War Sherlock Holmes Zen-Buddhist?

Jede-Minute-Zen

Zen-Schüler bleiben mindestens zehn Jahre bei ihrem Meister, bevor sie es wagen können, andere zu belehren. Nan-in erhielt Besuch von Tenno, der, nachdem er seine Lehrzeit hinter sich gebracht hatte, ein Lehrer geworden war. Der Tag versprach regnerisch zu werden, darum trug Tenno Holzschuhe und hatte einen Regenschirm bei sich. Nachdem Nan-in ihn begrüßt hatte, bemerkte er: “Ich nehme an, du hast deine Holzschuhe im Vorraum gelassen. Ich möchte gerne wissen, ob dein Regenschirm rechts oder links von den Holzschuhen steht.”
Tenno wusste in seiner Verwirrung keine sofortige Antwort zu geben. Er erkannte, dass er nicht in der Lage war, sein Zen in jeder Minute bei sich zu haben. Er wurde Nan-ins Schüler, und er studierte sechs weitere Jahre, um sein Jede-Minute-Zen zu vervollkommnen.

aus: Paul Reps, Ohne Worte, ohne Schweigen


“Quite so,” he answered, lighting a cigarette, and throwing himself down into an armchair. “You see, but you do not observe. The distinction is clear. For example, you have frequently seen the steps which lead up from the hall to this room.”
“Frequently.”
“How often?”
“Well, some hundreds of times.”
“Then how many are there?”
“How many? I don’t know.”
“Quite so! You have not observed. And yet you have seen. That is just my point. Now, I know that there are seventeen steps, because I have both seen and observed.”

aus: Arthur Conan Doyle, “A Scandal in Bohemia”, in: Adventures of Sherlock Holmes

4 Antworten auf „War Sherlock Holmes Zen-Buddhist?“

  1. Wen, uns? Einfach alle? Ist das einer dieser Aufschreie einer gequälten Seele, von denen man soviel hört? Denkt jemand, ich sei zwei, wo ich doch nur eins bin, höchstens? Oder bin ich gar zwei und hab’s nicht gemerkt?

    Immerhin haben solche Kommentare eine nützliche Funktion, sie bringen alte Einträge wieder in den Vordergrund. Archivbeitrag der Woche sozusagen.

  2. Hallo,

    einen solchen Lehrer wünsche ich meinen Kindern. Die würden sagen: “Für einen Lehrer ist der ziemlich cool!” Sich diesen Geist im Schulalltag zu bewahren, dazu gehört einiges. Lovecraft und Zen haben Ihnen sicher geholfen, sie sind auch einige meiner Interessen.

    Alles Gute!

    1miko1

  3. Vielen Dank. Cool vielleicht, aber das heißt noch nicht, dass ich ein guter Lehrer bin. Aber ich halte so immerhin noch die nächsten fünfundzwanzig Jahre durch.

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