Webfilter in der Schule

Webfilter in der Schule sind (zumindest in Bayern) nicht vorgeschrieben, dennoch dürften die meisten Schule welche verwenden: Irgendwelche Maßnahmen muss die Schule nämlich ergreifen, und wenn man einen Webfilter installiert hat, können sich Lehrkräfte und Schule auf den berufen und sagen, man habe ja sein Möglichstes getan. Wann spielt das eine Rolle? Wenn Schülerinnen verbotene Seiten anschauen und, das größere Problem, diese braveren Mitschülern zeigen. Dann muss man seine Hände in Unschuld waschen können.

Und ich seh’s ja auch ein. Gerade wenn Schülerinnen und Schüler unbeaufsichtigt an Rechner dürfen, was keinesfalls selbstverständlich (aber dringend nötig) ist, braucht es einen Filter. Aber ich hasse die Teile trotzdem. Auch deshalb, weil sie gerne mal eingestellt sind, dass sie die falschen Seiten sperren (stackoverflow.com, wegen Kategorie Diskussionsforum). Ein mir bekannter Webfilter hat sich etwas Neues einfallen lassen: google.com ist jetzt gar nicht mehr erreichbar und google.de wird über einen eigenen Rechner umgeleitet. So kann man die Suchergebnisse filtern und gesperrte Seiten und Bilder gar nicht mehr erst anzeigen lassen. Dann gibt es auch, schöner Nebeneffekt, keine Beschwerden mehr wegen unerreichbarer Seiten, weil man die gar nicht mehr sieht. Sämtliche Supportseiten bei google.com sind aber auch nicht mehr erreichbar. Und andere Suchmaschinen sind eh nicht betroffen, nur Google – der große deutsche Buhmann. Grr.

6 Antworten auf „Webfilter in der Schule“

  1. Leide im Moment auch unter dem Filter, der bei uns leider auch auf den Lehrerrechnern (im Lehrerzimmer!) eingesetzt wird. Wir sind nicht mal mehr in der Lage, unsere eigene Webseite aufzurufen, mit der wir die dienstlichen Mails bearbeiten. Irgendwie ohne Worte.

  2. Ganz so schlimm ist es bei uns nicht, obwohl ich der Diskretion halber nicht alles aufzählen kann, was mich stört. Aber das mit der eigenen Webseite ist schon lustig. Aber wenn dann wenigstens ein Kind vor Diskussionsforen im Web geschützt wird, ist es das doch wert.

  3. Wir nutzen die Linux Musterlösung. Dort sind alle Seiten standardmäßig geblickt, d.h. ich als Lehrer entsperre entweder nur Seiten, die nicht auf der Sperrliste stehen oder eben alle. Dann wird noch für einen Zeitraum festgelegt, in dem die Schüler surfen dürfen und fertig. Das Ganze wird übrigens über jeden Browser im Netz managebar.

  4. >Wir nutzen die Linux Musterlösung.

    Wir leider nicht, sondern eine andere Lösung, zentral für den ganzen Landkreis.

  5. Wie wärs mit: Man stellt eine Aufsichtsperson bereit die immer wieder mal durch die Reihen geht und bringt den Schülern verantwortungsbewusste Internetnutzung bei, statt sie hinter eine Zensurwand zu stecken, die wohl im Allgemeinen mehr schadet als nützt?

  6. Sagen wir: Ich hätte auch gerne mehr Aufklärung und weniger Verbot. Die Zensurwand braucht es nicht aus pädagogischen, sondern vor allem aus rechtlichen Gründen, damit mir keine Eltern Vorwürfe machen, wenn Schülerin A der Schülerin B etwas gezeigt hat, was die nicht sehen soll.

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