Eichhörnchen-Frühling

Ich nehme jedenfalls an, dass das etwas mit dem Frühling zu tun hat. Gestern hat ein Eichhörnchen vor meinem Fenster angefangen, einen Kobel zu bauen. Zuerst ist mir ein Eichhörnchen aufgefallen, das einen kleinen Zweig im Maul trug, so wie ich das eher von Vögeln kenne. Und dann nochmal. Und dann habe ich das Eichhörnchen beobachtet. Es hat, ziemlich rabiat, die eh schon arg geplagte Kastanie von kleinen Zweigen befreit:

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Und das ziemlich systematisch und flott.

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Siegreich dann ab damit.

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Und so wuchs der Kobel:

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Sieht nicht sehr ordentlich und nicht sehr stabil aus, aber gehört wohl so. Reservekobel?

Nachtrag ein paar Tage später:

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(Daneben noch gesehen: zwei Rotkehlchen und die beiden Kaninchen. Das alles um die Frühstückszeit herum, danach musste ich zur Arbeit, den ganzen Tag an der Uni. Die sonst völlig friedlichen Kaninchen verscheuchen übrigens gezielt die Eichhörnchen, wenn die am Boden sind.)

12 Antworten auf „Eichhörnchen-Frühling“

  1. Auf die Eichhörnchen bin ich dieses Jahr nicht gut zu sprechen, denn sie haben im Januar beschlossen, dass in den großen Töpfen mit Tulpenzwiebeln nicht etwa kostbare Sorten wie Tulipa praestans ‚Shogun‘ vergraben sind, sondern Nüsse, und so durch ihr fortwährendes Graben Dutzende von Zwiebeln vernichtet. Überhaupt scheinen sie nichts von chi-chi-Gärtnerei zu halten: die aus England importierte Gartenschnur halten sie auch für nützliches Nistmaterial und rauben ihn überall, wo er eigentlich Rosen halten soll. Einmal haben sie sogar das aus der Abroll-Dose hängende Ende erwischt und eine rätselhaften Zickzackspur durch die Sträucher verlegt.

    Aber dann gibt es auch entzückende Erfahrungen: die Eichhörnchenmutter, die ihre zwei winzigen Jungen zwitschernd den Weg durch den Garten zeigt (vermutlich zu den vielversprechenden ‚Shogun‘-Zwiebeln); der Eichhörnchenkobel in der gefällten Nachbarstanne, der mit den Haaren von der Schur unseres einstigen Angorakaninchens, Gott hab es selig, ausgekleidet war. Und lustig sind sie schon, die Hörnchen. Aber mit der Zwiebelaktion haben sie sich diesmal arg in Schneckennähe begeben.

  2. Ja, Kaninchen werden aggressiv, weil Eichhörnchen Nesträuber=frische Junge verzehrende sind.
    @ Sabine:
    Eichhörnchen nehmen aus ihrer Umwelt das, was sie brauchen.
    Warum also sauer sein?

  3. Was ein Filou! Ganz besonders auf Bild 4, wie es da nach Vollzug stolzfrech die Ohren gen Steuerbord wehen lässt. Hat was von Superheld. Oder besser Superheldin. „Squirella“? Tochter des Eichhörnchenkönigs von F.K. Waechter? Leider nicht zu googeln, aber dafür die Entdeckung dass es „Der Eichhörnchenkönig wechselt den Baum“ auch als Skulptur im Frankfurter Stadtwald gibt; ebenso wie den Baum, der nach 300 Jahren zurückpinkelt. Klassenfahrt!

    http://www.frankfurt-greencity.de/frankfurt-europaeische-stadt-der-baeume-2014/ausflugtipps-und-informationen/einfach-zum-schmunzeln/

  4. @Hauptschulblues, nein, Eichhörnchen haben ein Spatzenhirn, das ihnen vorgaukelt, Blumenzwiebeln seien Nüsse. Immer wieder aufs Neue. Die essen ja die Zwiebeln gar nicht, sie machen sie nur kaputt. Das Gartengarn gönne ich ihnen, aber hast du schon mal die Tulpe ‚Shogun‘ gesehen? Echt jetzt. Dumme Hörnchen.

  5. Ja doch, das sind wunderbare Wildtulpen. Aber sie müssen doch einen Grund haben, warum sie das machen. Und wenn sie es nur tun, weil sie von unserer Welt völlig durcheinander sind…

  6. Und just haben wir nach zwei Jahren einem knappen Jahr Pause mal wieder den örtlichen Sperber im Baum gesehen:

    Ob der schon auf irgendwas wartet?

  7. Im Moment sitzt der Sperber schon wieder da. Einmal hat er hier eine Amsel geschlagen, die Partneramsel dazu hat noch lange danach laut geschrieen. Gemerkt haben wir’s auch durch die kleinen Flöckchen, die vom Baum herab rieselten.

  8. Nicht halb so begierig wie ich. Da redet man immer von den Karnickeln, und es tut sich einfach nichts. Aber gut, in der Stadt ändern die Kaninchen auch ihr Verhalten, stand neulich in der Süddeutschen, leben nur zu zweit oder in kleinen Gruppen statt in großen Bauen.

  9. Vielleicht sind es zwei Männchen? Und sobald sie sich mit einer verletzten Möwe und einer Maus angefreundet haben, machen sie sich auf, um irgendwoher Karnickelweibchen zu entführen?

  10. Inzwischen ist der Kobel wohl nicht mehr benutzt. Das liegt vielleicht auch daran, dass wenige Meter darüber ein Krähennest entstanden ist. Hier sieht man nur den Schwanz einer Krähe darin:

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