Schullektüre 2017 (2) Whisper

Titebild Abedi, Whisper

Wenn man als Lehrer die Schullektüre auswählt und sie den Schülern und Schülerinnen nicht gefällt, ist das kein Problem. Das halten Lehrer aus, und außerdem kommt es ja auch nicht darauf an, dass die Lektüre unmittelbar gefällt. Dass es der Deutschunterricht mit den Lektüren ist, der Schülern das Lesen vergällt, halte ich ohnehin für ein Gerücht. Wenn man die Schülerinnen auswählen lässt, und ein Vorschlag wird dann genommen, und dann gefällt es der Klasse nicht – das stelle ich mir schon schwieriger vor. Aber vermutlich reicht es da, wenn der Lehrer sagt, dass ihm das Buch nicht gefallen hat, um alle Schüler das Buch plötzlich viel positiver zu sehen.

Normalerweise lasse ich über Lektüren abstimmen, je nach Alter und Thema, mache aber von vornherein klar, dass ich ein Vetorecht behalte beziehungsweise nicht alle Bücher zur Abstimmung zulasse. Wenn es um andere Epochen als um die letzten fünfzig Jahre geht, haben die Schülerinnen und Schüler meist ohnehin keine besondere Meinung. Aber in meiner anderen aktuellen 9. Klasse haben wir schon die zwei Pflichtlektüren gelesen, und eine dritte Lektüre wollten sich die Schüler und Schülerinnen selber aussuchen, also stellten Freiwillige ihre Kandidaten vor, und die Klasse stimmte ab, und mehrheitlich entschied man sich für Isabel Abedi, Whisper. Nominiert für den Deutschen Jugendliteraturpreis 2006.

Titebild Abedi, Whisper

Whisper ist ein modernes Jugendbuch mit Mädchen als Zielgruppe; nicht mein liebstes Genre. Aber okay, nachdem weder die Schachnovelle noch Der Richter und sein Henker irgendwelche nennenswerten Frauenrollen hatten, ist es nur fair, etwas mit Frauen zu lesen. Ich fand das Buch uninteressant, aber es war ergiebig, mal ein schlechtes Mädchenbuch zu lesen und nicht nur die vielen, vielen schlechten Jungenbücher meiner eigenen Jugend. Ich sah die nie als Jungengeschichten, das war einfach ganz normale Science Fiction und Fantasy – aber es ergab sich halt doch immer, dass der Erdenmann auf einem fremden Planeten die Prinzessin aus ihren Schwierigkeiten rettet und am Schluss innig küsst und widergeküsst wird. Whisper enthält andere Klischees, aber es bleiben Klischees.

Was tun mit einer Lektüre? Vom Arena-Verlag gibt es eine Pdf-Datei mit Vorschlägen für die Klassen 7 bis 9, Arbeitsblätter mit Lösungen oder Lösungsvorschlägen. Es gibt einen kurzen didaktischen Kommentar zu den Arbeitsblättern, aber die Aufgaben überzeugen mich nicht – Fotolovestory, Wörtersuchquiz; bei vielem erkenne ich nicht genug Lernziel. Eine Aufgabe heißt “Recherche”:

Die Frage, ob es Geister gibt oder nicht, kann nur schwer beantwortet werden. Die Menschen, die sich mit dieser Frage beschäftigen, sind sich uneinig über dieses Thema. Recherchiere im Internet und in Büchern und bilde dir selbst eine Meinung. Du sollst das, was du sagst, begründen können und auch angeben, wo du dich informiert hast. Informiere dich auch über das Geisterspiel, das Noa und David durch Gilbert kennen gelernt
haben. Es nennt sich Gläserrücken. Was denkst du darüber?

Oh my. Ja, mit der Geisterfrage werden wir uns beschäftigen, aber doch nicht so, als könnte man das demokratisch und durch Diskussion lösen, und als stünden im Internet nicht lauter Sachen, die nicht stimmen. Also gute: Fake news; Leonhard Euler und die Frage, woher wir wissen, was wahr ist; allgemeine Wahrheiten; Experiment und Hypothesenüberprüfung; Ockhams Rasiermesser; Liste kognitiver Täuschungen – Stoff für die nächste Stunde.

Ansonsten habe ich meine eigenen Arbeitsaufträge erstellt und den Schülerinnen und Schülern ausgeteilt:

  1. Personen
    Erstelle eine Liste oder ein Diagramm aller wichtigen Personen, aus denen die Verhältnisse zueinander hervorgehen.
  2. Parallelen
    Die Geschehnisse von 2005 und von 1975 haben mehrere Parallelen. Finde zwei oder drei davon.
  3. Rätselfragen
    Um Spannung zu erzeugen, werden den Lesern (und den Hauptpersonen) immer wieder kleinere Rätsel oder offene Fragen präsentiert. Mache eine Liste von fünf solchen Rätseln, notiere dabei jeweils die Seite, wo sich die aufmerksame Leserin zum ersten Mal die Frage stellt, und die Seite, auf der es eine Antwort gibt.
  4. Intertextualität
    Texte beziehen sich immer auf andere Texte, bewusst oder unbewusst. Finde vier Beispiele, jeweils mit Seitenangabe, von anderen Texten (Filme, Bücher, Lieder usw.), die in Whisper bewusst referenziert werden.
  5. Klischees
    Es gibt nicht nur die bewusste Referenz, sondern auch das mehr oder weniger unbewusste Übernehmen von Elementen, die man aus anderen Geschichten kennt. Das kann im besten Fall eine originelle Variation eines solchen Bausteins sein, oft ist es aber auch ein Klischee. Finde acht solcher Klischees – Standardsituationen, die man aus anderen Geschichten kennt.
  6. Sprache
    Finde drei Stellen, die sprachlich besonders interessant sind – entweder, weil sie besonders gut oder besonders schlecht sind. (Mir selber sind zum Beispiel viele Hyperbeln aufgefallen.) Denk and die Seitenzahlen!
  7. Bonusaufgabe: Überflüssiges
    Gibt es Elemente, die man hätte weglassen können aus dem Buch, um es vielleicht etwas zu kürzen oder zu vereinfachen? Wenn ja, erkläre und begründe deine Entscheidung.
  8. Bonusaufgabe: Eigener Schwerpunkt
    Hast du eine eigene Frage an das Buch, etwas, das du untersuchen möchtest? Dann mache das.
  9. Noch ein Buch
    Folgende Situation sei gegeben: Das Buch ist ein Erfolg, der Verlag bestellt bei einem Autor oder einer Autorin ein ähnliches, das an die gleiche Zielgruppe verkauft werden soll.
    a) Schreibe eine kurze Inhaltsangabe dieses anderen Buches, sozusagen als Verkaufsvorschlag der Autorin, damit sich der Verlag dafür entscheidet. Schau dir als Beispiel für eine solche Verlags-Inhaltsangabe den inneren Klappentext von Whisper an.
    b) Ergänze eine Art Checkliste von inhaltlichen Punkten, die laut Verlag vorhanden sein müssen, um ein ähnliches Buch erzeugen zu können.
    (Die Reihenfolge der beiden Teilaufgaben ist beliebig.)
  10. Erzählperspektive
    Hierzu gibt es viel zu untersuchen, aber dafür braucht es ein eigenes Arbeitsblatt und eine Präsentation, später einmal.

Über die Intertextualität – darunter Die Brüder Löwenherz, Eichendorffs Mondnacht (mit Fehler im ersten Vers, der das Metrum stört; kann man zum Wiederholen nutzen) – kommt man zu den Klischees. Stille im Saloon, Das Missverständnis (Es war doch nur seine Schwester), Schatten am Fenster, Finstere Mühle, Unverständliche Weissagung der Alten, Blitz und Donner beim Geisterspiel. Dann die Sprache – ein Schüler hatte das Buch als Ebook dabei, da fällt es besonders leicht, den Text nach “unendlich” zu durchsuchen – Hyperbeln gehören sehr zum Genre. “Unendlich viel Zärtlichkeit, unendlich viel Schmerz, unendlich Trauriges.” Thomas Mann schreibt in “Tonio Kröger” auch einmal von einem “unendlich sympathische[m] Gesicht”, aber ansonsten ist die Liebe Krögers “gut und fruchtbar. Sehnsucht ist darin und schwermütiger Neid und ein klein wenig Verachtung und eine ganze keusche Seligkeit.” Schon etwas differenzierter.

Das mit der Erzählperspektive ist mir wichtig, erfordert aber noch Vorarbeit. Fast alles ist personal aus der Perspektive der Heldin verfasst, aber dreimal gibt es Varianten von “little did she know”, und einige Male wird die Natur mit Fachausdrücken geschildert (“Mädesüß, Hornklee, Wiesenschaumkraut”), die ich mir bei der Heldin nicht vorstellen kann, die also von einer anderen Instanz kommen müssen.

Abistreich 2017

Gestern wieder Abistreich. Das Übliche, glimpflich Das Abimotto ist “Vom Stein zum Weisen”, und gespielt wurde Quidditch, die vier Häuser gegeneinander – die Lehrer waren Syltherin, die Utnerstufe Hufflepuff, wenn ich mich richtig erinnere. Quidditch: Mit Hockeschlägern als Besen zwischen den Beinen, und sonst handballartig. Ich hab mich ein bisschen dazugelegt und zugeschaut, obwohl mich Sport nicht interessiert. Es gab wenig Zuschauer, der Rest verlief sich; für die meisten Schülerinnen und Schüler ist das einfach ein halber Tag unterrichtsfrei mit Anwesenheitspflicht.

Eine sehr gute Idee gab es allerdings: Ein Flur war voller Papiermüll. Und zwar voll der Arbeitsblätter und Hefteinträge der letzten Jahre, Papierfetzen über Fetzen. Das ist bei einer Jahrgangstufe eine Menge Papier. Der Gang war voll. Das hätte man als Kunstwerk fast stehen lassen sollen. Und es macht natürlich nachdenklich: Wieviel Papier wir als Lehrer austeilen. Und ob das wirklich nötig ist. Und wieviel das den Schülerinnen und Schülern wert ist. Und wieviel es wirklich wert ist, falls überhaupt.

(Die Unterlagen aus meinen Abifächern – zumindest Deutsch, Englisch, Mathematik, vielleicht auch Religion – habe ich größtenteils noch. Schöne Zeit- und persönliche Dokumente. Viel saubere Mitschrift, und wohl weniger Arbeitsblätter als heute. Auch aus der Grundschule habe ich noch meine Aufsätze, und manche Blätter aus der 11. Klasse haben zu Blogeinträgen und Weiterem geführt.)

Wochenende; Beziehungen; Löffelpusten

Am Samstag bin ich von Ismaning nach Freising gewandert, 25 Kilometer, immer an der Isar entlang. Schönes Wetter, aber die Strecke war mir etwas zu wenig abwechslungsreich. Am Sonntag dann ordentliche Generalversammlung des Kartoffelkombinats. Dazwischen Aufsätze korrigieren.

– Ich bin jetzt knapp fünfundzwanzig Jahre mit Frau Rau zusammen. Wer sie kennt, weiß, dass sie manchmal etwas schwierig sein kann; sie wäre die erste, die das zugibt. Ich bin nicht sehr schwierig, aber ich habe auch meine Marotten. Zum Beispiel wenn es ums Reisen geht. Reisen macht mich nervös; das war nicht immer so, ist aber seit fünfzehn Jahren mehr und mehr der Fall. (Tät mich schon mal interessieren, wie das kam.) Ich mache mich gerne sehr rechtzeitig auf den Weg zu Flughafen oder auch nur Bahnhof. Man weiß ja nie: Stau, Unfall, kaputte Fahrkartenautomaten, was da alles passieren kann! Frau Rau geht inzwischen einfach früh mit mir los. Eine Stunde bei Inlandszügen. (Na ja, fast.)

Anscheinend puste ich auch falsch, wenn ich einen Löffel heißer Suppe abkühlen möchte. Das habe ich erst neulich zufällig erfahren, weil Frau Rau und ich uns unsere kleinen Marotten lassen. Und Suppenlöffelpusten… Benimmfibeln nach macht man das eh nicht. Aber wenn man das schon macht, dann pustet man anscheinend direkt auf den Löffel, während ich über den Löffel hinwegpuste, und darüber amüsiert sich Frau Rau, womöglich schon seit Jahren.

Wir versteigen uns in solchen Fällen gerne mal zu möglichst überzeugend klingenden Begründungen. Frau Rau kommt mit Verdunstungskälte, worüber ich dann – ha! – lache und mit Windchill-Faktor kontere. Das Internet ist merkwürdig still, was das korrekte Blasen auf Löffel betrifft. Es gibt etliche Quellen dazu, warum das mit dem Pusten funktioniert (die Etikette-Quellen dazu schenke ich mir):

Aber über die korrekte Art des Pustens wird kein Wort verloren, also das mittige Pusten und kurzfristige Teilen des roten Meers an Tomatensuppe im Gegensatz zum eleganteren Darüberpfeifen, ohne Spritzgefahr und mit mehr Wirbeln (stelle ich mir vor).

Schullektüre 2017 (1) Die Brautprinzessin

Titelbild Brautprinzessin

In der einen neunten Klasse lesen wir als Lektüre William Goldman, Die Brautprinzessin – ein Schülervorschlag, und Sieger bei der Abstimmung. Selber habe ich das Buch seit sicher mehr als zwanzig Jahren nicht mehr gelesen, damals war es toll; beim Wiederlesen jetzt war ich etwas enttäuscht – aber das lag vielleicht an der Übersetzung, die mir an etlichen Stellen unangenehm auffiel. Aber vielleicht bin ich zu empfindlich, bei Filmen allerdings stören mich Synchronfassungen kaum.

Bei Schullektüren geht es nicht hauptsächlich darum, ob einem das Buch gefällt, sondern was man damit anfangen kann im Unterricht. Erzählperspektive anschauen, Figurenkonstellation, sprachliche Bilder, Symbolik? Oder, notfalls, so etwas Vages wie: Aufbau. Noch ist mir zur Brautprinzessin nicht gar so viel eingefallen, aber das kommt vielleicht noch.

Titelbild Brautprinzessin

Wer es nicht weiß: Zum Buch gehört ein langes Vorwort, in dem der Autor und Drehbuchautor William Goldman etwas zur Entstehungsgeschichte des vorliegenden Buchs erzählt, einer bearbeiteten Fassung des Originals von S. Morgenstern. Goldmans Vater, ein Immigrant, hatte es ihm in seiner Kindheit vorgelesen, dabei aber – ohne Wissen Goldmans – die langweiligen Passagen übersprungen. Als Erwachsener bearbeitet Goldman nun das Original und legt eine Fassung vor, die nur die spannenden Teile enthält: Fecht- und Faustkampf, Rache, wahre Liebe, Verrat, Piraten, Prinzen, Prinzessinnen, Flucht und Triumph. – Das alles ist natürlich erfunden, ebenso wie die Hälfte der biographischen Details. Aber das gibt Goldman eine schöne Gelegenheit, immer wieder als vorgeblicher Bearbeiter teils umfangreiche Kommentare einzustreuen – farblich abgesetzt. Sehr auktorial!

(Genau diese Kommentare sind für mich ein besonderer Genuss am Buch, während meine Schülerinnen und Schüler sie ganz im Gegensatz als irritierend und störend empfanden. Mal sehen, ob ich ihnen meinen Genuss daran noch vermitteln kann.)

Ich nehme den Anfang der Haupterzählung auch gerne als Beispiel für auktoriales Erzählen:

In dem Jahr, als Butterblume geboren wurde, war die schönste Frau der Welt ein französisches Küchenmädchen namens Annette. Annette arbeitete in Paris für den Herzog und die Herzogin von Guiche, und es entging der Aufmerksamkeit des Herzogs nicht, dass jemand Außergewöhnliches ihnen die Zinnteller putzte. Die Aufmerksamkeit des Herzogs wiederum entging nicht der Aufmerksamkeit der Herzogin, die weder sehr schön noch sehr reich, aber enorm gescheit war. Die Herzogin machte sich daran, Annette zu studieren, und schnell fand sie die tragische Schwäche ihrer Gegnerin heraus.

Auktorial ist, wenn man das schlecht verfilmen kann, und wenn die Stimme des Erzählers mehr oder weniger deutlich kommentierend und Stellung beziehend erkennbar ist. Ohne Erzählerstimme aus dem Off lässt sich der Anfang der Brautprinzessin kaum verfilmen.

Als Gegenbeispiel präsentiere ich den Klassen gerne diese Stelle aus der Odyssee, nicht auktorial und fast nicht allwissend, und leicht zu verfilmen:

Jetzo entblößte sich von den Lumpen der weise Odysseus,
Sprang auf die hohe Schwell’, und hielt in den Händen den Bogen
Samt dem gefüllten Köcher; er goss die gefiederten Pfeile
Hin vor sich auf die Erd’, und sprach zu der Freier Versammlung:
Diesen furchtbaren Kampf, ihr Freier, hab’ ich vollendet!
Jetzo wähl’ ich ein Ziel, das noch kein Schütze getroffen,
Ob ich’s treffen kann, und Apollon mir Ehre verleihet.
Sprach’s, und Antinoos traf er mit bitterm Todesgeschosse.
Dieser wollte vom Tisch das zweigehenkelte schöne
Goldne Geschirr aufheben, und fasst’ es schon mit den Händen,
Dass er tränke des Weins; allein von seiner Ermordung
Ahnet’ ihm nichts: und wer in der schmausenden Männer Gesellschaft
Hätte geglaubt, dass einer, und wenn er der Tapferste wäre,
Unter so vielen es wagte, ihm Mord und Tod zu bereiten!
Aber Odysseus traf mit dem Pfeil ihn grad’ in die Gurgel,
Dass im zarten Genick die Spitze wieder hervordrang.
Und er sank zur Seite hinab; der Becher voll Weines
Stürzte dahin aus der Hand des Erschossenen; und aus der Nase
Sprang ihm ein Strahl dickströmendes Bluts. Er wälzte sich zuckend,
Stieß mit dem Fuß an den Tisch, und die Speisen fielen zur Erde;
Brot und gebratenes Fleisch ward blutig.

Ich finde ja, dass Romane auktorial beginnen sollten: “It was the best of times, it was the worst of times, it was the age of wisdom, it was the age of foolishness, it was the epoch of belief, it was the epoch of incredulity, it was the season of Light, it was the season of Darkness, it was the spring of hope, it was the winter of despair […].” Oder von mir aus auch nur: “It is a truth universally acknowledged, that a single man in possession of a good fortune must be in want of a wife.” Alles andere ist Kurzgeschichtenanfang. Aber die meisten Romane der letzten hundert Jahre sehen leider anders aus.

– Im Mediävistik habe ich Tropen und Topoi kennengelernt. Ein Topos ist ein Erzählbaustein, der in verschiedenen Formen immer wieder auftaucht, seit der Antike etwa der locus amoenus – ein idyllischer, friedlicher, schöner Ort, oft einer, an dem sich das Liebespaar der Geschichte trifft. Auf Englisch heißt so ein Topos populärsprachlich inzwischen oft “trope”, das ist vielleicht ein wenig verwirrend.

Gerade Genre- und Unterhaltungsliteratur, aber nicht nur die die, ist voll solcher Figuren. Ich habe davon einige – seriöse und weniger seriöse – bei tvtropes.org geklaut und für die Schülerinnen und Schüler übersetzt; sie sollten dann Beispiele aus der Brautprinzessin (1 Punkt) und aus anderen Werken – Film, Fernsehserie, Comic, Buch – dafür finden (2 Punkte). Das Team, das als erstes 50 Punkte zusammen hat, meldet sich. Technisch würde man nicht alles als Topos bezeichnen, aber sei’s drum.


Rahmenhandlung
Die Hauptgeschichte ist eingebettet in eine andere Geschichte. Der Rahmen kann nur am Ende oder nur am Schluss oder an beiden Enden auftauchen, oder auch zwischendurch; er kann mehr oder weniger mit der Binnenerzählung zu tun haben.

Höfliche Bösheit
Der Schurke ist ein besonders höflicher und scheinbar freundlicher Mensch. (Allein schon das Konzept „Schurke“ ist ein Topos.)

Der trinksüchtige Held
Ein Held hat ein Laster, häufig Alkohol, gegen das er ankämpft. Gibt es häufig auch im Western.

Anachronismus-Eintopf
Ein Anachronismus liegt dann vor, wenn in einem Werk, das zu einer bestimmten Zeit spielt, etwas erscheint, das erst in einer späteren Zeit erfunden oder bekannt wird. Kann Absicht oder Zufall sein.

Böser Aristokrat
Aristokraten sind böse, einfaches Volk ist gut.

Kampf der Gewitztheit
Held und Schurke messen ihren Verstand.

Der große Kuss
Ein Kuss, auf den der Leser oder die Leserin lange gewarttet haben.

Groß, dünn und klein: Das Trio
Ein Held ist besonders groß, einer besonders dünn, einer klein.

Held mit Schlagwort
Ein Held oder eine Heldin hat einen Ausdruck, den er oder sie immer wieder verwendet.

Prinzessin in Gefahr
Eine Heldin (weiblich), nicht unbedingt eine Prinzessin, ist in Gefahr und muss von einem Helden (männlich) gerettet werden.

Der Drache
Der Oberschurke hat oft einen besonders starken oder mächtigen Gehilfen oder Mitschurken, der erst überwunden werden muss, bevor man zum Oberschurken vordringt.

Albinos sind böse
Selbsterklärend.

Der sanfte Riese
Eine besondes starke, aber auch besonders sanftmütige Figur.

Die Eiskönigin
Eine abweisende Frau, die dann doch auftaut (und sich etwa in den Helden verliebt).

Der Literaturagent
Der echte Autor eines Werks tut so, als wäre er nur der Herausgeber, Bearbeitet, oder literarischer Agent eines erfundenen Autors.

Harmlose Piraten
Piraten, tatsächlich sehr blutrünstige Gestalten, werden als recht harmlos dargestellt.

Attribute sind cool
Eigennamen von Personen, Orten oder Gegenschaften mit einem Attribut (meist: Adjektiv oder Genitiv-Attribut) im Namen.

Der unzuverlässige Erzähler
Ein Erzähler, bei dem man nicht sicher sein kann, dass er stets die wahrheit sagt. Immer ein Ich-Erzähler.


Bestimmt muss man einige dieser tropes problematisieren, etwa die Eiskönigin und die Prinzessin in Gefahr. Und auch Albinos sind nicht böser als andere.
Nach ein wenig Zögern am Anfang fanden die Schülerinnen und Schüler dann doch reichlich Beispiele und hatten Lust am Suchen. Ein Team heimste besonders viele Punkte bei den großen Küssen ein (Vampirgeschichten und so). Viele Beispiele stammten aus Barbie-Filmen, die ich alle nicht kenne. Am schwierigsten war der unzuverlässige Erzähler, da kam nur ein Ergebnis bisher.

Wege zur Hochschulreife, Prüfungsanforderungen I‑II-III

Stichwörter: Abitur, externe Bewerber, Begabtenabitur, Einheitliche Prüfungsanforderungen Abitur, mündliche Prüfungen

In Bayern gibt es viele Wege zur Hochschule. Die allgemeine Hochschulreife kriegt man mit dem Abschluss des Gymnasiums oder der Beruflichen Oberschule; die fachgebundene mit der Fachoberschule. Einen allgemeinen Hochschulzugang erhält man – nach einem Beratungsgespräch – auch als Handwerksmeister oder Absolvent einer Fachakademie oder Fachschule. Einen fachgebundenen Hochschulzugang gewährt eine Hochschule auch jemandem mit Berufsausbildung und Berufspraxis, nach einem Beratungsgespräch und einem bestandenen Prüfungsverfahren, das in der Hand der Hochschule liegt (Link zu KuMi).

Man kann die allgemeine Hochschulreife auch über das Begabtenabitur erreichen: Dazu braucht man eine abgeschlossene Berufsausbildung und im Anschluss daran eine mindestens fünfjährige Berufstätigkeit, außerdem muss man mindestens 25 Jahre alt sein. Das machen nicht viele, glaube ich – gedacht ist was für Menschen, die besonders begabt sind, aber halt durch die Schullaufbahnentscheidungen kein Abitur erworben haben. (Details hier beim Kultusministerium.) Das Begabtenabitur wird im Kultusministerium abgelegt, es gibt drei schriftliche Prüfungen (Deutsch; Mathematik oder Fremdsprache; wissenschaftliches Fachgebiet) und vier mündliche (noch einmal das wissenschaftliche Fachgebiet; Mathematik oder Fremdsprache, je nach Wahl der schriftlichen Prüfung; Geschichte; ein gesellschaftswissenschaftliches oder ein naturwissenschaftliches Fach). Die schriftlichen Prüfungen sind 5 Stunden (wissenschaftliches Gebiet, Deutsch) oder 3 Stunden lang (Fremdsprache), die mündlichen jeweils 30 Minuten. Ich habe leider nicht herausgefunden, was alles als “wissenschaftliches Fachgebiet” zählt, also ob damit auch Geisteswissenschaften gemeint sind, oder ob sich das mit Bio/Physik/Chemie doppeln darf – das wären ja dann drei Prüfungen zu einem Gebiet, das kann ich mir nicht vorstellen.

Ich weiß von dieser Begabtenprüfungen, weil ich während meiner Unizeit daran beteiligt war, im Rahmen des gewählten Fachgebiets Informatik. Die schriftliche Prüfung dazu entspricht “Leistungskursniveau” – die Regelungen dazu stammen aus Zeiten, als es noch Leistungskurse gab, und die Prüfung dauert ja auch 5 Stunden statt 3 wie im Informatikabitur am Gymnasium. Na ja, nimmt man halt noch die Datenbanken dazu. Tatsächlich unterscheiden die von der Kultusministekonferenz beschlossenen Einheitlichen Prüfungsanforderungen auch für das Fach Informatik (1989/2004) zwischen Grund- und Leistungskursniveau:

[Der Schwerpunkt ist bei] den Grundkursen die Vermittlung einer wissenschaftspropädeutisch orientierten Grundbildung, den Leistungskursen die systematische, vertiefte und reflektierte wissenschaftspropädeutische Arbeit. […]

Grundkurse führen in grundlegende Sachverhalte, Probleme, Zusammenhänge, Strukturen und Fragestellungen des Faches ein. In ihnen werden wesentliche Arbeitsmethoden und grundlegenden Zusammenhänge erarbeitet. Schülerinnen und Schüler können wesentliche informatische Arbeitsmethoden nutzen und fachübergreifende bzw. fächerverbindende Zusammenhänge exemplarisch erkennen.

Leistungskurse befassen sich methodisch ausgewiesener und systematischer als die Grundkurse mit wesentlichen, die Breite, die Komplexität und den Aspektreichtum des Faches Informatik verdeutlichenden Inhalten, Theorien und Modellen. Sie orientieren sich stärker an der Systematik der Fachwissenschaft, sind auf sichere und selbstständige Anwendung informatischer Methoden und ihre Übertragung und theoretische Reflektion gerichtet. Die Schülerinnen und Schüler lernen im Leistungskursfach fachübergreifende bzw. fächerverbindende
Zusammenhänge zu erkennen.

An der Uni hielten wir – vor allem mein Kollege – Kontakt zu den Kandidaten für die Informatik-Prüfungen und haben sie beraten.

– Häufiger als die Begabtenprüfung dürfte die Teilnahme als Andere Bewerberinnen und Bewerber an Gymnasien sein, obwohl ich keinerlei Zahlen darüber habe. Es braucht keine besonderen Bedingungen, um als externer Bewerber das Abitur abzulegen – im Referendariat habe ich gelernt, dass man nicht automatisch das Recht dazu hat, sondern glaubhaft machen muss, dass man sich ernsthaft vorbereitet hat. Das gilt wohl nicht mehr. (Immer noch gilt, dass man so oder so maximal zwei Versuche hat, das Abitur abzulegen.)

Als anderer Bewerber hat man acht Prüfungen, vier schriftliche und vier mündliche. Die schriftlichen sind die drei regulären schriftlichen Abiturprüfen, also Deutsch, Mathematik und ein weiteres Fach; dazu kommt eine von der Schule erstellte Prüfung. Die mündlichen sind dann die restlichen Fächer – insgesamt müssen Deutsch, Mathematik, zwei Fremdsprachen, Geschichte, eine Naturwissenschaft dabei sein, und ein paar Details beachtet werden (KuMi-Seite dazu). Die mündlichen Prüfungen dauern 30 Minuten, der Inhalt sind Grundkenntnisse und – schau an, das wusste ich nicht – nur die letzten beiden Kurshalbjahre.

Ich hatte bisher nie mündliche Prüfungen bei anderen Bewerbern, nur schriftliche – und mündliche Zusatzprüfungen. Die sind etwas ganz Besonderes; es gibt sie auch für reguläre Abiturteilnehmer: Man kann in den schriftlichen Fächern eine mündliche Zusatzprüfung machen, 20 Minuten, mit 20 Minuten Vorbereitung, die dann mit den vorliegenden schriftlichen Noten “im Verhältnis 2:1 gewertet” wird. Der Stoff ist identisch zu den bereits abgelegten schriftlichen Prüfungen, allerdings kann man ein Semester ausschließen und ein Schwerpunktsemester wählen.

Die Rolle dieser Prüfungen ist in manchen Kreisen… umstritten. Man kann an ihnen teilnehmen in der Hoffnung, die Abiturgesamtnote in der Nachkommastelle etwas zu erhöhen. Das sind die wenigsten. Die meisten müssen an den Prüfungen teilnehmen, weil sie sonst nicht auf die Mindestpunktzahl im Abitur kommen. Gedacht war das vermutlich als Notlösung, aber inzwischen scheint das von vielen Schülerinnen und Schülern von vornherein einkalkuiert zu werden – deshalb auch das große Drunterunddrüber bei dem diesjährigen Abiturtermin: Die Korrekturzeit für die Lehrer wurde plötzlich verkürzt, damit die Ergebnisse vor den Pfingstferien bekannt gegeben werden können, damit die Schülerinnen und Schüler mehr Zeit haben, sich auf die eventuellen Zusatzprüfungen nach den Ferien vorzubereiten. Wir erinnern uns, das ist der gleiche Stoff wie bei der bisherigen Prüfung. Auslöser dieser kurzfristigen Änderung war laut Kultusministerium nicht die von Schülerinnen und Schülern vorbereitete Petition zur Vorverlegung des Termins.

An meiner Schule gibt es wohl weniger mündliche Zusatzprüfungen als an anderen, offizielle Zahlen dazu kenne ich keine. (Dabei wäre das mal interessant.) Trotzdem sind das jedes Jahr einige zusätzliche Nachmittage. Das mit dem G8 eingeführte Prinzip, in der Oberstufe die – traditionell immer besseren – mündlichen Leistung gleich zu gewichten wie die schriftlichen, führt dazu, dass es bei den rein schriftlichen Abiturprüfungen enttäuschende Ergebnisse gibt, die durch die Zusatzprüfungen nie ganz ausgeglichen werden können.

– Zurück zu den anderen Bewerbern: Ich weiß nicht, wie diese sich auf die Prüfungen vorbereiten. Zum Teil gibt es wohl Institute dafür, aber ich weiß nicht, in welchem Umfang diese besucht werden. Ich habe mal nach Online-Aussagen zu den Prüfungen gesucht und in diesem Foren-Thread gefunden:

Das Gymnasium, an dem ich die Prüfungen geschrieben habe, meinte, dass zuletzt vor einigen [Jahren?] der letzte bestanden hätte. Auch die Durchfallquote sei hoch. Jedoch kann ich dir Entwarnung geben. So schwer ist es auch wieder nicht, wenn man weiß was man tut.

Der Autor oder die Autorin des Beitrags klingt insgesamt recht vernünftig, schreibt aber auch:

Ich habe ungefähr 2 Wochen vor Prüfungsbeginn mit dem Lernen begonnen(Mathe ungefähr 3 Wochen davor). Die mündlichen Fächer sind ziemlich billig.

Ich vermute mal, dass es sich dabei um eine große, große, große Ausnahme handelt. Ich zitiere: “Auch die Durchfallquote sei hoch.” Offizielle Zahlen dazu kenne ich keine, und aus meiner Schule darf ich nicht berichten, aber das kann schon stimmen. Ich weiß nicht, wie die anderen Bewerber und Bewerberinnen sich tatsächlich vorbereiten; nicht alle scheinen zu wissen, was sie erwartet; Kontakt zwischen Instituten und der Schule gibt es wenig. Ich habe gehört, die Zahl der anderen Bewerber steigt jedes Jahr, auch hier wüsste ich gerne offizielle Zahlen.

Exkurs: Einheitliche Prüfungsanforderungen, Bildungsstandards, Anforderungsbereiche

Es gibt von der Kultuministerkonferenz beschlossene Einheitliche Prüfungsanforderungen für das Abitur mit ursprünglich fachspezifisch unterschiedlichen Anforderungsbereichen.

In Informatik entspricht EPA I in etwa reiner Reproduktion: die Wiedergabe von Bekanntem; auch die Verwendung geübter Techniken in einem wiederholenden Zusammenhang. EPA II entspricht spezifischem Transfer: die selbstständige Übertragung von Gelerntem auf vergleichbare neue Situationen. EPA III entspricht für mich dem nichtspezifischen Transfer: die bewusste und selbstständige Auswahl und Anpassung geeigneter gelernter Methoden und Verfahren in neuartigen Situationen. Im schriftlichen Abitur sollen ein Großteil der Aufgaben EPA II sein, daneben auch EPA I und III (wobei ersteres überwiegt). Für mündliche Prüfungen habe ich nur gefunden, dass “unter Beachtung der Anforderungsbereiche” grundsätzlich jede Note erreichbar sein muss.

Für einige Fächer, darunter Deutsch, Englisch und Mathematik, gibt es seit 2012 Bildungsstandards für die allgemeine Hochschulreife, die die älteren Einheitlichen Prüfungsanforderungen von 2002 ablösen. Dort sind für alle Fächer die Anforderungsbereiche so definiert:

Anforderungsbereich I umfasst das Wiedergeben von Sachverhalten und Kenntnissen im gelernten Zusammenhang, die Verständnissicherung sowie das Anwenden und Beschreiben geübter Arbeitstechniken und Verfahren.

Anforderungsbereich II umfasst das selbstständige Auswählen, Anordnen, Verarbeiten, Erklären und Darstellen bekannter Sachverhalte unter vorgegebenen Gesichtspunkten in einem durch Übung bekannten Zusammenhang und das selbstständige Übertragen und Anwenden des Gelernten auf vergleichbare neue Zusammenhänge und Sachverhalte.

Anforderungsbereich III umfasst das Verarbeiten komplexer Sachverhalte mit dem Ziel, zu selbstständigen Lösungen, Gestaltungen oder Deutungen, Folgerungen, Verallgemeinerungen, Begründungen und Wertungen zu gelangen. Dabei wählen die Schülerinnen und Schüler selbstständig geeignete Arbeitstechniken und Verfahren zur Bewältigung der Aufgabe, wenden sie auf eine neue Problemstellung an und reflektieren das eigene Vorgehen.

Bei Abiturprüfungen ist der Schwerpunkt II, daneben I und III (bei Grund- und Leistungskursniveau unterschiedlich gewichtet). Was genau bei Deutsch und Englisch welchem Anforderungsbereich entspricht, ist in den Bildungsstandards nicht wirklich erklärt; eine Operatorenliste wird bewusst vermieden (was ich auch für sinnvoll halte), es gibt allerdings viele Beispielaufgaben mit Erklärungen, welchem Anforderungsbereich sie zuzuordnen sind. In den Lösungshinweisen zum bayerischen Abitur taucht weder bei Informatik noch Englisch das Wort “Anforderungsbereich” auf, lediglich bei Deutsch steht ohne weitere Details etwas wie: “Beide Teilaufgaben erfordern vornehmlich Fähigkeiten aus den Anforderungsbereichen II und III.” Zusätzlich gibt es bei Deutsch ausführliche Beschreibungen für gute und ausreichende Leistungen; in den anderen Fächern gibt es das nicht, da in diesen ja einfach Punkte zusammengezählt werden.

In meinen Informatikklausuren notiere ich mir seit kurzer Zeit übrigens, welche Aufgaben EPA I, II und III sind, und bemühe mich, das Verhältnis dabei wie beim Abitur zu haben.

Frau Rau fragt, warum ich gerade nicht blogge

Schüler in Schul-Theatron

Midlife Crisis? Vielleicht ein bisschen. Aber eher ist es die Arbeit: In den zwei Wochen vor den Pfingstferien war ein Großteil des Abiturs, und ich war Zweitprüfer in Deutsch (schriftlich) und Zweitprüfer in Englisch (mündlich), das waren allein vier Nachmittage an mündlichen Prüfungen. Den Unterricht habe ich da schon so ordentlich absolviert, aber nichts gemacht, auf das ich besonders stolz wäre.

Nett war allerdings die 9. Klasse Deutsch, die gerade eine Schulaufgabe geschrieben hatte und bei denen die Lektürearbeit erst nach den Pfingstferien beginnen würde. Also waren ein paar Stunden zu überbrücken; und das Wetter war schön, die Schülerinnen und Schüler quengelten schon, ob sie mal rauskönnten. Also teilte ich zwei Seiten Romeo und Julia aus, vor allem die Anfangsszene, besprach ein bisschen dazu, und schickte dann alle in zwei Gruppen nach draußen – sie sollten die Eingangsszene einstudieren, mit ein paar Requisiten, und Bewegung, und Positionierung. das ging nach dann die nächste Doppeltunde so weiter, und danach war dann Aufführung: So konnte ich ein bisschen Pause machten, die Schülerinnen und Schüler durften raus und etwas machen, das ihnen Spaß machte, und gelernt haben sie hoffentlich auch etwas.

Die zwei Gruppen habe ich gefilmt, das kriegen sie dann nach den Ferien zu sehen. So sah das ungefähr aus:

Schüler in Schul-Theatron

Requisiten (Schilder, Besen) hatten beide, aber eine Gruppe war deutlich besser als die andere, was Bewegung betrifft. Während Gruppe A oft nur auf der Spielfläche stand, nutzte Gruppe B den Raum aus: die zwei Spaziergänger am Anfang gingen von außen die Stufen in die Mitte des Theatrons hinunter, und allein das erzeugte schon Spannung.

– Während dieser Prüfungsphase blieben andere Sachen liegen, und so verbringe ich die Pfingstferien mit einem Übungsaufsatz, einer Deutschschulaufgabe und einer Informatikklausur. Und das kostet Energie – ich komme zum Kochen und Lesen, zu Familie und Zahnarzt und Uni, aber für Bloggen ist gerade keine Energie da. Da brauche ich den Kopf frei.