Stanley Donen

Am21.2.2019 starb Stanley Donen, einer der ganz großen Regisseure, dessen Name dabei doch wenig bekannt ist.

Singing in the Rain (1952) ist ein schöner und wichtiger Film, und natürlich ein Musical. Bekannt ist On the Town (1949) mit Gene Kelly, Frank Sinatra, Jules Munshin, Ann Miller, Vera-Ellen – an Originalschauplätzen, nämlich in New York, gedreht, was sehr ungewöhnlich war. Der Film ist überschätzt, das Musical von Leonard Bernstein an sich ist ganz hervorragend, aber nur wenige seiner Lieder haben es in den Film geschafft. Meine Lieblingsnummer „Some Other Time“, ist nicht dabei.

In On the Town verbringen drei befreundete, aber unterschiedliche Seeleute einen gemeinsamen Tag in New York auf der Suche nach Touristenattraktionen und Frauen. Nach einem Tag ist aber alles vorbei. Ähnlich, nur viel, viel besser ist Donens Meisterwerk It’s Always Fair Weather: Drei Soldaten verabreden, sich zehn Jahre nach dem Krieg wieder in ihrer Stammkneipe zu treffen, um dem Wirt zu zeigen, dass ihre Freundschaft ewig hält. Zehn Jahre danach halten sie sich mehr oder weniger spontan an diese Abmachung – und haben sich sehr verändert, halten einander für Deppen verschiedener Art und können gar nichts mehr miteinander anfangen. Der eine ist Geschäftsmann mit Magenleiden (Dan Dailey), der andere ein etwas schäbiger Boxmanager (Gene Kelly), der dritte ein Landei (Michael Kidd). Dazu Cyd Charisse. Und Gene Kelly mit einem schönen Lied auf Rollschuhen.

Die Filme Arabesque (Gregory Peck und Sophia Loren) und Charade (Audrey Hepburn und Cary Grant) habe ich als Jugendlicher immer verwechselt. Kunststück, beide sind von Donen. Arabesque mochte ich lieber, aber auch hier ist der andere der bekanntere Film.

Mit all diesen Filmen bin ich aufgewachsen. Dazu Eine Braut für Sieben Brüder. Die Rollschuhnummer kam ab und zu in Elmar Gunsch‘ Kabinettstückchen. Damals kamen noch alte Filme im Fernsehen – dreißig, vierzig, fünfzig Jahre alte. Seufz. Vermutlich ist das heute nicht anders, nur dass die dreißig, vierzig, fünfzig Jahre alten Filme für mich halt immer noch neue Filme sind.

Wahrscheinlich hätte ich nichts über Donen geschrieben, wenn ich nicht auf dieses Fundstück hingewiesen worden wäre: Eine Traumsequenz-Szene aus Moonlighting (deutsch: Das Model und der Schnüffler) – laut DVD-Anhang schrieb Billy Joel das Lied dazu tatsächlich angesichts der Serie, und die Serie nahm das Lied dann an und baute eine Musicalnummer dazu, Regie Stanley Donen. Wer mal wieder einen jungen tanzenden Bruce Willis sehen will:

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4 Thoughts to “Stanley Donen

  1. Danke für den Hinweis: „Movie Movie“ sagt mir trotz Recherche gar nichts, und doch ist das dieses nagende Déjà-vu , das vielleicht doch eine Art Erinnerung ist… von den Filmen der 1970er Jahre, an die ich mich nur dunkel erinnern kann, kommen nie welche im Fernsehen; wahrscheinlich kriege ich das nur nicht mit. Kein „Prisoner of Second Avenue“ (1975), kein „California Suite“ (1978), nicht mal, vielleicht aus anderen Gründen, „Schlock“ (1973).

    Überhaupt: Episodenfilme sollte es viel mehr geben. Oder Double Features.

  2. Hätte es in den 70er Jahren schon Google und amazon gegeben, der Film würde anders heißen. Im Sinne von Suchmaschinen-Algorithmen ist „Movie Movie“ natürlich eine Katastrophe von Titel. Auf amazon findet man die DVD nicht, wenn man „Movie Movie“ eingibt, erst wenn man ein „Donen“ hinzufügt, kommen die Angebote.
    „California Suite“ kam m. E. eine Zeit lang recht häufig im TV, vermutlich sind die Senderechte ausgelaufen.

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