Pi-hole in den Ferien, und weiteres

Angeregt durch diesen Blogeintrag und weil ich ohnehin einen gerade ungenutzten Raspberry Pi herumliegen habe, habe ich jetzt endlich auch einmal Pi-hole ausprobiert. Das ist eine Möglichkeit, störende Werbung auszublenden.

(Monitor und Maus/Tastatur sind nur beim Installieren dran, danach brauche ich die ja nicht mehr.)

Also: Wenn ich im Browser einen Adblocker habe, filtert der mir Werbung heraus, mehr oder weniger. Im Handy geht das allerdings schwieriger, und gegen die Werbeanzeigen innerhalb von Apps (wenn man Apps verwendet, die Werbung anzeigen) kann man so gar nichts machen.

Pi-hole geht die Sache anders an. Dazu muss man wissen, was der DNS (Doman Name Service) ist. Das ist ein Dienst, der dafür sorgt, dass ich in die Adresszeile „https://facebook.com“ eingeben kann und dann tatsächlich auch bei der Adresse „157.240.8.35“ lande, was die tatsächliche Adresse von Facebook ist. Dazu ist bei meinem Router die Adresse eines DNS angegeben, natürlich in Form einer IP-Adresse, weil ich die sonst ja nicht finden würde. Wenn ich „facebook.com“ abschicke, geht das erst an den DNS, der packt die richtige Nummer dazu, so dass die Anfrage auch wirklich an 157.240.8.35 geht.

(Welcher DNS in meinem Router eingestellt ist, hängt wohl von meinem Internetprovider ab und was mir der gesagt hat. Ich kann auch einstellen, dass ich automatisch den DNS verwende, denn der Provider vorschlägt. Dann sehe ich die tatsächliche DNS-Adresse vielleicht nicht.)

Das ist eine sehr wichtige Aufgabe. Wenn der DNS manipuliert ist oder betrügt, kann ich brav oben „facebook.com“ oben eingeben und lande dann doch bei einer anderen Adresse – die möglicherweise genau so aussieht und meine Passwortdaten haben möchte.

Mein Raspberry Pi mit dem darauf laufenden Pi-hole-Programm ist erst einmal nur ein weiterer Rechner in meinem Heimnetz. Allerdings habe ich bei meinem Router die IP-Adresse dieses kleinen Pi als DNS angegeben. (Und bei der Installation von Pi-hole auf dem Raspberry Pi habe ich dort einen anderen DNS, sicheren, zuverlässigen angegeben.) Jede Anfrage aus meinem Heimnetz geht an den Router, und jede Routeranfrage läuft über den Pi, und der Pi blockiert mithilfe einer Liste alle Anfragen, die an eine Werbe-Adresse geschickt werden. Werbung kommt nämlich meist von einer dafür spezialisierten und bekannten Adresse.

Das funktioniert auch tatsächlich recht gut. Es war aber gar nicht so leicht, das zu überprüfen: Mein Adblocker filtert tatsächlich schon viel an Werbung heraus, so dass ich mit meinem Standardbrowser gar keinen Unterschied merke. Bei meinem Handy allerdings, der so etwas gar nicht hatte, fehlt jetzt tatsächlich weitgehend die Werbung. (Auch das habe ich nicht gleich festgestellt, weil ich es so gewohnt bin, sie auszublenden.)

Ich merke keinen Unterschied bei der Geschwindigkeit. Allerdings musst ich manuell die vgwort.de auf die Whitelist setzen: Die Seite stand auf der Standard-Sperrliste und war somit im Browser nicht mehr erreichbar. Ansonsten bin ich noch auf keine Seite gestoßen, die nicht ansprechbar gewesen wäre.

Technisch: Ich habe mir eine neue SD-Karte gekauft, mit NOOBS das Raspbian-Betriebssystem aufgespielt, und die Pi-hole-Software installiert und konfiguriert. Dann den Router umgestellt, dauert alles nicht lange. Das schlimmste, was passieren kann: Der Pi fällt aus, dann muss ich auf dem Router wieder eine herkömmliche IP-Adresse eintragen.

Fazit: Lobenswerte Idee, aber ich merke den Unterschied nicht so recht, weil ich auf dem Handy im Heimnetz nicht viel im Web bin und kaum Apps nutze mit Werbung drin.

Ansonsten: Beim Orthopäden gewesen, bei Physiotherapie gewesen. (Halswirbelsäule/Schulter, wie jedes Jahr um diese Zeit), Zahnarzttermin ausgemacht; Frühstücken gewesen, wandern gewesen; Blumen gegossen bei Nachbarn (und mit Frau Rau eine verirrte Amsel aus deren Wohnzimmer befreit), gekocht, gelesen, Filme aufgeschaut, programmiert. Podcast aufgenommen, Kleidung aussortiert (aber noch nicht weggebracht), neuen Yukata gekauft. Ferien halt.

3 Antworten auf „Pi-hole in den Ferien, und weiteres“

  1. Ich möchte an dieser Stelle anmerken, dass die werte Leserschaft ohne IT Kenntnisse – also ich – gerne öfter mit Texten über andere Themen unterhalten werden möchte. Naja, ist wahrscheinlich kein Wunschkonzert hier ;-)

  2. Wunschkonzert… na, ein bisschen bestimmt, jedenfalls für manche Gäste. Ich nehme es mir zu Herzen, aber alles, was gerade halbfertig ist, macht noch ein bisschen Arbeit.

    (Ich versuche die IT-Sachen verständlich zu halten, dennoch vermute ich, dass selbst Frau Rau sie nicht immer mit der gebotenen Gründlichkeit liest. )

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