Computer: Kurze Umfrage in der Unterstufe

By | 23.7.2017

Diagramm zu Computer-Affinität

In Zukunft möchte ich das am Anfang und am Ende jeden Jahres machen: Wie fit fühlen sich die Schülerinnen und Schüler im Umgang mit dem Computer; wie fit wollen sie sich eigentlich damit fühlen?

Rot sind die Jungen, schwarz die Mädchen, übrigens. Nicht alle SuS waren da; inbesondere zwei sehr computeraffine Schülerinnen fehlten. Wer’s nicht lesen kann: Die horizontale Achse gibt an, wie gut man mit dem Computer ist, die vertikale, wie viel einem überhaupt daran liegt. Es fällt auf, dass die Jungs im Quadranten recht oben sind, die Mädchen nicht. Kümmern müssen wir uns vor allem um die Mädchen im Quadranten links oben, die würden nämlich gerne mehr können.

Dass sich Jungen zumindest in Mathematik über- und Mädchen unterschätzen, da gibt es Studien; für Informatik mag das ähnlich gelten.

6 thoughts on “Computer: Kurze Umfrage in der Unterstufe

  1. Hauptschulblues

    Sehr interessant.
    Ich habe nie eine Befragung durchgeführt, weiß aber noch, dass die Mädchen lieber programmieren und Excel-Dateien erstellen wollten, während die Jungs viel lieber mit Bausteinen sofort kleine Homepages bastelten.

  2. Read On

    Das ist spannend. Ich mache so etwas Ähnliches bei meinen Studenten auch: Wie schätzt ihr eure digitalen Fähigkeiten für den Einsatz in der Wissenschaft ein und über das Semester verteilt testen und üben wir, aber Selbsteinschätzung und Realität liegen vor allem vor bei den Herren weit, weit auseinander. Ich bin gespannt, wie sich im Laufe des Jahres bei Ihren Schülern die Fähigkeiten und die Wahrnehmung verändert.

  3. Aginor

    Die „Voll der Checker“ und die restlichen Achsenbeschriftungen haben aber nicht Sie da hingeschrieben oder?
    Falls doch: Sehr gut in die sprachlichen Welten der Schüler hineinbegeben!

    Was mich ansonsten sehr interessiert: Das Können am Computer ist ja schwer quantifizierbar. Jeder der viel mit Computern arbeitet (gerade beim Programmieren, aber auch auf der Ebene Betriebssysteme kommt es immer wieder vor) kennt das Problem dass man ja gerne mal zwischen „ICH BIN EIN GOTT“ und „OH MANN ICH BEGREIFE GAR NICHTS“ hin- und herschwankt. Vor allem wenn man mal unter dem – sehr großen – Feld des Computerkönnens ein neues Thema anschneidet.
    Dazu kommt dann noch Dunning-Kruger-Effekt, der die Selbsteinschätzung immer etwas verzerrt.
    Schwanken die Schülerinnen und Schüler in ihrer Einschätzung eher stark oder schwach?

    Der absolute Wert (also in welchen Bereichen man jetzt wirklich nah dran ist alles nennenswerte für den „Hausgebrauch“ zu wissen) ist natürlich auch sehr interessant, aber vermutlich schwer zu messen. Natürlich erwarte ich in der 7. Klasse nicht sooo viel, aber kann z.B. der Schüler mit dem Kreuz in der oberen rechten Ecke z.B. einen Linux Kernel kompilieren oder „richtig“ (im Sinne von komplexere Dinge in C oder von mir aus auch in Java oder einer anderen Hochsprache) programmieren? Oder vielleicht mit Android Studio Apps machen? Komplexe Joins MySQL? Schöne Webseiten mit CSS und CMS oder so? Also solche Dinge die man eher von einem Oberstufler/Studenten erwarten würde. Finde das immer interessant wenn Schüler da schon Spezialkenntnisse haben.
    Vergleichbar qualifizierte Schüler gab es in meiner Erfahrung in den 90ern etwa einen in einer Jahrgangsstufe, also ca. 1% oder sogar darunter. Ist das jetzt mehr?

    Finde das vor allem auch deswegen interessant weil die horizontale Achse ja immer weiterwächst je mehr man erfährt. Ich würde mich (trotz persönlichem Interesse, Hobbies im Bereich Computer seit meiner Kindheit, Studium in dem Bereich, sowie jahrelanger Berufserfahrung als Ingenieur in dem Bereich) selbst oben sehen, aber tendenziell eher am Anfang des rechten Drittels als am rechten Rand. Einfach weil ich inzwischen von SO vielem weiss, das ich NICHT weiss. :)

    Oder ist das „Checker sein“ (oder nicht) gemessen am Schulstoff angegeben?

    Achja und noch ein Gedanke dazu:
    Ich hatte früher immer gedacht dass Schüler in den 2010er Jahren alle dann super mit PCs werden würden, wegen der Verbreitung von PCs und ihrem Vormarsch in den Alltag, und so vielen Möglichkeiten zu lernen (Stichwort Internet, Youtube), und PCs die so viel können.
    Aber inzwischen sieht es so aus: Das benutzen können und das damit auskennen sind etwa gleich verteilt wie beim Auto. Nur weil man mit Computern um sich herum aufwächst kennt man sich noch lange nicht aus, und man ist auch nicht notwendigerweise daran interessiert. Irgendwo schade, andererseits verständlich und auch nicht der Untergang der Menschheit. Die Schule hat sich wie es scheint ja auch angepasst sodass jeder eine faire Chance hat, die Grundkenntnisse zu erwerben soweit nötig, und wie ich das hier beim lesen des Blogs so einschätze werden auch Anreize geschaffen, mehr zu lernen. Zu meiner Schulzeit (und das ist noch nicht soo lange her) war das noch sehr….rudimentär.

    Sorry für die Wall of text aber einen Nachtrag habe ich noch: Die Personen links unten tun mir echt weh. Meistens Mädchen/Frauen (frage mich warum, aber das ist meine Beobachtung), und ich verstehe es nicht so wenig Interesse für etwas alltägliches zu haben. PCs nicht zu mögen, sie nicht bedienen zu können oder nicht zu begreifen ist OK. Es nicht zu wollen? Das ist sich selbst aus einer Welt auszuschließen in der man lebt.

    Gruß
    Aginor

  4. Herr Rau Post author

    >Vergleichbar qualifizierte Schüler gab es in meiner Erfahrung in den 90ern etwa einen in einer Jahrgangsstufe, also ca. 1% oder sogar darunter. Ist das jetzt mehr?

    Nein, das dürften ähnlich viele sein. Vielleicht sind noch zwei pro Jahrgangsstufe hinzugekommen, die schon mal bei Youtube etwas Selbstgedrehtes hochgeladen haben.
    Die horizontale Achse war tatsächlich so gemeint, dass sie sich auf den Schulstoff bezieht, ungefähr jedenfalls – Windows Explorer, Office-Anwendungen, Algorithmik mit Scratch; Dinge können, die man sich vornimmt. (Was man sich darüber hinaus alles vornehmen könnte, wissen viele ja noch gar nicht.) Und ja, die Achsenbeschriftungen sind von mir.

    > Interessant wäre neben einer Veränderung über die Zeit auch eine Bewegungsrichtung einzelner Kreuzchen.

    Ja, und ich vermute, dass da einige aus der Mitte nach links unten abwandern. Ob das mein Unterricht ist? Der Stoff der 7. Klasse? Das Alter? Die Mitschülerinnen und Mitschüler? Denn ja, die Personen links oben und links unten, das sind die, um die wir uns kümmern müssen. Für diejenigen, die den sprachlichen Zweig gewählt haben, überproportional Mädchen, hört mit dem alten, noch gültigen Lehrplan die Informatik auf, und außerhalb dieses Faches ist es Glückssache, wenn in der Schule noch einmal der Computer benutzt wird.

    — Ich weiß nicht mehr, ob ich vorher daran erinnert habe, dass das Handy ja auch ein Computer ist; aber es ist ja kein Computer, den man zu etwas bringen kann, den man beherrschen kann. Die Apps kann man bedienen, das war’s, aber zum tatsächlich eigenen Gestalten wird das wenig benutzt.

  5. Tanja

    Ich habe keine Statistiken gelesen, geschweige denn geführt, aber immerhin das Gefühl, dass von meinen BvB-Teilnehmern (unabhängig vom Schulabschluss) die Mädchen zumindest EDV-bezogen mehr Interesse und mehr Ahnung haben. Die Jungs sind oft weit abgeschlagen und haben am alltäglichen Nutzen des Computers wenig Interesse.
    Mädchen „können“ Word, Excel und Powerpoint, Jungs steigen erst dann wieder ins Unterrichtsgespräch ein, wenn es darum geht, sich in Spielen zu messen, den Monitor „umzudrehen“, Videos runterzuladen (und was auch immer mit dem Manipulieren vorhandener Soft- und Hardware zu tun hat), …
    Programmieren würde die meisten (Mädchen und Jungs) interessieren, aber so weit reichen dann leider meine Fachkenntnisse nicht mehr. :-(

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