Digilern 2012, Erkenntnisse

Erkenntnis: Alle gehen davon aus, dass in Zukunft (ich sag mal: in zehn Jahren) jeder Schüler seinen eigenen Laptop in der Schule dabei haben wird. Ob das ein Laptop, Notebook, Subnotebook, Netbook, Tablet, Tablet-PC oder reiner E-Book-Reader sein wird, das ist noch offen. Ich teile diese Ansicht. Rechnet… Ich bin noch knapp fünfundzwanzig Jahre im Beruf, also beeilt euch mal, dass ich davon noch etwas mitkriege.

Modell 1: Diese Rechner werden teilweise oder ganz von Eltern finanziert, von der Schule gekauft und an die Schüler weitergegeben, leasing sozusagen.
Modell 2: Jeder Schüler nimmt sein privates Gerät mit.

In beiden Fällen übernehmen Schüler/Eltern weitgehend die Wartung. Zur Zeit gibt es nur Modell 1, ich denke, dass sich Modell 2 durchsetzen wird. Ist mir beides recht.

Eher Zitat als Erkenntnis, aber auch schön: Whiteboards sind das Sprachlabor von heute. (Wohl von Martin Lindner als Moderator der Podiumsdisukssion.)

Erkenntnis: Manche Visionen sind schon sehr visionär. Ein Großteil aller Visionen ist nicht umsetzbar. Aber aus einen kleinen Teil kann mal etwas werden. Dummerweise lässt sich vorher schlecht beurteilen, wozu eine gegebene Idee gehört. Ich selber habe eher wenige gspinnerte Ideen, und schüttle auch gerne mal den Kopf, wenn ich welche höre. Aber es braucht viele Spinner, damit man einen ausreichend großen Teil an Ideen hat, die sich im Nachhinein als brauchbar herausstellen. Also ziehe ich meinen Hut vor den Spinnern, auch wenn ich das Kopfschütteln nicht immer vermeiden kann.

Erkenntnis: Manche Lehrer scheinen es bereits für einen Lernerfolg zu halten, wenn Schüler Filme oder Flash-Animationen erstellen. Also, per se, unabhängig von deren Inhalt. Weil sie dann produktiv und kreativ sind. Ist ein Anfang, aber Produktivität und Kreativität sind nur ein Anfang.

Erkenntnis: Es ist völlig egal, was die meisten Teilnehmer, mich eingeschlossen, wollen oder denken. Entscheidungen fallen anderswo.

Erkenntnis: Vor kurzem erst wurde der Verein Bündnis für Bildung gegründet und auf der Didacta vorgestellt. Da sind die Politik drin, die Schulbuchverlage, Microsoft und andere Interessierte. Eberhard Sinner, MdL (CSU), Zweiter Vorsitzender Bündnis für Bildung, beteiligte sich an der Diskussion, wie Schule in 10 Jahren aussehen wird, und stand auch für einen Workshop zum Gedankenaustausch zur Verfügung.
Das Bündnis für Bildung (BfB) – nicht verwechseln mit anderen Bündnissen gleichen Namens – will länderübergreifende Standards für Schulbau, Hardware, Software und andere Aspekte zukünftiger Bildung. Die Bücher stecken dann in einer oft, sehr oft, zitierten Bildungs-Cloud. (Früher hieß „in der Cloud“ einfach „online“ oder „im Internet“. Wird die Cloud die neue Datenautobahn?)

Meine Bedenken, welche Inhalte in dieser Bildungs-Cloud landen würden, konnte Stinner nicht zerstreuen. „Nur Verlage können für Inhalte sorgen,“ sagte er bei der Diskussion. OER war kein großes Thema. Ich habe ein paarmal versucht, herauszufinden, ob ich mein eigenes Material auch in diese Cloud tun könnte, wie es bei Apple ja möglich ist, aber irgendwie schien es immer darauf hinauszulaufen, dass ich das ja gar nicht wollen würde.
Nicht dass ich bereits Material hätte, das jetzt schon in einem Zustand ist, dass ich es vorzeigen möchte. Aber einen kommentierten Reader, eine Projektbeschreibung, ein Tutorial für ein Spielprojekt in Informatik, das steht bald an.

Dass es offenes Material gibt, ist seit der Schultrojanerdebatte und der Diskussion um OER klar. Netzpolitik verglich neulich Entwicklungen in den USA mit der erträumten geschlossenen Schulbuchwelt hier:

Radikal offen mutet im Gegensatz dazu das Konzept von “Flat World Knowledge” an. Der US-amerikanische Lehrbuchverlag bietet Creative-Commons-lizenzierte Lehrbücher online kostenlos an und verdient am Verkauf von Printversionen.
Vor zwei Tagen hat nun das Massachusettes Institute for Technology (MIT) eine Kooperation zwischen Flat World Knowledge und dem Hauseigenen “OpenCourseware”-Programm präsentiert. MIT OpenCourseWare bietet bereits seit 10 Jahren vollständige Unterlagen von mittlerweile über 2.000 Kursen ebenfalls unter einer Creative-Commons-Lizenz zum Download an; seit einem Jahr gibt es auch zum Selbststudium aufbereitete Unterlagen (“OCW Scholar“). Im Rahmen der Kooperation mit Flat World Knowledge sollen auf Basis dieser Inhalte Lehrbücher entstehen, wobei Teile der Verkaufserlöse der Printversionen zurück ins OpenCourseWare-Programm fließen werden.

Meine Befürchtung geht jedenfalls dahin, dass digitale Schulbücher in der Hand der Verlage bleiben, wofür es weder einen technischen noch pädagogischen Grund gibt. Arbeitsmaterial muss nicht erst genehmigt werden (jedenfalls wenn es nichts kostet), ich möchte mich jedenfalls nicht auf (Zitat) „zertifizierte Inhalte“ beschränken müssen.

Bayern arbeitet währenddessen an einem Digitalen Bildungsnetz Bayern. Immerhin – anders als die Seite des BfB – mit RSS-Feed. „Das Digitale Bildungsnetz ermöglicht digitales und multimediales Lernen. Über diese IT-Infrastruktur können Schulen u.a. gemeinsame Lernplattformen und Mediatheken nutzen.“ Im Prinzip gut. Es entsteht dadurch natürlich eine weitere gated community wie Facebook oder AOL – ein Ort für Schüler und Lehrer, damit sie nicht mehr ins böse Internet hinaus müssen. Aber das wird ja ohnehin nicht passieren. Und wie sehr das angenommen wird, hängt von der Technik ab. Wenn das so umständlich zu bedienen ist wie Moodle, dann treffen wir uns gleich anderswo im Internet.

Nachgetragene Fotos:

Anmeldung:

Veranstalterin Maria Eirich und Schüler des veranstaltenden P-Seminars vom Regiomontanus-Gymnasium Haßfurt:

Han’s Klaffl als tolles Abendprogramm (schon mal gesehen):

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24 Thoughts to “Digilern 2012, Erkenntnisse

  1. Vielen Dank für deine Eindrücke und Überlegungen!
    Ich wäre da sehr gern auch hingefahren, muss aber noch an meinen Bilokationsfähigkeiten arbeiten.
    Vermutlich hätte ich weniger mit dem Kopf geschüttelt, hätte mich dann aber gern darüber ausgetauscht. Die Realität hat ja dann doch so ihre Mittel und Wege, einen auf den Boden zu holen.

  2. Stichwort Whiteboard: Habe Anfang der Woche unter Schul-Medien-Profis gesessen und eine Äußerung war: „mein Gott, da reden alle >wir haben 3, 5, 7 Smartboards< …dabei sollten wir eher drüber nachdenken, was guter Unterricht ist."

  3. ja, wie das mit den OER bei dem „Bündnis für Bildung“ wird, wird interessant. Immerhin hat Sinner auf dem Podium behauptet, das sei selbstverständlich in seine „Cloud“ einbezogen. (Wobei er sich erkennbar unwohl fühlte, wenn man ihn auf das Thema ansprach, auch vorher im privaten gespräch.)

    „Nicht dass ich bereits Material hätte, das jetzt schon in einem Zustand ist, dass ich es vorzeigen möchte.“ => da müsste man mit der zeit versuchen, unperfekte formen zu finden, die trotzdem (oder gerade deshalb!) für den austausch funktionieren. das ist ja genau das, was man im web lernt: den wert des nicht-perfekten, lebendigen materials; den vorrang der zirkulation vor dem archiv. das auch den lehrerInnen beizubringen wird eine zentrale herausforderung, vermute ich.

  4. Danke für die Eindrücke und mitgeteilten Erkenntnisse (in deren Nähe sich meine auch befinden).

    Nur noch ein paar Gedanken: Die Realität zeigt, dass das – »Es ist völlig egal, was die meisten Teilnehmer, mich eingeschlossen, wollen oder denken. Entscheidungen fallen anderswo.« wahr ist. Andererseits haben schon Generationen Lehrkräfte gezeigt, dass es ihnen völlig egal ist, was anderswo gewollt oder gedacht wird – die Entscheidung fällt in ihrem Unterricht. Das ist sehr ärgerlich, wenn anderswo Gutes gewollt wird und der Grund für das Beharrungsvermögen in Bequemlichkeit liegt. Ich kenne aber (auch und gerade aus der Lehrerblogosphäre) eben auch viele gute Beispiele, bei denen Lehrkräfte kreativ drauflosprobieren und eine Menge Gutes dabei passiert. Nutzen wir doch unsere Freiheiten!

    Ein Smartboard habe ich gerade gestern wieder auf einer Fortbildung in Aktion gesehen. Es musste (wegen Rechnerwechsels) mehrmals kalibriert werden (eine Angelegenheit von einer Minute für einen smartboardkompatiblen Menschen, eine Verzögerung von mehreren Minuten, die vom »nur mal schnell zeigen« abhält, für alle anderen …) und verführt den das Board Bedienenden dazu, sich nur mit dem Board zu unterhalten, da ja alle Bedienelemente dort sind …

    Das digitale Schulbuch scheint mir auf eine Katastrophe zuzulaufen – was aber in der Natur der E-Booksache (wie die Verlage es sich vorstellen) liegt: lade ich einen freien Text http://www.amazon.de/Über-James-andere-Essays-ebook/dp/B004UBD9BW/ref=sr_1_8?ie=UTF8&qid=1331288287&sr=8-8 für 0 Euro auf meinen virtuellen Kindle herunter, kann ich mit dem Text außer Lesen genau gar nichts anstellen. Ich möchte aber mit ihm arbeiten, ihn kopieren, auseinanderpflücken, bei Wordle zu hübschen Wortwolken werden lassen können … stellt Amazon ihn zur Verfügung, bezahle ich die Leistung des Zurverfügungsstellens mit seiner Unbrauchbarkeit. So arbeiten letztlich alle Verlage. Weil das Buch (in seiner alten Form) so enorm praktisch war, fallen die unnötigen Einschränkungen umso mehr auf. Grummelgrummelgrummel.

  5. Bei den Keynotes habe ich heute jedenfalls fleißig Notizen gemacht. Und, uhm, die Schulen, die ich so kenne, miteinander verglichen.

    @vilsrip, du wurdest schon vermisst heute morgen.

    @Martin re nicht-perfektes Material: ja, ich selber brauche entweder Bücher für Schüler (dann aber in hoher Qualität) oder – vor allem in Deutsch und Informatik – lebendige Ideen und Austausch im Web, oder bei Info tatsächlich auch in Fortbildungen. Arbeitsmaterial, das ich direkt übernehmen könnte, suche und brauche ich nicht mehr.

  6. Das Zitat mit dem Sprachlabor ist mir letztens bei einer Schulbesichtigung durch den Kopf gegangen, wo der präsentierende Kollege den staunenden Eltern die funkelnagelneuen Smartboards präsentierte. Ich bin manchmal ganz froh, dass wir nicht in diese teuren Wundertafeln investiert haben – ich hätte da eine ganze Reihe anderer (viel günstigerer und unterrichtsförderlicherer) Wünsche gerne vorher erfüllt.

  7. > Alle gehen davon aus, dass in Zukunft […] Ich teile diese Ansicht.

    Glaube ich nicht. Die Zahl der konzentrationsgestörten Kinder explodiert doch geradezu. Und denen wollen wir noch zusätzlich Geräte in die Hand geben, mit denen sie – vom Lehrer unbemerkt – surfen, Filmchen anschauen, spielen, simsen etc. können? Die anfängliche Euphorie der Notebook-Klassen ist doch auch längst verflogen. Viele Schulen setzen sie nur noch ganz gezielt für einzelne Stunden bzw. Stundenteile ein.

  8. Zu den Labtops:
    Bei mir an der Schule gibt es ca. ein Dutzend Klassensätze an Laptops von der Schule, die für den Unterricht verwendet werden. Ein Großteil der Schüler hat eigene Computer zu Hause, teilweise auch Laptops die manchmal mitgenommen werden. Die Schule stellt allen Schülern einen Labtop zur Verfügung, falls sie einen benötigen (meist wenn bestimmte Programme nicht auf dem Rechner zu Hause funktionieren).

  9. Das Minimum, das ich erwarte, sind Kindle-artige reine Lesegeräte für Schüler. Eher größer als ein Kindle. Lass so ein Teil vier Jahre halten, vielleicht mehr, und alle Bücher in allen Fächern und allen Jahrgangsstufen sind immer dabei. Das erfordert technische Umstellungen und etwas Umstellung im Arbeitsverhalten, aber alle Vorteile überwiegen deutlich.

    Sobald das Teil nicht nur darstellen kann, geht noch mehr. Die MIT OpenCourseware-Kurse sehen auf meinem iPad so aus: alle in Bibliothek iTunesU (das ich immer eduTunes nennen will). Ich mache sie auf, wähle das Buch aus. Kriege Inhaltsverzeichnis und am Rand Reiter mit Kapiteln, Notizen, Material. Notizen kann ich selber machen. Kapitel enthalten. Videos, Pdfs, Hausaufgaben, Arbeitsaufträge. Alles völlig unaufgeregt und unbewegt und unbunt von der Struktur her – wie die Videos und Pdfs ausschauen, bleibt dem Kurs überlassen. Aber toll.

    Und ein Gerät dafür könnte immer noch auf diese Funktionen beschränkt sein. Obwohl natürlich auch da bald Jailbreaks auftauchen würden.

    Ich denke aber tatsächlich, dass wir in zehn Jahren nicht nur erweiterte Schulbücher haben, sondern Rechner, die den Schülern Freiheiten gewären. Im Computerraum habe ich das Problem ja jetzt schon, das Schüler am Rechner sitzen und statt zu arbeiten etwas anderes machen könnten. Das funktioniert aber auch, trotz Ausreißern.

  10. @Kiki Ich habe von einer Schule gehört (auf der Digilern), an den alle Schüler der Jahrgangsstufen 7-10 einen Rechner haben. Die Oberstufe, so hieß es, dürfe wählen und entschiede sich häufig gegen Rechner. Fand ich interessant. Wenn es vollständige Rechner gibt, muss man Schüler selbstständiger damit arbeiten lassen, denke ich, als im manchmal doch sehr mikroregulierten Unterricht. (Wobei ich ein großer Freund von Regeln bin.)

  11. Ich falle vor Tommdidomm auf die Knie und sage DANKE, DANKE, DANKE!

    Und was macht eigentlich die Ukulele, Herr Rau?
    Herzliche Grüße,
    Frau Weh

  12. also mal aus Schülersicht zum Thema Notebook; ich glaube, ich würde das nicht wollen. Hockt dann jeder nur noch vor seinem Bildschirm, hat am Ende vom Tag viereckige Augen, von der verkommenden Handschrift mal ganz zu schweigen :D

    In einzelnen Fächern mag das vielleicht sinnvoll sein (wir verwenden in NWT bei der Programmierung von Robotern auch immer Netbooks…) aber im Prinzip halt ich nichts davon.

  13. @Hanjo einen freien kindle-text kann man vom kindle herunterladen (kindle an pc anschließen, dann über pc öffnen, im ordner „documents“).

    das ist dann vermutlich eine .mobi-datei. die kann man aber in .txt oder .pdf umwandeln mit der freien software Calibre (die ohnehin für alle ebook-aufgaben extrem empfehlenswert ist).

    was man noch machen kann: highlighten. die highlights werden auf dem eigenen kindle-konto in der cloud gespeichert (unter kindle.amazon.com, man muss aber so ein .com -konto erst anlegen, mit .de allein gehts ansc heinend nicht.)

    dann hat man nicht nur die eigenen highlights (und notizen, wenn man einen kindle mit tastatur hat, was empfehlenswert ist) dort in der cloud gesammelt, sondern auch die notizen aller anderen, die das higlighten/annotieren. das ist „social reading“ (leider keine sehr attraktive oberfläche). von diesem „social reading“ erhoffe ich mir eigentlich viel: lesegruppen können sich ideal austauschen, hoffentlich bald auch in echtzeit.

    hier erläutert:
    http://netzwertig.com/2012/03/07/social-reading-wie-die-buchwelt-und-das-netz-sich-langsam-kennenlernen/

    was man auch noch kann: man kann die highlights auch in die „social reading“-plattform readmill.com importieren. da ist die oberfläche sehr viel hübscher, und man kann vom web aus einzelne higlights/notizen kommentieren. (leider keine sammelseite für das buch, die es bei amazon gibt. und keine lesegruppen, nur soziales leser-netzwerk.)

    @herr_rau wäre das nicht auch mal ein blog-thema für den text-liebhaber?

  14. Der Ukulele geht es gut, Frau Weh, dankeschön. Die letzten drei Tage bin ich so gut wie nicht zum Üben gekommen, sonst bleibe ich fleißig. Spüre zur Zeit keine Verbesserung, weiß aber, dass das dazu gehört. Warte noch auf geeigneten Termin zum Zusammenspiel mit befreundetem Klavier.

    @frl_wunder: Rechner sollten jedenfalls zu mehr Kommunikation unter Schülern führen, nicht zu weniger. Und nicht dauernd eingesetzt werden, sondern Werkzeug bleiben – für bestimmte Aufgaben. Aber es stimmt schon, andere Änderungen am Schulsystem sind wichtiger.

    Soziales Lesen als Thema, Martin? BIn ja auch in einer analogen Leserunde. Mache ich vielleicht mal.

  15. danke für die Rückmeldung. Bildungscloud ist klar offen für alle. Ich habe nur aus Erfahrung mit Gesetzgebung und Vertrag 16 Kultusminister und Verlage über Kopieren Zurückhaltung bei Verlagen und digitalen Lehrmitteln gesehen und dies als entscheidendes Defizit betrachtet. Vorstand Bündnis für Bildung trifft sich am 19. März in HH zur Auswertung Didacta. Ich werde Erfahrungen digilern einbringen. Freue mich über Dialog und weiteren input. PM BfB unter http://bit.ly/zMgiuZ

  16. Vielen Dank für den flat world knowledge Link – was neben MIT Open Courseware auch nett ist für neugierige Oberstufenschüler sind die Vorlesungen von Berkeley, die quer durch alle Fächer gehen und meist auf Youtube hochgeladen wurden oder als MP3 zur Verfügung stehen.

    @Smartboards – die sollten eigentlich überhaupt kein Thema sein. Sie sind ein Arbeitsmittel, genauso wie die Tafel. Niemand lästert oder glorifiziert die Kreidetafel, weil man sich an sie gewöhnt hat und sie als selbstverständlich hinnimmt. Der Effekt wird auch bei Smartboards etc. eintreten, sofern es den Schulen gelingt, die Lehrer ordentlich zu schulen (was den Druck erhöht, ist die Aussicht, im neuen Schulgebäude keine Kreidetafeln mehr zu haben. Harhar.)Wahrscheinlich kommt durch Smartboards der Frontalunterricht zu neuen (bzw. noch mehr) Ehren – der Lehrer kann seine Show abziehen und sich dabei gut fühlen, weil er „Medien einsetzt“. Dass da noch mehr geht, muss ihm nicht mehr unbedingt auffallen.

    @Laptops im Unterricht in der Zukunft – ich glaube, dass der Trend zu Geräten mit eingeschränkten Funktionen gehen wird, sonst ist tatsächlich der Ablenkungsfaktor hoch. Oder die Schulen haben sehr rigide Filter und eine gute Kontrolle über die Schülerrechner („Was macht eigentlich der junge Mann in der 4. Reihe, der seit 5 min auf den Rechner starrt, ohne zu blinzeln? Mal schnell seinen Bildschirm auf meinen holen.“).
    Auch Laptops sind ein Werkzeug und weder das Ende des Abendlandes noch das alleinseligmachende Wollmilchschwein. Laptopeinsatz im Unterricht kann nur so gut sein wie die Lehrer, die ihn planen. Und die können nur gut sein, wenn sie
    – ordentlich geschult sind von einer Schule, der das auch Geld und Zeit wert ist
    – eng zusammenarbeiten statt ständig das Rad einzelkämpferisch neu zu erfinden
    Kann auch sein, dass ein kleiner Backlash kommt und die Gesellschaft die Schulen plötzlich „analog statt digital“ wünscht. Man weiß ja vorher nie, wie sie auf Herausforderungen reagiert.

    Ansonsten mag ich Ihren Blog wirklich sehr, vielen Dank für die guten Denkanstöße und die digilern-Berichterstattung.

  17. @Eberhard Sinner: Dann wäre so eine Cloud okay. Apple macht es vor – etwas wie iTunesU wäre fantastisch. Offene Fragen: was darf rein (alles!) und wer kriegt die 30% vom Verkaufspreis? Habe nichts dagegen, wenn Verlage dort Qualität einstellen und Geld verlangen; will aber auch Qualität einstellen können und selber Geld verlangen können – oder nicht.

    @Susann: Freut mich, wenn ich etwas Lesenswertes produziere. Sie tun mir einen großen Gefallen, indem Sie das lesen.
    Filter halte ich für unpraktisch und ich möchte diese Kontrollfunktion nicht haben müssen. Vertrauen, Ergebnisorientierung – oder reine Lesegeräte. (Weitere OER-Quellen in älterem Blogeintrag.)

  18. Christian Spannagel hat in seiner Keynote am Samstag Rushton Hurley zitiert:

    “You can be a good teacher and never use technology, and technology won’t turn a bad teacher into a good one. However, a good teacher who uses technology well can make great things happen!”

    Dem möchte ich zustimmen. – Und Herr Kerber vom Stiftsgymnasium in Gütersloh, der über Erfolgsrezepte in der Arbeit mit Laptopklassen seit 1999 berichtete, hat sicherlich recht, wenn er darauf verweist, dass das Entscheidende die pädagogischen Konzepte seien. Man solle nicht vom Gerät aus denken, sondern von dem, was man erreichen wolle.

    … und: vielen Dank für Deine ausführliche Darstellung!

  19. Gern geschehen, Karl. Ich muss mir so etwas ja auch notieren, damit ich das nicht vergesse und später auch mal nachschlagen kann. Wir sehen uns hoffentlich wieder mal, an meiner Trägheit und Reiseunlust kann ich arbeiten.

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