Schuljahresendrituale III (Feiern)

Eine besonders schöne Sache an der Schule ist die Taktung des Jahres. Es gibt jedes Jahr im Sommer eine große Pause, in der man tief Luft holen kann und nach der man mit aufgeräumtem Schreibtisch und Gemüt wieder anfangen kann. Das wird an allen Schulen, die ich kenne, auch mehr oder weniger gefeiert. Da sind die alljährlichen Projekttagen, jene abgewrackte und heruntergekommene Form des Projektunterrichts aus der Reformpädagogik, und da gibt es die Lehrerfeier. Bei einer Kollegin an einer anderen Schulen ist das als abendliche Grillparty angelegt, bei der der Hausmeister grillt und viele bis spät in die Nacht sind. Ganz so ausgelassen geht es bei uns nicht zu, aber es gibt zu essen und zu trinken und viele Ehemalige sind da.

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Bei einem Kollegium von 100 Lehrern mit etwa 10% Referendaren wechseln jedes Schuljahresende 5–6 Referendare die Schule und gehen 1–2 Kollegen in den Ruhestand. Das kommt auch in anderen Berufen vor, aber an der Schule ist das nicht über das Jahr verteilt, sondern konzentriert auf das Schuljahresende. Deswegen gehören zu diesen Feiern auch Abschiedsreden und ‑gesänge, lustige Nummern und Diashows und Geschenke. Das organisieren die Kollegen aus der jeweiligen Fachschaft.

Ich bin ja nicht so der große Feierer. Und am Schuljahresende auch einigermaßen erschöpft. Aber für das Schulleben spielen solche Feiern sicher eine große Rolle.

3 Antworten auf „Schuljahresendrituale III (Feiern)“

  1. Treffend beschrieben, ist wohl überall ähnlich :)
    Auf das Wiedersehen mit Ehemaligen freue ich mich jedes Jahr (zur Weihnachtsfeier und zum Ausflug kommen ebenfalls viele), auch die Verabschiedungen sind immer wieder liebevoll-kreativ.
    Schöne, erholsame Ferientage!

  2. Ich war heuer bei der Lehrerfeier bewusst nicht dabei – wurde zwar vermisst – aber vielleicht nächstes Jahr dann.
    Ich brauche (immer noch) Abstand.

  3. >Schöne, erholsame Ferientage!
    Danke, gleichfalls!

    >Ich brauche (immer noch) Abstand.
    Ich denke natürlich auch darüber nach, wie das bei mir in zwanzig Jahren sein wird. (Hm. Ich habe jetzt etwa die Hälfte meines Lehrerdaseins hinter mir und bin im Kollegium schon unter den, uh, erfahreneren 20%.) Ob ich so ruhig gehe wie bei Abitur, Bundeswehr, Universität, wo mir nie nach großen Veranstaltungen war, oder ob ich die Feierlichkeiten höflicherweise mitnehmen. Oder wie oft ich danach noch vorbeischaue. Das mit dem Abstand verstehe ich vielleicht.

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