Juli ist der grausamste Monat…

…für Lehrer. Jedenfalls ist der Juli immer sehr anstrengend. Vielleicht liegt es an der Hitze, vielleicht an der Feuchtigkeit, aber in keinem anderen Monat liegen die Nerven im Kollegium so blank. Die Unterrichtsvorbereitung läuft geradezu nebenbei, stattdessen gibt es Sitzungen und Termine, und nie weiß man so recht, welche Schüler auf Austausch oder sonstwo sind. Und dann gibt es ausführliche Anleitungen für das Zeugnis und die Regelungen zum Schuljahresende, nicht immer verständlich zu lesen und deshalb nicht immer gelesen; unbekannte Wahlunterrichte schießen aus dem Boden und wollen im Zeugnis vermerkt werden (oder doch eine AG statt des Wahlunterrichts?) und für viele Kollegen kommt der Notenschluss wie jedes Jahr überraschend.

Für erfahrenere Lehrkräfte läuft dann auch das Spiel um die Platzierung im kommenden Schuljahr. Welche Klassen, wieviel Anrechnungsstunden, welche Wahlunterrichte oder andere Zuckerstückchen kann man für sich reservieren.

(Im Moment sind die Zuckerstückchen eher knapp. Die Wahlgeschenke der Regierung werden wohl erst zum kommenden Halbjahr angekündigt und Herbst 2014 umgesetzt, bis auf die Abiturerleichterung natürlich, die meine Kristallkugel bereits für das nächste Abitur voraussagt, ein paar Monate vor der Landtagswahl.)

Keine größeren Klagen über die Schüler allerdings. Ich habe eine neue Unterstufenklasse übernommen, gutmütig ein paar Strafaufgaben verteilt, und jetzt klappt die Zusammenarbeit.

Freue mich schon sehr darauf, meine Kollegen im September wiederzusehen, und danke herzlich für den August.

16 Antworten auf „Juli ist der grausamste Monat…“

  1. beschreibt ziemlich genau unseren juni. vielleicht ein bißchen mehr konferenzen. die nerven (bei lehrern mehr als bei schülern) liegen auf jeden fall blank. uns selbst als langgediente lehrerin (nach 10 jahren schuldienst darf man das wohl sagen) überrascht mich die intensität des schulschlusses jedes jahr.
    wir hier im süden (österreich) sind jetzt ja schon mitten in den (schwer verdienten) sommerferien :D ich wünsche noch gute zeit in der schule und ein feines ankommen in den ferien!

  2. Ihr seid alle Anfänger, ich habe pünktlich zu den Zeugniskonferenzen noch zwei Kindergeburtstage, zwei Elterngeburtstage und einen eigenen Geburtstag. Da ist ein Jahr ohne Klassenleitung wie ein Sechser im Lotto.

  3. @Sabine Schließe mich dir voll an und habe diesbezüglich noch viel mehr zu bieten :o)… Das Grundrauschen ist mit Familie halt generell etwas stärker.

  4. Danke für die Grüße aus Österreich, wir hier in Bayern – etwas umstritten – fangen immer erst im August mit den Ferien an und lassen die anderen Bundesländer vor.

    Aber es können doch nicht alle Lehrerfamilien im Juli Geburtstag feiern! Das würde natürlich einiges erklären.

  5. Ja, die Nerven liegen bei uns gottlob nicht blank – weiß auch nicht, wie wir das schaffen (bei Nachdenken schon) trotzdem ist es eine schwierige Zeit.
    Ich hoffe natürlich, dass für die Mittelschule auch ein Wahlgeschenk abfällt.
    Ja – euch am Gymi ein gutes Durchhalten!

  6. Ach, die Regenzeit kurz vor Notenschluss ist doch eigentlich das Beste, was dem endspurtkorrigierendem Lehrer passieren kann! :-)

    Ansonsten, haltet durch, Kollegen! Der August naht (und die Projekttage, Zeugniskonferenzen, pdäagogischen Konferenzen, Wandertage, Aufräumtage und Zeugnisvergabestunden überstehen wir auch noch. Wie die Trainerin im Fitnessstudio immer sagt: “Wir schaffen das gemeinsam, Mädels! Lass uns jetzt nicht hängen!” :-) )

  7. Ohja, das ist bei uns auch so. Zwei schulische Großveranstaltungen in den letzten zwei Wochen, dazu parallel das eine Schuljahr gut zu Ende bringen und schon voll in den Planungen fürs nächste drin sein; Dutzende Bewerbungs-Mails von Referendaren die (wohl leider zu Recht) befürchten, keine Stelle angeboten zu bekommen (Was soll ich denen denn sagen?), dazu immer so dieses unterschwellige “bestimmthabichgradewasganzwichtigesvergessen”-Gefühl und nebenbei noch den Kollegen hinterherlaufen, die tatsächlich grad was Wichtiges vergessen haben. Achja, und erkältet bin ich auch noch.

    Guter Gott, was bin ich froh, wenn die nächsten drei Wochen rum sind, ab 5.8. hab ich Urlaub und das ganze vier Wochen lang.

  8. Mensch, bei uns im ganz hohen Nordosten ist am 6.8. schon wieder Schuljahresbeginn, Vorbereitungswoche natürlich bereits ab dem 30.7., beginne schon wieder leise mit der Vorarbeit für das neue Schuljahr, während ihr noch mit im letzten steckt.

    Muss es wirklich so große Unterschiede zwischen den Bundesländern bei der Zuordnung geben? Mir ist ein Ferienbeginn Mitte Juni – wie dieses und vor allem nächstes Jahr – viel zu früh.

  9. >Muss es wirklich so große Unterschiede zwischen den Bundesländern bei der Zuordnung geben?

    Wird ja gerade mal wieder etwas mehr diskutiert. Immerhin müssen wir in Bayern dieses und das nächstes Schuljahr mit um ein oder zwei Tage gekürzten Sommerferien leben, aus unklaren Gründen.

  10. Das wäre doch eine prima Verhandlungsmasse in der Frage um den Länderfinanzausgleich! Dass der Herr Ministerpräsident noch nicht auf diese Idee gekommen ist.

  11. >Immerhin müssen wir in Bayern dieses und das nächstes Schuljahr mit um ein oder zwei Tage gekürzten Sommerferien leben, aus unklaren Gründen.

    grübeln erlaubt, Herr Rau: wir starten Mi statt Mo, hängen also jetzt zwei Wochentage Schule ans alte Schuljahr dran. Und enden Mi statt Mo, also auch zwei Tage später … was für etliche in der Schule eh’ Jacke wie Hose ist, weil sie nur max. vier Wochen das Schulhaus nicht betreten.

  12. Gut, das war vielleicht eine Milchmädchenrechnung. Letztes Jahr war der letzte Schultag ein Freitag, der erste ein Montag. Dauer der Sommerferien: 6 Wochen plus ein Wochenende. Nominell beginnen die Ferien zwar erst am Montag nach diesem Wochenende, aber so rechnet keiner. Dieses Jahr hören wir am Dienstag auf und fangen am Mittwoch an. Dauer der Sommerferien: 6 Wochen, ohne das übliche Bonuswochenende.

    Ich bin erst darauf aufmerksam geworden, als mir Eltern das vorrechneten und wissen wollten, woran das liegt.

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