Macht mal Pause!

Martin Spiewak schreibt in Macht mal Pause! in der Zeit über das Reformen an deutschen Schulen.

So umfassend und durchgreifend wie in der Bildung renoviert die Politik jedoch auf keiner anderen deutschen Reformbaustelle. Der Grund ist einfach: Auf die Schulen kann die öffentliche Hand direkt zugreifen. Genau das hat sie getan.

Und dass so schnell und durcheinander reformiert wird, dass wir Lehrer die Freude daran und das Vertrauen in das Kultusministerium verlieren, auch weil es für die Umsetzung der Reformen keinerlei Unterstützung gibt. Das gilt aus meiner Sicht vor allem für das an sich sinnvolle, aber Hals über Kopf eingeführte G8, das in seiner jetzigen Form sehr viele Mängel aufweist, an denen geflickt wird. Die neue GSO ist ja jetzt auch da.

(Gefunden über die Sprechstunde.)

Im Moment läuft an unserer Schule übrigens noch der Schulversuch Europäisches Gymnasium III – dessen Ergebnisse der letzten Jahren niemanden interessieren dürften, da das G8 den Versuch überrollt hat.
Im EuG III gab es das Fach Naturundtechnik, das sofort ins G8 übernommen wurde, und auch die Fächer Informatik und Konversations-Fremdsprache in der 11. Jahrgangsstufe (Italienisch). Beide wurden zum ersten Mal unterrichtet, als es das G9 schon längst nicht mehr gab. Ach ja, und Profilfächer gibt es auch, eine Besonderheit des EuG: Je nach Jahrgangsstufe haben Schüler klassenübergreifend verschiedene Zusatzfächer. Das kann zum Beispiel wiederum Informatik sein, oder Aquarellmalen, Theater, Chor, was die Schule halt so aufgrund ihrer Lehrer anbieten kann. Auch privater Musikunterricht oder der Sportverein werden inzwischen als solches Fach akzeptiert. Ich sag mal nix dazu.

Eine Antwort auf „Macht mal Pause!“

  1. Roland Koch ist bezüglich der Reformen anderer Meinung. Nachdem er beim heutigen Schulleiterkongress Eigenverantwortlichkeit als “Freiheit beim Erfüllen von Zielvorgaben” definiert hat, sagt er zu der “Reform”, die Abiturzulassung landesweit mit einem Programm abwickeln zu lassen, das es nicht erlaubt, zulassungsfähige Schüler zuzulassen: “Dieser Prozess wird sich im Interesse der Schülerinnen und Schüler künftig eher noch beschleunigen.”
    Man darf gespannt sein und auf die Landtagswahlen hoffen.

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