Erste halbe Schulwoche

Es war eine ganze Woche, die erste nach den Pfingstferien, aber nur die Hälfte der Schüler und Schülerinnen war da. Von den Lehrkräften waren fast alle da, aber natürlich muss man auch im Lehrerzimmer Abstand halten. Deshalb gibt es jetzt weniger Tische bei uns, die auch neu aufgestellt sind:

Richtig voll ist es im Lehrerzimmer nie, da man die Pausen in der Regel im Klassenzimmer verbringt. Und das kommt so:

Seit ein paar Jahren gibt es bei uns Doppelstunden statt Einzelstunden, soweit nur irgendwie möglich, und die Klassen haben keine eigenen Klassenzimmer mehr – vielmehr haben die meisten der Lehrer und Lehrerinnen ein Zimmer und sind „Raumpate“ dafür. Man kann also Zeug hineinstellen und parat haben und ein bisschen dekorieren.

Im Moment bleibt doch wieder jeder Klassenhälfte in einem festen Raum, und ich wandere. Die Glasfront zur Aula hat mehrere Eingänge, so dass nicht alle Schüler und Schülerinnen den Haupteingang benutzen. Insgesamt sind an der Eingangsseite mehrere Türen offen und dahinter sind die Wege markiert – je nachdem, in welchen Trakt des Gebäudes die Schüler und Schülerinnen müssen, um zu ihrem Klassenzimmer zu kommen. Das sieht dann so aus:

Und innen – rechts die Treppe hinauf nach C.2, links weiter zu C.1 und dem D-Trakt:

Fast alle Gänge und Treppen sind Einbahnstraßen. Wenn man aus einem Klassenzimmer tritt, sieht man sofort Pfeile, die einem sagen, wo es lang geht.

Die regulären Pausen finden im Klassenzimmer statt (unter Anwesenheit der jeweiligen Lehrkraft). In jeder Doppelstunde soll man außerdem mit der Klasse ein bisschen raus an die frische Luft gehen, draußen Pause machen. Dazu hat jede Klasse einen ausgewiesenen Abschnitt des Schulgeländes als Pausenbereich. Zurück geht man meist auf einem anderen Weg, als man dorthin gegangen ist – die Einbahnstraßen.

Von selber ist das alles nicht gekommen: Eine Gruppe hat ein Bewegungskonzept erstellt und dann umgesetzt. Das haben sie gut gemacht. Ich weiß gar nicht mal genau, wer da alles dabei war – man kriegt im Moment viel weniger mit von den Kollegen und Kolleginnen als sonst.

In den Klassenzimmern ist es zur Zeit etwas kalt, weil fast immer die Fenster und auch die Türen offen sind. Ich habe meistens meine Jacke an.

Die Stimmung ist gut, aber im meiner Klasse sind sind viele nach der ersten Woche erschöpft und müssen sich erst einmal wieder an das Arbeiten in der Schule und die entsprechenden Uhrzeiten gewöhnen. Einige haben die flexiblere Zeiteinteilung zu Hause sehr genossen. Die SMV hat eine Umfrage via Mebis gemacht, auf deren Ergebnisse ich sehr gespannt mit; sie werden hoffentlich in der Aula ausgehängt.

4 Antworten auf „Erste halbe Schulwoche“

  1. Respekt. Durchdacht. Besser als vieles was ich hier mitbekommen habe. Aber aus weiter Ferne scheint es mir viel an Mitdenken der Beteiligten zu erfordern. Alltagsträgheit war schon immer der natürliche Feind jedes durchdachten Sozialkonzepts.

  2. Tzja und bei uns im hohen Norden (Schleswig-Holstein) mussten wir auch bis Freitag alle Abstandsregeln einhalten, Einbahnstraßenregelung für die Laufwege, halbe Klassen usw und in der kommenden – letzten – Schulwoche vor den Sommerferien soll nun wieder normaler Unterricht im Klassenverband stattfinden. Aber falls es zu Infektionen kommt, kann es dem Ministerium ja egal sein, schließlich folgen 5 Wochen Sommerferien und ob man die in Quarantäne verbringen muss oder nicht ist dann ein persönliches Problem…

  3. Ergänzend muss man zum Bewegungskonzept dazu sagen, dass uns Herrn Raus und mein Schulhaus mit mehr als 10 möglichen (im Regelfall aber nicht geöffneten) Ein- und Ausgängen, großen Fenstern, die für Überblick über Schülerbewegungen sorgen, und einem gegliederten Außenbereich von mehr als zwei Hektar Fläche im Vergleich zu anderen Schulgebäuden schon sehr begünstigt.

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