Deutschfachschaftsfahrt ins Schwäbische

Früher kam das öfter vor, in den letzten Jahren nicht mehr so oft: Die Deutschlehrer und -lehrerinnen machen einen Ausflug. Diesmal ging es ins Schwäbische:

  • Übernachtung in Bönnigheim: achttausend Einwohner, Museum Sophie La Roche – Roman- und Reiseschriftstellerin und Herausgeberin in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts.
  • Kloster Maulbronn: Weltkulturerbe, sehr gut erhaltene große mittelalterliche Klosteranlage, schon lange nicht mehr als solche genutzt – im Kloster ein Internat, in dem auch Johannes Kepler, Friedrich Hölderlin und Hermann Hesse Schüler waren. Die Klosteranlage ist wohl auch Stadtzentrum von Maulbronn – Markplatz und Rathaus sind mittendrin.
Maulbronn, Weltkulturerbe-Klosteranlage und Stadtzentrum
Klosteranlage im Modell
  • Marbach: Schiller-Nationalmuseum mit verschiedenen Ausstellungen und Foto unter der Schillerstatue.
Marbach 1998 (links hinten ich)
Marbach 2019
(unverändert allein der Klassiker)
Ausstellungsstück im Schiller-Nationalmuseum
  • Ludwigsburg: Führung im Schlosstheater im Residenzschloss. Das Hoftheater wurde 1758 für Herzog Karl Eugen eingerichtet (das war der mit Schiller). Die Bühne ist noch sehr nah am Originalzustand und vor allem die Bühnentechnik: Oben der Schnürboden, in dem die herunterlassbaren Kulissen befestigt sind; unterhalb der Bühne (da wo die Falltüren hinführen) der große horizontale Mast, um den die Schnüre gewickelt sind. Das war sagenhaft! Wir durften mit der Maschine künstlichen Wind, Regen und Donner machen – letzteren mit der Rumpelkammer, einem Kanal, der im Schnürboden mit unregelmäßigen Holzwürfeln gefüllt wird, die auf Schnurzug dann darin herunterdonnern. Fotos leider nicht erlaubt, aber das ganze sieht aus wie ein elaboriertes gebasteltes Papiertheater, nur eben voll funktionsfähig.
  • Gegessen: Maultaschen, und regelmäßig davon enttäuscht worden. Sie servieren Kartoffelsalat dazu, kann man machen; sie sind eher gerollte zusammengefaltete Strudelstücke als echte Taschen, nun gut; aber was als „geschmelzt“, also ordentlich angebraten, verkauft wird, war fast immer nur warmgemacht. Es war wohl auch noch keine Saison. (Und: Kässpätzle mit Schinkenwurststreifen und Kartofeelsalat als Beilage. Das Allgäu ist weit, weit weg.)

6 Antworten auf „Deutschfachschaftsfahrt ins Schwäbische“

  1. Geschmälzt bezieht sich auf die Zwiebelschmälze auf den Maultaschen. Die Zwiebeln werden dafür sehr lange ausgelassen, bis sie karamellisieren.

    Bei Maultaschen gibt es keine feste Herangehensweise, ob gefaltet oder gerollt, obwohl gerollt in der Gastronomie wesentlich weiter verbreitet ist.

    Bedauerlich,dass es so enttäuschendes Essen gab, wo es in der Region doch auch tolle Maultaschen mit Kartoffelsalat gibt – die mutigen essen übrigens Maultaschen in der Brühe mit Kartoffelsalat drin.

    Und die Maultaschen wurden der Sage nach im Kloster Maulbronn von einem findigen Mönch erfunden um in der Fastenzeit Fleisch zu verstecken (Her’gottsb’scheiserle) Link nach Maulbronn: https://www.kloster-maulbronn.de/wissenswert-amuesant/anekdoten/jakobs-maultaschen/?tx_pointsfce_taggingengine%5Bheadline%5D=Mehr%20erfahren&tx_pointsfce_taggingengine%5Bicon%5D=3&tx_pointsfce_taggingengine%5Baction%5D=panel&tx_pointsfce_taggingengine%5Bcontroller%5D=TaggingEngine&cHash=e47754d95ef5f3647544c57b992baf0e

    Herzliche Grüße aus Stuttgart

  2. >Geschmälzt bezieht sich auf die Zwiebelschmälze auf den Maultaschen.

    Na, ich weiß nicht. Es heißt ja „geschmelzte Maultaschen“ auf der fotografierten Speisekarte, und das *kann* man natürlich auf die Zwiebeln beziehen, aber da wo ich herkomme – wo das Schwäbische, Bayerische und Lechrainische zusammenkommen und sich aufs Wunderbare vermählen, nämlich in Augsburg – da werden die Maultaschen ordentlich angebraten! Aber ja, die Speisen sind dort wahrscheinlich köstlich, wir hatten nur Pech und waren wohl auch abseits der Saison: Die Hotelküche hat eigens für uns aufgemacht, war aber nur spärlich besetzt. Zwiebelsuppe, Sprühsahne, alles wie in meiner Jugend. (Ich mag Zwiebelsuppe.)

    – Danke, ist korrigiert, D., denn ja – klar muss das Maulbronn heißen.

  3. Herr D hat recht. In BW werden „geschmelzte“ Maultaschen üblicherweise nicht angebraten. Man nimmt sie lediglich aus der Brühe und belegt sie mit den karamelisierten Zwiebeln. Angebratene Maultaschen laufen unter“gebraten“, die sind dann aber immer mit Ei. Und Maultaschen „können“ nicht mit Kartoffelsalat, sondern der Kartoffelsalat „muss“ dabei sein!

  4. Ich betrachte mich als belehrt: Wenn man in die Fremde fährt, lernt man etwas über diese und über sich. (Das mit dem Kartoffelsalat erscheint mir etwas wenig kontrastreich, in meiner Heimat gibt es dazu einen grünen Salat – aber ich kann gut damit leben, esse im anderen Ausland im Pub ja auch Lasagne mit Pommes oder Kartoffelbrei.)

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