Letzte Schultage 2014

In der Süddeutschen steht was über Programmiersprachen! Eine Doppelseite im Feuilleton, und was drinsteht, ist diesmal sogar vernünftig und lesbar. (Jetzt auch online lesbar.) Kein Wunder, das hat zum Großteil Anne Schüssler geschrieben (hier ihr Blogeintrag dazu)- sie hat ein Blog und programmiert als Softwareentwicklerin. Ich hoffe, auch Einsteiger kommen mit Begriffen wie Assembler und Compiler und Höherer Programmiersprache zurecht. Die sind nämlich wichtig.

Mit Schülern habe ich die Schulhomepage reorganisiert. Das Design bleibt gleich, aber die Menüstruktur und die Startseite haben wir angepasst. Vorbild ist natürlich dieser schöne xkcd-Cartoon:

University Website
(Quelle)

Da gibt es die Dinge, die die Eltern und Schüler auf der Homepage suchen und die Dinge, von denen die Schullleitung will, dass die Eltern und Schüler sie unbedingt sehen. Das ist nicht immer das gleiche.

Auch intern haben wir aufgeräumt. Alle Fächer, die mit: “Ich bin wichtig, mach mir drei Unterkategorien” begonnen und trotzdem kaum Beiträge haben, haben jetzt nur noch eine Kategorie. Außerdem habe ich behutsam Schlagwörter eingeführt. Das hat einen unerwarteten Nebeneffekt: Man sieht jetzt, was wirklich der Schwerpunkt der Schule ist, so als Alternative zum offiziellen Schulprofil. Zu manche Schlagwörtern gibt es mehr Beiträge, und die entsprechenden Begriffe erscheinen dann in der Schlagwort-Wolke größer als die anderen. Manche Dinge fehlen da völlig, das war mir vorher nicht aufgefallen.

Vielleicht könnte man sein Schulprofil ja deklarieren, indem man vorher die Schlagwörter festlegt, die man gerne hätte, und dann dafür sorgt, dass die entsprechend gefüllt werden. Bei all dem gilt natürlich: die Webseite ist geduldig; die Realität sieht möglicherweise anders aus.

– Ansonsten spielt sich bei uns in den letzten Tagen wieder die “Schule als Staat” ab. Wer mit dem Handy erwischt wird, den bringt die Polizei vor Gericht; Betriebe bieten Dienstleistungen an (Fahrrad und Auto waschen); Essensstände gibt es natürlich auch (mit Fisch und Chips sogar – kalter Fisch in Bierteig, zugegeben, aber trotzdem lecker). Wenn ich herausgebracht habe, ob ich eine Lizenz brauche, setze ich mich am Montag mit der Ukulele als Straßenmusikant in eine Ecke.

8 Antworten auf „Letzte Schultage 2014“

  1. Wenn das mal nicht eine Diskussion zum Schulprofil nach sich zieht! :-) Ansonsten vielen Dank für ein weiteres Schuljahr mit Einblicken in Ihre Schulart und Ihr (Lehrer-)Leben und dann natürlich schöne Ferien und einen guten Start im September, wenn meine “Großen” Ihre “Kleinen” werden.

  2. Coole Idee, die Website nach Nutzen und nicht nach “Repräsentativität” umzuordnen. Ob sich da auch welche beschweren werden?

  3. Ja, da werden sich welche beschweren. Es ist natürlich nicht sinnvoll, wenn als Schlagwort “Wettbewerbe” als repräsentativ gelten soll, wenn es sich dabei um höchst unterschiedliche Veranstaltungen in höchst unterschiedlichen Fächern handelt, wobei die Zielrichtung der Wettbewerbe auch noch sehr unterschiedlich ist, ganz zu schweigen von der Motivation der Teilnehmer. Was, bitte schön, haben ein Robotik-Wettbewerb, ein Vorlesewettbewerb und ein oberbayerisches Schul-Tischtennis-Turnier gemeinsam? Heißt das jetzt, dass das betreffende bayerische Gymnasium vor allem wettbewerbesorientiert ist? Das soll der Schwerpunkt in der “hidden agenda” sein? Nee, das scheint mir nicht sinnvoll. Könnte man nicht auch zum Beispiel die Relation “Projekte je Fach” zeigen, um abzubilden, wo vor allem konventioneller Unterricht abläuft? (Vermutlich ist da die Datenlage in den meisten Fächern zu dünn).

  4. Vielen Dank für die Feriengrüße, Gerald. Ich hoffe, ich kriege mal wieder die ganz kleinen Großen, aber nächstes Jahr wohl noch nicht.

    Das Problem mit den Userwünschen ist, dass die sich auch nicht einig sind. Die Schüler interessieren sich für andere Sachen als die Eltern. Mein Problem ist außerdem wohl noch, dass ich intuitiv eher doch auf der Seite stehe, die bestimmte Sachen pushen will. Aber ich arbeite daran.

    >Was, bitte schön, haben ein Robotik-Wettbewerb, ein Vorlesewettbewerb und ein oberbayerisches Schul-Tischtennis-Turnier gemeinsam?

    Uh, dass es alles Wettbewerbe sind? – Ein Schulprofil sollte sich möglichst wenig an einzelnen Fächern orientieren, finde ich, damit jedes Fach dazu beitragen kann. Wenn sich das mit den Wettbewerben durch alle Fächer zieht, sehe ich das als Teil des Profils. Das könnte auch für “Projektarbeit” gelten, nur ist da weniger klar, was man dazu rechnen soll. Am liebsten hätte ich viele Einträge mit “SMV” markiert.
    Aber komm, wir fragen mal, welche Schlagwörter unsere Schule gerne hätte, und was sie unternimmt, um sie zu füllen.
    Abgesehen davon, dass sich dafür auf der Webseite ohnehin kaum jemand interessieren wird.

  5. Uh.. jetzt würde ich aber doch gerne die Homepage der Schule mal sehen – schon allein deswegen, weil auch unsere gerade umstrukturiert wird… :-)

  6. Danke. :-)
    In NRW ändert sich die Schullandschaft so schnell, dass die Außenwirkung und Werbung einen immer größeren Stellenwert bekommt. Da wird die Homepage in erster Linie zu einer Werbetafel für potentielle neue “Kunden”. :-/

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