Euclid: The Game

Tolles Spiel: Euclid: The Game. In bisher 20 Leveln muss man geometrische Konstruktionen nachvollziehen, ganz wie damals und heute auch noch in der 7. und 8. Klasse. Es beginnt harmlos, man muss zu einer gegebenen Strecke ein gleichseitiges Dreieck konstruieren. Zur Verfügung: Zirkel (um einen Kreis um Punkt A durch Punkt B zu ziehen) und Lineal (um zwischen Punkt A und B eine Strecke beziehungsweise Halbgerade zu zeichnen).

Sobald man den Level gelöst hat, kriegt man „gleichseitiges Dreieck“ in seinen Werkzeugkasten, und kann das bei den folgenden Aufgaben benutzen, ohne ganz von vor konstruieren zu müssen. Die folgenden Aufgaben: Da muss man dann das Lot durch einen Punkt auf eine Gerade/Strecke ziehen, eine Parallele durch einen Punkt ziehen, einen Winkel halbieren, eine Strecke in der Mitte teilen, und so weiter.

Das macht kolossal Spaß. Die Level 1 bis 19 gingen ziemlich schnell, aber bei Level 20 hatte ich nicht die Geduld, selbst auf die Lösung zu kommen, und habe gespickt. (Tangente zu zwei gegebenen Kreisen.)

Das macht sogar noch mehr Spaß als in der Schule. Denn es gibt so viele verschiedene Möglichkeiten, auf die jeweilige Lösung zu kommen. (In den Kommentaren stellen die Spieler ihre schrägen oder eleganten Konstruktionen vor.) Es reicht auch nicht, zufällig an die richtige Stelle zu kommen und sie als Lösung zu deklarieren. Nein, die Konstruktion muss schon logisch korrekt zur richtigen Lösung führen. Und da wird es interessant. Es reicht ja nicht, die Lösung zu konstruieren, sondern – als Erwachsener – will man auch wissen, warum die Lösung korrekt ist. Den Inkreis zu einem Dreieck konstruiert man über die Winkelhalbieren, aber wieso eigentlich?

(Den Ägyptern hat es, so habe ich das mal gelesen, gereicht, wenn ihre geometrische Konstruktion zur richtigen Lösung geführt haben. Die griechen Mathematiker wollten dagegen bewiesen haben, dass die Lösung stimmt.)

Ich stelle mir das gar nicht so leicht vor, als Mathelehrer, bei einer gegebenen Konstruktion, wo ein Kreis um den einen Punkt, geschnitten mit einem anderen Kreis, und dazu die Parallele zu einer Geraden – ob das zufällig oder notwenig die richtige Lösung ist.

„Euclid: The Game“ funktioniert mit Javascript, man kann bei github die bisherigen Level herunterladen. Wer sich mit Geogebra auskennt, so heißt es, könne auch einfach weitere Aufgaben erzeugen.

(via Serendipita)

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2 Thoughts to “Euclid: The Game

  1. Geniales Spiel. Ich musste bei Level 19 schummeln weil ich den Trick mit dem Dritteln nicht kannte. Aber Level 20 habe ich geschafft. Das Spiel hat mich mehr gefesselt als die meisten anderen Computerspiele…

  2. Ha, jetzt habe ich endlich auch Level 20 begriffen. Also so, dass ich das nicht nur konstruieren kann, sondern auch weiß, warum diese Konstruktrion zum richtigen Ergebnis führt.

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