Tweets, vorgelesene, von Prominenten und anderen

Schon seit einiger Zeit gibt es im US-Fernsehen eine Reihe von kurzen Schnipseln, bei denen Film- und Fernseh-Prominente Tweets über sich selber vorlesen – beleidigende Tweets, wie es sie oft gibt:

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Lustig, aber eigentlich nichts für mein Blog, wenn es im Zuge dessen nicht auch (auch schon seit ein paar Monaten) das hier gäbe – „Teachers reading mean tweets“:

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Oder:

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Wenn man dem Link zu Youtube folgt, kriegt man in der rechten Spalte viele, viele vergleichbare Produktionen angeboten.

Ich denke nicht, dass bei uns genügend Schüler für so etwas bei Twitter sind. Aber vielleicht könnte man mal die Facebook-Kommentare Anfang des Schuljahres sammeln, wenn die Schüler aushandeln, wer mit wem wegen welchem Lehrer den Oberstufenkurs tauschen will. — Nähme man die Anweisungen des Unterrichtsministeriums ernst, dürften wir das bei Facebook oder bei Twitter alles gar nicht lesen können.

(Ich habe noch die Kommentare in einem Forum, das sich die Oberstufe vor zehn Jahren eingerichtet hat, als noch niemand an Passwörter und Anonymität dachte, und eh kaum ein Lehrer im Web unterwegs war. Die hätten wir damals auch so vorlesen sollen, vielleicht als Überraschungsvideo bei der Abifeier.)

8 Antworten auf „Tweets, vorgelesene, von Prominenten und anderen“

  1. Schade, dass es über Twitter bei uns noch so wenig Kommunikation mit den Schülern – geschweige mit Kolleginnen oder Kollegen – gibt. Ich habe in unserem Klassenwiki zumindest schon ein paar Auszeichnungen erhalten, die auch als Tweets lesen könnte.

    http://www.bakera.de/wp/2014/05/ich-nehme-den-preis-an/

    Hinter einer Passwortwand eines Wikis, haben die Schüler mehr Kontrolle über die geposteten Inhalte. Vielleicht ist das gar nicht so schlecht.

  2. Lob, Anerkennung und Kritik sollten zwischen Lehrern und Schülern in beide Richtungen in persönlicher Begegnung ausgesprochen werden. What happens im Klassenzimmer, stays im Klassenzimmer. Als Zielscheibe von positiver und auch negativer Rückmeldung wünsche ich nicht, öffentlich vorgeführt zu werden. Ersteres ist mir peinlich, weil es auch ziemlich gute Lehrer gibt, denen die positive Rückmeldung allzu oft versagt bleibt, und auch, weil das zu einem allgemeinen Beliebtheitswettbewerb unter Lehrern führen kann, den vor allem vordergründig diejenigen zu gewinnen scheinen, die ihren Schwerpunkt auf die Zielgruppenorientierung legen (um es mal vorsichtig auszudrücken). Die negative Rückmeldung muss in den Schutzraum der Schule zurückgeführt werden. Immerhin handelt es sich um Heranwachsende, die sich der möglichen Folgen ihrer öffentlichen Kommunikation meist nicht bewusst sind. In diesem Sinn veröffentlichten die amerikanischen Lehrer ja wohl diese Beispiele auf Deinrohr. Als Lehrer hingegen können und dürfen wir eigentlich nicht auf der gleichen Ebene und mit gleichen Mitteln antworten. Aber: Wer mir gegenüber medienöffentlich entgleist, müsste mit einem Echo rechnen, das sich unter Umständen nicht mit meiner pädagogischen Zielsetzung vereinbaren lässt. Was also tun bzw. nicht tun?
    In einem Beispielfall wurde ein Kollege mit einem wandgroßen Graffitti mit antisemitischer Beschimpfung bedacht. Dieser bewundernswerte Lehrer hat die Zähne zusammengebissen und nichts unternommen. Das würde ich mir vermutlich nicht gefallen lassen.
    In dem von Herrn Rau oben angesprochenen Beispiel aus dem Oberstufenforum zog der betreffende Schüler dann von sich aus die Konsequenz und hat, vermutlich ob der Peinlichkeit, die Schule bald verlassen.

  3. Das ist ein guter Punkt, Beelzebub Bruck. Ich bin bei der Datensparsamkeit in Netzwerken von amerikanischen Unternehmen absolut auf deiner Seite. Aber gehört es nicht auch zur Medienerziehung eines Schülers, öffentliche Standpunkte artikulieren zu lernen – es gibt ja auch Schülerzeitungen.

    Wie können wir Schülern, Lehrern und auch Eltern vermitteln, wie halb-öffentliche und öffentliche Diskussionen zu führen sind? Haben wir selbst überhaupt schon einen gesellschaftlichen Konsens darüber oder überholt uns die Wirklichkeit an dieser Stelle schon?

  4. Auszug aus dem Newsletter Sozialpädagogik des Bildungsverlag 1:
    Für Jugendliche gehört Facebook zum Alltag. Aber eine dienstliche Kommunikation über diese Plattform zwischen Schülern und Lehrern ist – schon aus Gründen des Datenschutzes – problematisch und in manchen Bundesländern deshalb sogar explizit verboten. Warum nicht ein anderes Social Media-Angebot nutzen? Twitter zum Beispiel. In diesem Microblogging-Dienst lassen sich wunderbar Diskussionen führen, die weit über das Klassenzimmer hinaus gehen. Mit gut gesetzten Hashtags können die Schüler/-innen eine „Gesprächsrunde“ beginnen und so zumindest virtuell andere Auszubildende, Ausbilder und diverse Experten in den Unterricht holen.

    Toll, oder?

  5. Wozu sollte man weitere Foren oder Plattformen eröffnen, wenn die Mehrzahl der Schüler am Gymnasium mit einer konflikthaften und dennoch konstruktiven „Diskussion“ im Klassenzimmer bereits himmelhoch überfordert ist? Weil’s gerade mal chic ist? Haben unsere Schüler das nötig?

  6. Es ist ja zumindest in Bayern nicht so, dass nur bei Facebook von der „unterrichtlichen Nutzung Sozialer Netzwerke abzusehen“ ist – das gilt für Twitter und andere Dienste genauso. Selbst das gegenseitige Folgen sollte unterbleiben:

    Die Kontaktaufnahme als „Follower“ dürfte in beide Richtungen grundsätzlich unzulässig sein. Lehrkräfte sollten selbstverständlich nicht „Anhänger“ ihrer Schülerinnen und Schüler sein, die sie zu erziehen und zu bewerten haben.

    Alles Konjunktive, zugegeben, aber man soll halt nicht.

    Auch ein Auftritt der Schule in bzw. ein Konnex zu diesen Netzwerken (Profile, Fan-Seiten, Likeit-Buttons, etc.) ist rechtlich sehr problematisch und hat daher zu unterbleiben.

    Lies: Gesetzlich ist das möglicherweise in Ordnung, sicherheitshalber aber dienstlich verboten. Ich halte das für nicht zeitgemäß – aber hey, machen die Schüler halt ohne uns SMV-Gruppen bei Facebook.

    >Wozu sollte man weitere Foren oder Plattformen eröffnen … Haben unsere Schüler das nötig?

    Siehe auch Kathrin Passig, Standardsituationen der Technologiekritik.
    Aber ja, unsere Schüler sind jetzt schon überfordert, und ja, unsere Lehrer brauchen nicht noch einen Kanal. Unabhängig davon wird es Schülerkanäle geben.

  7. Passigs Aufsatz muss man sich wohl merken. Eine bessere, kurzgefasste Version zur Legitimation von Technokratie habe ich noch nicht gelesen. Besonders schön die polemische Rückanbindung an die biologische Evolution, als säkularer Ersatz für: technologische Evolution ist sowas von gottgegeben…
    Schüler sind nicht nur Schüler, sie haben ein Leben außerhalb der Schule und dementsprechende Kommunikationskanäle, das ist doch selbstverständlich. Nur: warum sollten wir uns da einmischen? Ich höre mir doch auch nicht die Gespräche in einer Umkleidekabine eines beliebigen Sportvereins an oder mische mich da gar ein. Das Problem besteht darin, dass Jugendlich nicht merken, dass sie sich öffentlich äußern, wenn sie soziale Medienkanäle nutzen. Ich denke nicht, dass das Problem damit gelöst wird, dass man diese Grenze auch schulischerseits verwischt, indem man irgendwelche Kanäle aufmacht, deren begrenzte oder geschützte Öffentlichkeit für Schüler kaum zu erkennen ist.

  8. …uns so reagiert Arsenal auf Tweets: das wär doch mal eine Steilvorlage für den Unterricht? Oder für betweetete Lehrer? :-)

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