Zurück aus Dillingen

By | 26.1.2008

Einen meiner ersten eigenen Blogeinträge – nicht in diesem Blog – habe ich ich im September 2003 in Dillingen auf einer Fortbildung geschrieben. Jetzt komme ich gerade wieder von einer Tagung dort: „Netzwerkbildung und Wissensteilung – Schule as Learning Community“. Ich bin noch ganz geschafft. Die wissenschaftlichen Vorträge fand ich inhaltlich wie methodsich hervorragend und anregend. Ich habe mitgeschrieben und Ideen gesammelt. Die muss ich in den nächsten Tagen sammeln und auswerten – nachdem ich mich um die drängenden Angelegenheiten des Schulalltags gekümmert habe. (Und über einen Abstecher nach Donauwörth bin ich im Moment in Augsburg gelandet, um nachher auf eine Art Klassentreffen zu gehen.)

Mitgenommen habe ich wie gesagt Anregungen, die ich in Bälde hier auch mal sammeln werde – zusammen mit Links zur Tagung und zu den Vorträgen, die es als Video gibt. Mitgenommen habe ich Motivation. Da gibt es viele unverzagte Leute, die tolle Ideen haben. Mitgenommen habe ich die Erkenntnis, das Lehrer Netzwerke brauchen, durch die sie sch austauschen können – auf eine Art und Weise, wie das mit Kollegen vor Ort nicht geht, allein schon deshalb, weil man sich oft nur zwischen Tür und Angel sieht. Wie solche Netzwerke entstehen und aufgebaut sein könnten, das weiß ich noch nicht.

Sehr gefreut hat mich sehr, dass mich einige Teilnehmer auf mein Blog angesprochen haben. (Manchen davon schreibe ich übrigens zuviel Persönliches, manchen zu wenig.) Ich weiß nicht, wie viele mehr oder weniger regelmäßig bei mir lesen. Counterstatistiken sind schwer zu interpretieren, Feedabonnenten werden über ein Wordpress-Plugin gezählt. Vielleicht sind es jedenfalls mehr Leser, als ich denke. Das freut mich, auch wenn ich letztlich nur für mich schreibe. Oder eher: Jeder Autor hat potenzielle Leser im Kopf und erschafft seine Leserschaft durchs Schreiben.

Workshops gab es bei der Tagung auch, und einen davon habe ich geleitet, und so bin ich überhaupt nach Dillingen gekommen. Die Vorbereitung und Organisation war toll, Dillingen selber ist sehr professionell. Mein Workshop war am ersten Tag ein bisschen daneben (ich wusste auch nicht genau, wohin – hatte viel für die Praxis vorbereitet, die Teilnehmer wollten aber lieber reden), am zweiten Tag besser, aber da waren dann auch weniger da. In beiden Workshops habe ich viel gelernt und würde am liebsten gleich anfangen mit dem Sortieren und Präsentieren.

Aber jetzt erst einmal Klassentreffen!

Nachtrag: Blog zur Tagung.

14 thoughts on “Zurück aus Dillingen

  1. Heinz Lang

    Ich habe mir Ihre Seite hergegoogled, nachdem ich Sie heute in Dillingen kennenlernen durfte. Da unsere Schulhomepage im kollegialen Team beinahe täglich aktualisiert wird, will ich als Schulleiter natürlich mit bestem Beispiel vorangehen und habe ein paar Sätze zur Tagung eingestellt, die ich aber bei etwas mehr Zeit noch ergänzen werde. Sie sind übrigens mit Bild vertreten. :) Ich hoffe, ich komme dazu und kann hier öfter mal vorbeigucken.
    Der Link:
    http://www.vs-deining.de/hp54986/Netzwerkbildung-und-Wissensteilung.htm
    Heinz Lang

  2. Markus Märkl

    Der Dialog sollte fortgesetzt werden, eine weitere Tagung könnte manche der Ideen weiter konkretisieren. Mir ist klar geworden, wie wichtig die Integration der Web 2.0-Technolgien in der Klasse ist. So manche Goldmine wartet auf Entdeckung!

  3. Frank Evelyn

    Lieber Herr Rau,
    ich war in Ihrem ersten Workshop und obwohl es recht interessant war, hätte ich mir auch ein wenig mehr Praxis gewünscht. Trotzdem hab ich mich auf diese Art und Weise mit Mr. Wong auseinandergesetzt und bin wieder um einen Fundus an Webseiten reicher. Bisher kannte ich nur del.icio.us.
    Schade, dass wir über Wiki gar nicht zum Reden kamen. Aber die Zeit war eben viel zu kurz, denke ich mal.
    Werde Sie sicher nochmal anmailen, da ich zu Wordpress noch einige Fragen habe. Bis jetzt habe ich Wordpress nur mal für meine Schüler installiert, möchte den Blog aber im zweiten Halbjahr benutzen. Einstweilen herzlichen Dank auch für die vielen tollen Links in Ihrem Workshop Blog, die Sie für uns gesammelt haben.
    Gruß Evelyn Frank

  4. Herr Rau Post author

    Schulleiter, die mit gutem Beispiel vorangehen: Das gefällt mir! :-)

    Einen Nachtrag zu Mister Wong kann ich anbieten: Für das Wiki habe ich mit sehr wenig Aufwand eine Ergänzung geschrieben, durch die man mit der Syntag (:wong user tag:) alle Links des Users „user“ zum Thema „tag“ einbinden kann. Das ginge mit del.icio.us natürlich genauso, und mit wenig mehr Aufwand kann man das sicher auch für Wordpress.

    Vorläufige Zusammenfassung für mich: Web 2.0 als Möglichkeit, Schüler sich selber Strukturen zu geben (durch gemeinsames Bewerten, Taggen, Rückmelden). Für mich selber noch wichtiger: Vernetzung unter Lehrern. Im Moment gibt es viele Portale, die dazu beitragen wollen – aber das sind schon wieder so viele verschiedene Seiten.

    Lieber wäre mir eine einheitliche Plattform, eine Art Youtube für Unterrichtsmaterialien und -hilfen, oder noch besser ein einheitlicher XML-Standard, ähnlich wie RSS/der iTunes-Standard.
    Dann kann ich mit meinem iTunes eduTunes oder einem anderen Reader diese Feeds abonnieren. Fehlen nur noch geeignete Tags, die das verwalten erleichtern (Fach, Jahrgangsstufe, Thema) und gemeinschaftliche Bewertung.

    Wenn nur 5% der Lehrer Material beisteuern und die restlichen 95% taggen und bewerten, dann ist das eine Verteilung, mit der man leben könnte.

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  7. Lisa Rosa

    ich stelle mir neben der Sammlung von Mengen von Unterrichtsmaterial und dessen Sortierung mittels Taggen und Bewerten durch die User noch was anderes vor: Eine Art Experimentierwerkstatt, wo man gemeinsame Unterrichtsentwürfe machen kann, die dann ausprobiert und die Erfahrungen wieder zurück in die Werkstatt trägt – zu ausgewählten Gegenständen, die sich als zu sperrig erweisen für die bisherige traditionelle Vermittlung durch Instruktionslernen. Man könnte einfach neue Zugänge und Methoden testen und Ergebnisse erörtertern und optimieren. Eben das, was mit den Kollegen vor Ort und f2f aus vielen verschiedenen Gründen häufig eben nicht geht.

  8. Herr Rau Post author

    Klingt gut. Man muss es vor allem den teilnehmenden Lehrern so leicht wie möglich machen, so dass auch die schüchternen nicht nur von den Ergebnissen profitieren können (und das sollen sie), sondern zumindest auch ein bisschen beitragen können, und sei es nur in Form eines „thumbs up“.

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  11. Dieter Seidensticker

    Unterrichts- und Bildungsprozesse sollen die Studierenden öffentlicher Schulsysteme in den Stand versetzen, mündig zu sein. Elektronische Medien können dies unterstützen, sind aber nie Selbstzweck. Viel wichtiger ist eine offenen Kommunikation zwischen WissensarbeiterInnen/LehrerInnen und Studierenden/Zöglingen, die durch Erziehung mündig gemacht werden sollen. Nichts kann den Einfluss und die Power eines guten Lehrers und einer guten Lehrerin im face-to-face Bildungsprozess ersetzen, insbesondere kein elektronisches Medium. E-learnign kann in seiner erfolgreichen Form immer nur blended learning sein. Als solches ist es auf Arbeitsumgebungen angewiesen. Diese Arbeitsumgebungen müssen aber für ihre Verwendung sinnvoll in didaktisch durchorganisierte Lehrgänge eingebunden sein. Das fängt beispielsweise bei der Lernorganisation an und hört bei der Erstellung und Präsentation medienspezifischer Unterrichtsinhalte noch lange nicht auf. Blended Learning ist von der Organisation, Didaktisierung und Durchführung her ein äußerst komplexer und sehr aufwändiger Prozess, der unmöglich von wenig vorgebildeten Kolleginnen und Kollegen aus dem Stand und ohne Vorbildung geleistet werden kann. Diskussionen in sogenannten Steuergruppen, die mal eben so darüber zu befinden haben, wie ein e-Portfolio verwendet werden kann, produzieren nichts anderes als didaktische Homunculi, die zu Verwirrung und Konfusion in Kollegien führen. Naiver Umgang mit dem Gedanken des Blended Learning gebiert didaktisch totgeborene Kinder, die der Sache selbst und den Studierenden und betroffenen Schulen und Kollegien eher schaden als nutzen. Fortbildungen, die dies nicht deutlich machen, bilden nicht fort, sondern verdummen nur. Insbesondere dann, wenn sie Naivität im Umgang mit hochkomplexen Lernprozessen, die unter dem Sammelbegriff Blended Learning oder oder Web 2.0 laufen, eher befeuern als ausdifferenzieren. Dies ist wóhl gerade erst wieder in Dillingen geschehen. Unter dem Begriff des E-Portfolios ist dort z. B. (wie man hört) ein Lernumgebungssystem naiv gefeatured worden, das hochkomplex ist und mit durchdachten Inhalten gefüllt werden müsste. Wie man so etwas macht, sieht man eigentlich nur an Abitur-Online, dem ZBW Blended Learning Lehrgang in NRW, für den brillante Unterrichtsmaterialien und eine ausgetüfftelte Arbeitsumgebung erstellt worden sind, die zu einem erfolgreichen und ergebnisorientierten Lernen führen und dies bereits seit mehreren Jahren. Insbesondere am Abendgymnasium in Köln läuft dieses Blended Learning Projekt hervorragend. Also: Wenn schon Blended Learning – dann bitte sehr sinnvoll und didaktisiert. Fortbildungen zu einem solchen Thema müssen Interesse aber auch die Notwendigkeit zu professioneller Distanz immer wieder betonen. Eine naive Euphorie anfeuernde Fortbildung im Umgang mit e-learning führt in die Irre. It just carries people away and leads nowhere.

  12. Herr Rau Post author

    Da mag etwas Wahres dran sein. Ich fühle mich allerdings als Werbefläche missbraucht, wenn Sie die Rohfassung Ihres gesamten eigenen Blogbeitrags hier als Kommentar einstellen. Ein (notfalls manuelles) Trackback oder eine kurze Zusammenfassung wäre passender gewesen.

  13. Dieter Seidensticker

    Viel wichtiger ist, dass die Köpfe von Erziehungsberechtigten und WissensarbeiterInnen in diesem Land nicht in riesige Billboards (cfFahrenheidt451) verwandelt werden. Klar, wer ist schon noch ein Gutenberg Galaxy (cfMcLuhan) Purist?! Es wäre interessant herauszufinden, wieviel direkte oder indirekte Werbung für teure EDV sich in Ihrem Lehrerzimmer befindet. Immerhin habe ich direkte Werbung für eine 3.0 Spielkonsole auf Ihrem Blog bisher nicht entdeckt, wohl aber in Filmen einer ‚Web 2.0‘ getitelten Lehrerfortbildung in der Schweiz. Remember: teachers are not dumb and they are not blind.

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