werden.

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