Stöckchen 2012

(Weil der Herr rckrz nachgefragt hat.)

1. In welchem Verhältnis nutzt ihr Internet, TV und „analoge“ Medien wie Bücher oder Zeitungen?

Verhältnis ist schwer… ich nutze das Internet ja allein schon mal dadurch, dass Rechner oder Handy oder iPad an sind und eventuell Ping machen, wenn ich eine Nachricht bekomme. Aber zugegeben, das tun sie bei mir nicht. Ich nutze das Internet, indem ich ständig iPad oder seltener Handy bei mir habe und mich darauf verlassen kann, fast jederzeit auf vieles zugreifen zu können. Diese Sicherheit allein ist schon Nutzen. TV nutze ich täglich, Tagesschau und Vorabendberieselung durch amerikanische Serien, wenn ich Zeit habe. Zeitungen spärlich, die Süddeutsche schnappt sich Frau Rau, ich komme erst in der Schule dazu. Bücher täglich in allen möglichen Formen und viele Stunden in der Woche.
Früher habe ich mir gelegentlich die Frage gestellt, ob ich eher auf Bücher oder eher aufs Internet verzichten würde. Bislang waren es immer die Bücher, die ich behalten würde – habe eh einen leicht einsiedlerischen Schlag, und das Wichtigste aus dem Internet würde mir Frau Rau erzählen. Aber das wird auch noch kippen, das mit der Antwort auf diese hypothetische Frage.

2. Was/welcher Dienst fehlt euch noch im Internet?

Bin schon bedient. Man müsste sich mal ein paar Wochen beobachten und in jeder Situation sich fragen: was würdest du jetzt gerne wissen oder mitteilen? Da fallen einem bestimmt noch Dienste ein. Ich wäre schon zufrieden, wenn mehr Leute einen Feedreader benutzten oder Feeds anböten. Und statt Diensten gerne offene Standards, etwa für Bildungsmaterial.
Ach ja, ein Dienst fällt mir gerade ein. Die schöne Typographie von WikiPublisher (macht aus PmWiki schön gestaltetes PDF) gerne etwas erweitert und von WordPress nutzbar. Das bietet zwar schon PressBooks an, unter dessen Haube ein modifiziertes WordPress läuft, aber leider in einem zwar kostenlosen, aber doch zu geschlossenen System. Hab meine Daten gern bei mir. Blog, Social Bookmarks, sollte alles auf dem eigenen Server laufen.

3. Soziale Netzwerke – schön und gut. Wo sind die Grenzen des Teilens?

Es gibt solche Grenzen. Die sollten zum Teil in Gesetze kodifiziert sein. (Persönlichkeitsrecht, Datenschutz und Verwertungsrechte; zumindest die letzten beiden sind allerdings überhaupt nicht mehr zeitgemäß.) Aber man darf nicht alles verbieten, was einem nicht passt, also muss es auch Grenzen geben, die man überschreiten darf, aber nicht sollte. Kunst und Erziehungsbedürftige treiben sich gerne mal an solchen Grenzen herum.
Geht es außerdem um die Grenzen des Teilens oder die des Mitteilens? Die ersten sind entweder technisch oder erfordern eine ausführliche Verwertungsrechtediskussion. (Kurzantwort: Bitte mehr teilen dürfen.) Grenzen des Mitteilens: sind je nach Gegend des Internets unterschiedlich.

4. Habt ihr Bedenken, dass sich das Internet negativ in den nächsten Jahren entwickeln könnte? Wenn ja, welche?

Bedenken ja, Erwartung nein. Es wird vielleicht Richtung gated community gehen, mit einem kleinen Teilinternet für Google und einem für Facebook und einem für die BRD, und das würde mir nicht gefallen. Es würde keiner gezwungen werden, sich dorthin zu begeben, aber wer nichts macht außer Facebook, der wird dann aus dieser geschlossenen Welt nicht mehr so leicht herauskommen. Rechtliche Probleme sehe ich in Deutschland, aber auch international: Irgendwann wird jede Regierung für die Grenzen des eigenen Landes nach eigenen Kriterien filtern wollen.

5. Wie werden eurer Meinung nach Smartphones im Jahre 2020 aussehen?

Ähnlich wie heute. Ich weiß nicht, ob man sich irgendwann für eine Größe zwischen Pad, Kindle und Handy entscheiden wird oder ob es weiter alles mögliche gibt.

(Und jetzt bin ich ab zum Kongress Digilern.de)

2 Thoughts to “Stöckchen 2012

  1. Ich sehe auch die Gefahr, dass die Regierungen zunehmends versuchen werden, den Informationsfluß im Internet zu steuern – das passiert ja schon überall dort, wo der Staat in den Bürgern eine potentielle Bedrohung seiner Macht sieht (China, Iran). Gesetzt der Fall, die Zeiten würden schlechter und die Bürger wütender und aufmüpfiger (s. Griechenland) – die Versuchung für die Regierungen zu zensieren und spionieren wäre groß.

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