Nachprüfung und Vorprüfung

Nachprüfung: Wenn man in bestimmten Jahrgangsstufen wegen zum Beispiel zweier 5en nicht versetzt wird, kann man sich für eine Nachprüfung anmelden. Dann büffelt man in den Sommerferien und schließt die Lücken. Am Ende der Sommerferien findet dann in den betreffenden Fächern eine Nachprüfung über den Stoff des vergangenen Schuljahrs statt, und zwar im Umfang einer Schulaufgabe, also einer regulären schriftlichen Prüfung, wie es sie in Kernfächern auch unter dem Jahr gibt. Über das Vorrücken entscheiden dann diese Noten; wer also eine 5 auf eine 4 verbessern kann, tritt für die Prüfung im anderen Fach gar nicht erst an und rückt mit einer 5 und einer neuen 4 in die nächsthöhere Jahrgangsstufe vor.

(Fußnote: Das versuchen zur Zeit etwa ein Fünftel aller Durchfaller, davon hat ein gutes Drittel Erfolg. Quelle.)

Vorprüfung: Die gibt es nicht, könnte es aber geben. Entspricht von Umfang und Termin der Nachprüfung, nur dass sie Schüler ablegen können, die gerade erfolgreich in die, sagen wir, 9. Jahrgangsstufe vorgerückt sind. Bestehen Sie die Nachprüfung über den Stoff dieser 9. Jahrgangsstufe, also des zukünftigen Schuljahrs, können Sie wahlweise dem Unterricht in diesem Fach fernbleiben und die Zeit für anderes nutzen, oder sie dürfen einfach nur die Nachprüfungsnote bereits vorab fürs Zeugnis akzeptieren und können im kommenden Schuljahr ohne Notendruck leben.
Ich kann mir etliche Fächer/Schüler/Jahrgangsstufen vorstellen, in denen das gut möglich wäre. So als weitere Flexibilisierung der Schullaufbahn.

Die guten Schüler, denen man das Überspringen einer Jahrgangsstufe anbietet, gibt es auch im G8 regelmäßig. Das macht nur so gut wie keiner. Aber man könnte denen ja anbieten, sich wenigstens so ein bisschen Luft zu verschaffen.

- Im Idealfall hieße das natürlich, dass der Schüler für dieses Fach am Unterricht in einer parallelen 10. Klasse teilnehmen kann, aber das würde ohne größere organisatorische Umstellung nur in Ausnahmen möglich sein.

4 Antworten auf „Nachprüfung und Vorprüfung“

  1. Wir haben bei uns die Möglichkeit der Befreiung von einem Fach, solange die Klausur mitgeschrieben wird und nicht schlechter als 3 ist.
    Der Vorteil für die Schüler ist deutlich, ein Nachteil ist aber, dass gute Anregungen durch die Schüler im Unterricht fehlen und die Mitschüler dadurch einen Nachteil haben.

  2. So eine Vorprüfung klingt nicht schlecht (auch wenn es bei uns in Niedersachsen nichteinmal eine Nachprüfung gibt).

    Vorstellen kann ich es mir aber nur, wenn sich die Schüler auf diese Prüfung irgendwie vorbereiten können – irgendwo her müssen ja die Inhalten in den Kopf der Schüler kommen. Also müsste ein Schüler z.B. im Laufe der 8. Klasse schon mal den Stoff der 9. Klasse “überfliegen”, damit er dann zu Beginn der 9. Klasse zeigt, dass er in diesem Fach schon den Schulstoff beherrscht.
    Ich würde bei den Schwierigkeiten dieser selbständigen Vorbereitung die Fächergruppen MINT und Gesellschaft unterscheiden wollen: Für MINT-Fächer kann zwar gelernt werden, aber wenn ich mir die Schulbücher ansehe, sind sie weniger für Autodidakten geeignet. Für die gesellschaftswissenschaftlichen Fächer sähe ich das Problem, dass Kompetenzen nicht einfach so gelernt werden können, sondern dass ein Lehrer korrigierend, beratend unterstützend den Lernprozess begleiten müsste.

    Zuletzt wäre da noch das Problem der Notengebung. Bekommt der Schüler dann die Note, die er in der Vorprüfung bekommen hat? Oder kann er die Vorprüfung versuchen und dann entscheiden, dass ihm eine vier z.B. doch nicht reicht und dann das Fach doch regulär absolvieren (das ist mir aus dem Beitrag heraus noch nicht ganz klar geworden)?

    Ich sehe da zu viele Probleme für eine eigentlich gute Idee. Ich selbst hatte in meiner letzten Klasse 8 Schüler, die rein formal ein Schuljahr hätten überspringen können – empfohlen habe ich das keinem von den Schülern – und die Schüler wären auch gar nicht auf die Idee gekommen. Allein schon, weil sie ihr soziales Umfeld nicht aufgeben wollen.

  3. Äääh, habe ich da was verpasst? Bei der Nachprüfung, die ich kenne, reicht eine 4 in der ersten Prüfung nicht, die zweite Prüfung kann ja noch eine 6 sein. Ich lese GSO §64 entsprechend und kenne auch nur diese Praxis.

  4. Danke für die Korrektur, HerrF, ich habe mich geirrt. War das vielleicht im G9 noch anders? Ich hatte schon lange keinen Fall mehr.

    >Vorstellen kann ich es mir aber nur, wenn sich die Schüler auf diese Prüfung irgendwie vorbereiten können – irgendwo her müssen ja die Inhalten in den Kopf der Schüler kommen.

    Sollen sie sich in den Ferien vorbereiten – den Guten macht das Spaß, und bei einigen sind die Inhalte bereits in den Köpofen der Schüler. Gerade in Sprachen gibt es große Unterschiede.

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