Das Fach Informatik genießt einen hohen Stellenwert

Das Fach Informatik genießt einen hohen Stellenwert in den Stundentafeln aller weiterführenden Schulen in Bayern.

(Pressemitteilung Kultusministerium.)

Aber, möchte man sagen, das stimmt doch gar nicht! Am Gymnasium gibt es das Fach nur in den Jahrgangsstufen 9 und 10 mit je zwei Stunden, und das auch nur im naturwissenschaftlich-technologischen Zweig des Gymnasiums, und danach optional in der Kursphase, wenn auch nicht gleichberechtigt neben Bio oder Chemie. Zugegeben, man treibt auch in 6 und 7 einstündig Informatik, als Teil der Mogelpackung des Fächerverbunds „Natur und Technik“ – aber da heißt das Fach nun mal nicht so und ist eben auch keines. Informatik hat allerdings einen höheren Stellenwert als Sozialkunde in Bayern, das stimmt.

An der Realschule gibt es das Fach gar nicht, sondern das Fach „IT/Informationstechnologie“, in dem man auch informatische Inhalte lernt, aber eben auch Bildbearbeitung und Maschineschreiben und CAD. Das ist vielleicht nicht schlecht und sicher auch was mit Medien, aber kein Fach Informatik.

Es stimmt allerdings, und dass ich das Kultusministerium da mal vor mir selber verteidigen muss: Im Vergleich zu anderen Bundesländern ist die Informatik in Bayern noch gut aufgestellt.

6 Thoughts to “Das Fach Informatik genießt einen hohen Stellenwert

  1. An der Mittelschule gibt es das Fach – auf entsprechendem Niveau, aber immerhin – mit zwei Wochenstunden in der 8. umd 9. Klasse, und mit der Möglichkeit, es als Qualifach zu wählen. (Thanks God? Thanks Godness?)

  2. … und auch im Vergleich zu Deutschen Auslandsschulen, da bin ich nämlich gerade am schauen, wo ich mit meinem Informatik-Lehramt überhaupt einen Job bekommen könnte, das fällt ziemlich dünn aus… (Die Abiturschulen orientieren sich an den Bildungsplänen Thüringens oder Baden Württembergs, je nach Region)
    Da beißt sich die Katze wieder in den Schwanz: kaum Unterricht – kaum Anreiz für die Ausbildung zum Informatik-Lehramt – kaum Fachkräfte – also kaum Unterricht
    (ungefähr so seit ich mich mit dem Thema beschäftige, also etwa 10 Jahre)

  3. In der Realschule waren CAD und Technisch Zeichnen (=TZ) sowie Textverarbeitung und Maschienenschreiben (=TV) ganz klar vom Informatikunterricht (=Info) abgetrennt (bei mir). Die Fächer wurden von verschiedenen Fachlehrern unterrichtet und auch im Zeugnis einzeln aufgeführt. Kann aber auch daran liegen, dass ich den mathematischen/technischen Zweig besucht hab.

  4. Stimmt, auch an Mittelschule und Realschule steht Informatik tatsächlich gut da – im Vergleich zu anderen Bundesländern, mit Pflichtunterricht, und ausgebildeten Informatiklehrern neben Fachlehrern.
    Ansonsten war der Stellenwert in der Realschule schon mal höher, soweit ich weiß: Früher gab es wirklich ein eigenes Fach „Informatik“, mit höherem Programmieranteil als heute. Nun ist Programmieren nicht Informatik, und ich weiß nichts über die anderen informatischen Anteile früher, aber das klingt so, als hätte es mehr gegeben.

  5. Also in Ba-Wü im Jahre….1996 oder so, da war „Informationstechnische Grundlagen“, kurz „ITG“ ein zweistündiges Fach.
    Problem damals war, dass es gar keine Informatiklehrer gab. Irgendein armer Mathelehrer mit null Ahnung von Computern musste das machen. Mir tat er Leid, er hat sein bestes gegeben um den Schülern ein paar Dinge zu zeigen. Immerhin konnte man danach einigermaßen Windows 3.11, Microsoft Works (eine Art abgespecktes Office) und sogar einen Browser bedienen. Nicht wirklich Informatik, aber nützlich.
    Später erfuhr ich vom Vater eines Freundes (auch Mathelehrer der zu ITG gezwungen wurde, nur auf einem Gymnasium), dass er sich von seinem Sohn zuhause die Lehrplaninhalte zeigen ließ, um wenigstens ähnlich viel zu wissen wie ein Schüler.
    Programmieren gab es in einer AG einmal die Woche nachmittags, eine ITG-Lehrerin mit etwas mehr Ahnung zeigte wie man in MS QBasic kleine Programme schreiben kann. Fand ich damals toll. Rückblickend war es aber ziemlich lahm.

    Schön zu hören dass sich die Zeiten wenigstens ein bisschen geändert haben. :)

  6. > Aber, möchte man sagen, das stimmt doch gar nicht! (…) Informatik hat allerdings einen höheren Stellenwert als Sozialkunde in Bayern, das stimmt.

    Das lässt tief blicken, was die Bedeutung politischer Bildung in Bayern angeht.

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