Diplomacy in der Klasse spielen

Diplomacy auf Monitor

In den letzten Tagen des Schuljahr habe ich mit meiner 10. Klasse nicht nur Super-Babel gespielt, sondern auch Diplomacy. Diplomacy ist in ernsthaften Brettspielkreisen sehr bekannt, situiert Anfang des 19. Jahrhunderts in Europa, bei dem sieben Großmächte um die Vorherrschaft in Europa kämpfen. Weniger als sieben Spieler und Spielerinnen sollten es nicht sein, und fürs Klassenzimmer ist es sogar sinnvoll, wenn zu einer Großmacht zwei oder drei Schüler oder Schülerinnen gehören. Gedacht war Diplomacy als Brettspiel, es wird aber häufig per Brief oder heutzutage über Webforen gespielt. Die Besonderheit daran: Alle Züge werden gleichzeitig ausgewertet und durchgeführt. Das heißt: Man … Continue reading „Diplomacy in der Klasse spielen“

Ein Spiel für die Klasse: Super-Babel

Von Robert Abbott gibt es ein altes, schmales dtv-Bändchen Kartenspiel als Kunst, in dem nicht nur das Spiel Eleusis vorgestellt wird, wenn auch in der alten Fassung (Blogeintrag dazu), sondern auch ein Spiel namens Babel, mit der Vielspielerversion Super-Babel. Babel ist ein nicht-rundenbasiertes Spiel, wie ich sie sehr schätze (Blogeintrag dazu). Super-Babel habe ich jetzt mit einer 6. und einer 10. Klasse gespielt, jeweils mit 15 Schülern und Schülerinnen – der Rest war auf Chor- und Orchesterwoche. Man müsste das aber auch gut mit einer ganzen Klasse spielen können, und wenn man das auf Englisch spielen lässt, kann man es … Continue reading „Ein Spiel für die Klasse: Super-Babel“

Rollenspielen 2017

Übersichtskarte Bootsdecks

London, 1940. Einige Mitglieder unseres Teams haben im Lauf der letzten Wochen mit einem ehemaligen Teammitglied korrespondiert: Das war zuerst in einem Militärkrankenhaus bei Cambridge in Behandlung, bevor es sich dann nach Indien und schließlich Nepal aufmachte, und von zwischendurch erreichten uns immer wieder Briefe, wenn auch mit Verspätung, natürlich. (Die kamen wirklich in den letzten Monaten an die Adressen einiger Spieler, so als Vorbereitung auf die Fortsetzung der jährlichen Call-of-Cthulhu-Rollenspielkampagne. In Sütterlin, oder zumindest mit Sütterlin-Zeichensatz ausgedruckt – dementsprechend schwer zu lesen für unsereins.) Außerdem haben wir wiederkehrende Alpträume von einer schauderhaften Stadt im Meer; die Insassen des Militärkrankenhauses … Continue reading „Rollenspielen 2017“

Bundeskanzlerin werden

Am Vorlesewettbewerb des deutschen Buchhandels nehmen viele Schulen teil, auch wir machen das regelmäßig. (Schon oft darüber gebloggt, wie über alles.) Dabei ermitteln wir für jede 6. Klasse einen Klassensieger oder eine Siegerin, und alle diese lesen dann in der Aula gemeinsam vor den versammelten 6. Klassen vor, um einen Schulsieger zu ermitteln – und danach geht es weiter zum Landkreiswettbewerb und so weiter. Manche Schülerinnen und Schüler haben nichts gegen den Wettbewerb, aber scheuen es, eventuell in der Aula vor größerem Publikum lesen zu müssen. Das verstehe ich völlig. Aber sie sollen ja auch vorlesen lernen, und sie sollen … Continue reading „Bundeskanzlerin werden“

Altruismus in Pokémon Go

Pokemon Go Eier 5 bkm

Manchmal verteile ich beim Spazierengehen eine Runde Pokémon-Beeren an fremde Pokémon. Und das kommt so: Es gibt bei Pokémon Go an verschiedenen Orten Arenen, in die man eines seiner eigenen Pokémon setzen kann – vorausgesetzt, einer der sechs Plätze in der Arena ist noch frei und man hat nicht schon ein anderes Pokémon in dieser Arena, und vor allem: vorausgesetzt, die Arena gehört zum eigenen Team. Es gibt drei Teams: Blau (Yay!), Rot (Buh!) und Gelb. Notfalls muss man die von einem anderen Team besetzte Arena erst erobern, indem man alle Pokémon darin (mehrfach) besiegt und dadurch nach Hause schickt. … Continue reading „Altruismus in Pokémon Go“

Nicht-rundenbasierte Spiele

Kartenspiel "Falling"

Mein amerikanischer Cousin Robert brachte meinem Zwillingsbruder und mir vor knapp vierzig Jahren ein Kartenspiel bei, das Spit hieß. Wikipedia erzählt einem mehr über dieses und verwandte Spiele, aber bei uns gab es zwei Varianten. Gespielt wurde von zwei bis vier Spielern; jeder Spieler hat dabei eine Reihe verschiedener Kartenstapel vor sich, mit einer offenen Karte oben und verdeckten Karten darunter, ähnlich einem Patience-Spiel. An die verdeckten Karten kommt man nur, indem man die offene Karte ausspielt; danach darf man die nächste Karte aufdecken. Die Ausspielregel ist simpel: Mann kann auf eine auf den Ablagestapeln liegende Karte ausspielen, wenn die … Continue reading „Nicht-rundenbasierte Spiele“

Werwölfe und Wichtel

Letzter Schultag heute: Als Klassleiter verbrachte ich zwei Stunden mit meiner Klasse; Unterricht gab es weisungsgemäß keinerlei an diesem Tag. Aber wir haben gewichtelt, auf Wunsch der Klasse, Klassleiter und Stellvertretung machten auch mit. Ich habe Plätzchen gekriegt und einen Satz Magnete – die sind tatsächlich sehr praktisch, für den Informatikunterricht brauche ich immer wieder welche. Es macht mir Spaß, Dinge irgendwo hin zu heften und dann zu verschieben, dann fühle ich mich richtig dynamisch als Lehrkraft. Oder die Schüler verschieben, das geht auch. Den Großteil der Zeit verbrachten wir damit, Werwolf zu spielen. Das ist seit Jahren der Favorit … Continue reading „Werwölfe und Wichtel“

Pokémon GO für Sesselsitzer: Die Desktop-Variante

Screenshot von Geisterlupe mit Desktop-Hintergrund

Beim Herumbasteln für den letzten Blogeintrag bin ich auch auf diese Variante gekommen (für den leisen Ton bitte ich um Entschuldigung):   Kurzfassung: Man kann mit einer Art Lupe den Bildschirm absuchen, und wenn man dieser Lupe (dem Geister-Registrierungs-Gerät) zur richtigen Zeit am richtigen Ort ist, sieht man dort – über dem herkömmlichen Desktop beziehungsweise den Programmen darauf – eine eingeblendete kleine Gestalt, mit der man interagieren kann. Da könnte man eine Art Wack-A-Mole daraus machen, wo es also vor allem darum geht, die Gestalten schnell zu finden und draufzuklicken. Sie könnnten sich dabei auch über den Desktop bewegen. Oder … Continue reading „Pokémon GO für Sesselsitzer: Die Desktop-Variante“

Das Geister-Registrierungs-Gerät: Ein Pokémon-Go-Simulator

Oberfläche des Pokémon-Simulators GeRGeMon

Wie hoffentlich die Hälfte aller Informatiklehrer mache ich mir gerade Gedanken, wie ich das allgemeine Interesse an Pokémon Go für die Schule nutzbar mache. (Level 14 übrigens, und wenn ich ein neueres Gerät hätte, auf dem das Programm anständig liefe, wäre ich schon weiter.) Ingo Bartling hat sich schon überlegt, was man daran alles zeigen könnte, und dann nochmal hier mehr davon. Mit Schülern in der 10. Klasse könnte man mit einfachen Fragen zur Kommunikation anfangen: Was will die App denn eigentlich vom Server wissen? Zum Beispiel, wo die nächsten Pokémon sind. Allerdings kann der Server das nur beantworten, wenn … Continue reading „Das Geister-Registrierungs-Gerät: Ein Pokémon-Go-Simulator“

Computerspiele und was man mit ihnen macht

Screenshot Astro Smash

Ein Screen – Früher unterschied man, also ich, die Computerspiele hinsichtlich ihrer – wir sagten wohl screens dazu. Die ersten Spiele hatten nur einen einzigen screen, also ein einziges Spielfeld: Bei Space Invaders, Astrosmash oder Missile Command kamen die Angreifer stets von oben, man selber konnte unten navigieren, nach links und rechts oder Varianten davon; schwieriger wurde das Spiel nur durch höhere Geschwindigkeit und eine größere Zahl an Angreifern. Asteroids hatte auch nur einen screen, bot schon etwas mehr Freiheit: Man konnte sich frei im zweidimensionalen Spielfeld bewegen und es sogar verlassen – um dann auf der gegenüberliegenden Seite wieder … Continue reading „Computerspiele und was man mit ihnen macht“