Zweite halbe Schulwoche (und eine gewisse Erschöpfung)

Letzte Woche war Gruppe A dran, diese Woche ist es Gruppe B, und bei mir ist die Luft raus. Nach den Pfingstferien hatt Gruppe A insgesamt 3 Schulwochen bis zum Schuljahresende, Gruppe B 2 1/2 Wochen. Und es ist wichtig, bayernweit, vermutlich, dass die Schüler und Schülerinnen von zu Hause wegkommen, noch einmal die Mitschüler:innen sehen und die Schule. Was ich so mitkriege, geht es übrigens allen recht gut. Rein vom Lernen her wäre es aber für meine Klassen an meiner Schulart effizienter gewesen, das alles von zu Hause aus zu machen.

Ich habe meine Sachen Mitte März bis Anfang Juni so gut wie möglich gemacht, mit viel Einsatz, und halbwegs effizient. Zugegeben: Beim Deutschkurs in der 12. Klasse war eh schon alles erledigt; die zweite Lektüre ist ziemlich ausgefallen, aber Gelegenheit zum Erwerb aller Inhalte und Kompetenzen war da. Auch in Informatik 11 war ich bald nach der Schulschließung mit dem Stoff durch, der Rest war Programmierprojekt in Gruppenarbeit – das läuft ohnehin sehr frei, und jetzt halt mit weniger direktem Input von mir und weniger Daumen drauf. Manche haben mehr davon, andere weniger. Informatik 9 lief sehr gut, da fehlt nur noch ein wenig wichtiges Kapitelchen, das ich nächste Woche mache. Auch in Englisch 7 werde ich mit dem Buch, der Grammatik und den Vokabeln fertig, ohne dass die Schüler:innen jetzt plötzlich viel mehr auf einmal mussten. Dass das Buch sehr schlecht aufgebaut ist, unter anderem wegen einer Grammatikballung am Anfang und wenig nennenswerter Grammatik im zweiten Halbjahr, zahlt sich jetzt aus. (Außerdem arbeite ich immer sehr schnell, so dass ich häufig am Schuljahresende freie Zeit habe, die ich dann nutzen kann.) Klar fehlt die Übung bei allem. Nur Englisch 9 und Deutsch 9, da sind mehr Lücken, und vor allem in Englisch 9 fehlt die Übung. Aber ein Übungsaufsatz in Deutsch zum neuen Thema ist noch drin.

Noten und Prüfungen fehlen weder mir noch den Schülern und Schülerinnen. (Aber die Zeugnisnote, die ist vielen schon wichtig.)

Für Zuckerl oder individuelle Betreuung fehlt mir die Energie und tatsächlich auch die Gelegenheit. Der Unterricht ist komisch: so viel Abstand, so wenig Interaktion. Ich stehe vorne und die Klasse bleibt hinten und ich gehe nicht durch die Klasse und niemand kommt vor. Auch die Kultuminister gewünschte Verzahnung der drei Präsenzwochen und drei Zuhausewochen… ist mehr ein Lippenbekenntnis, auch wenn ich Arbeitsmöglichkeiten schaffe. Ich schaue, dass in diesen zweieinhalb oder drei Schulwochen bis zur Zeugnisvergabe das Nötigste mache. Richtig spannende Sachen gibt es von mir erst wieder im kommenden Schuljahr.

Apropos Zeugnis: Da gehen jetzt schon die ganzen Formalia los, ein sicheres Zeichen des Schuljahresendes. (Die nächsten Wochen allerdings noch: freiwillige oder verpflichtende Abitur-Ergänzungsprüfungen.) Mitarbeit und Verhalten, Notenberechnung. Grundsätzlich zählen am Gymnasium nur die Noten, die bis zum 13. März gemacht wurden, und die, die vereinzelt nach den Pfingstferien gemacht worden sind – aber nur vereinzelt, und ohne die Möglichkeit, sich zu verschlechtern. Dennoch wird es Schüler und Schülerinnen geben, die das Klassenziel nicht erreicht haben – die Möglichkeit, auf Probe in die nächsthöhere Jahrgangsstufe vorzurücken, ist aber praktisch erweitert, so dass erst einmal grundsätzlich von einem solchen Vorrücken ausgegangen werden kann. Was jeweils das beste für die Kinder und Jugendlichen ist, ist eine andere Frage. Und wie man ins neue Schuljahr einsteigt, sowieso.

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