15 Thoughts to “Praktikantin zu Besuch

  1. Hehe, wenn Lehrer „zufällig“ sagen… ;-)

    Ich hatte heute auch einen Praktikanten in meiner 5. Wir hatten uns eine neue Tischordnung vorgeknöpft und brav demokratisch zunächst diskutiert, ausprobiert, erneut diskutiert (war zu eng, aber das sollten sie ja selber merken – sonst bin ich ja der Böse), verworfen und neu gestellt. Da die Fünfer noch nicht so kräftig sind, hatte der gute Herr einiges zu tun. Zuletzt haben wir ihm noch ein wenig Klassenrat gezeigt.

  2. Und bei mir kommen die immer (so wie auch gerade heute), wenn ich gerade ein ellenlanges Tafelbild mit den Schülern in totalem Frontalunterricht erarbeite. Aber ich kann auch WELL und andere kooperative Lernformen oder wie das heißt. Ehrlich!

  3. Frontalunterricht wird beim Lehrerfreund gerade wieder qualitativ verrissen. Bitte auch der Praktikantin sagen.

  4. Die wird schon auch noch anderen Unterricht sehen, z.B. heute. Aber diesen Totalveriss einer Methode halte ich ja auch wiederum für falsch. Ausgewogenheit finde ich da eher den richtigen Ansatz. Ich kam mal in eine Klasse und wollte eine nette Gruppenarbeit machen, da riefen die SchülerInnen einstimmig: „Bitte nicht schon wieder. Wir machen jetzt überall Gruppenarbeit.“ Aber ich will hier auch keine Diskussion über Methoden anzetteln. Das wird ja schon genügend anderswo getan und Einigkeit erreicht man sowieso nie.

  5. Überzeugend ist diese Notiz im Lehrerfreund ja nun nicht besonders. Whatever works – und herausfinden, wie man beurteilt, ob etwas funktioniert.

    (Ich bin überhaupt nicht gut bei Tafelbildern.)

  6. Heute für die oben genannte Praktikantin in der 5. Klasse anständigen Frontalunterricht gemacht, mit Kometen und ihren Kratern, Asteroiden, Dinosauriern und der Deutschen Mittelgebirgsschwelle. Morgen darf jeder seine Fossilien mitbringen und mich fragen, was was ist. Statt dessen könnte amn auch in Gruppenarbeit darüber diskutieren lassen. Meistens werde ich eine Antwort wissen, welche die Schüler interessiert, manchmal nicht. Dann wird es wieder Frontalunterricht geben, der erklärt, wie Fossilien entstehen können. Das könnte man auch mit einem Montessori-Aquariumsversuch machen, der fünfmal so lange dauert. Viel schöner wäre es natürlich mit den Schülern irgendwo im Altmühltal zum Erlebnis-Steineklopfen zu gehen, zwecks der Hammerschlag-Kompetenz. Und nächste Woche mache ich dann wieder Frontalunterricht, weil der meinen Schülern nämlich durchaus Spaß macht.

  7. Ich versuch gerade unser Direktorat mit der pro/kontra Frontalunterricht Diskussion zu einer einmonatigen Projektphase zu überreden.

    Argument: Frontalunterricht ist 20% effektiver. Wenn wir nur noch Frontalunterricht machen, haben wir einen Monat den wir für Projektunterricht nützen können. Landeskunde vor Ort in England würde mich reizen. Frau Kunst will mit ihren Schülerinnen nach Italien. Herr Sport nimmt sich die Alpenpassage vor.

  8. Klingt sogar sinnvoll und machbar. Vorlesungsunterricht (auch klassenübergreifend) ist in Bayern explizit erlaubt. Die Kombination von verschiedenen Phasen halte ich für gut. Richtig frontal, wie es sonst ja nicht mal vorkommt, und dann aber Projektphase danach.

  9. Ich zweifle keinen Moment daran, dass (vielleicht nur) die Kombination beider Elemente Sinn ergibt: Lehrer – vielleicht nicht alle, aber doch viele – sind Profis im strukturierten Aufbereiten von Information, im Zusammenfassen, im Wechsel von Übersichts- und Detailinformationen. Warum sollte man das nicht einsetzen? Über den Wert eigenaktiver Phasen gibts wohl auch keine größere Diskussion.
    Aaaber: der Vorschlag von liss läuft doch auf eine starke Trennung der Elemente übers Schuljahr hinweg hinaus? Kann man denn die verschiedenen Bedürfnisse und auch Vorzüge beider Methoden über längere Zeiträume parken? Hab da große Zweifel.
    Einen Monat Landeskunde vor Ort in England, ein Monat Italien, Ein Monat Alpenpassage … alles wunderbar spannende Sachen; mir graut jedoch vor der öffentlichen Bewertung dieser Aktionen, vom Stammtischgeschwätz gar nicht zu reden. Eine offene Flanke für alle, die das Gymnasium sowieso schon aus welchen Gründen auch immer angreifen wollen. „Das ganze Jahr Unterricht wie in den 60er Jahren und dann die Ferien auf öffentliche Kosten um einen Monat verlängern.“

  10. Am Heinrich Heine in München machen sie ein Projekt, da wird einen Monat nur getanzt. Dass die dort aber nur noch Frontalunterricht machen, habe ich nicht gehört. Das soll sehr gut ankommen, auch in derÖffentlichkeit.

  11. @Elke oder alle anderen, die das Projekt „Heinrich tanzt“ kennen:
    die Webseite des Heinrich-Gymnasiums ist leider vage bzgl. der Orga des Projektes, es wird dort nur davon gesprochen, dass die Schüler der Jgst8 für drei Wochen die Probenräume des Staatstheaters erobert haben. Heißt das, in diesen drei Wochen fällt der andere Unterricht aus??? Oder läuft das als Wahlangebot irgendwie zusätzlich zum (ggfalls auch etwas gekürzten) sonstigen Unterricht? Trifft letzteres zu, ist das leider kein Argument gegen meinen Einwand. Trifft ersteres zu, hätt ich etliche weitere Fragen …

  12. Hallo Steff, ich habe mich letzes Jahr für diese Projekt interessiert. Die Auskunft die ich dazu bekommen habe, ist folgende: Am St. Anna Gymnasium haben sie seit mehreren Jahren in der Mittelstufe vier Wochen lang nur getanzt und dann eine oder zwei öffentliche Aufführungen durchgeführt. Der Unterricht ist dann komplett ausgefallen.
    Im aktuellen Lehrplan sind solche Projekte für die 8. Klassen ausdrücklich freigegeben. Man kann diese sogar als fächerübergreifende Schulaufgaben werten.
    Wenn ich mich recht entsinne, dann heisst das Projekt Campus Staatsballett. Einmal im Jahr machen die auch Informationsveranstaltungen für Lehrer.

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