Patrick O’Brian, Master & Commander

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Der Kino-Film Master and Commander brachte mich auf die Serie von 20 Seefahrt-Abenteuerromanen um Captain Jack Aubrey und seinen Schiffsarzt und Vertrauten Stephen Maturin. Der erste Band, auf dem ein Teil des Films basiert, erschien 1969 und heißt ebenfalls Master & Commander. Er spielt zum Ende des 18. Jahrhunderts.

Das Buch ist spannend, die Charaktere sind sehr differenziert gezeichnet; besonders humorvoll ist das Buch aber nicht – als realistisch angelegter Abenteurerroman auf hoher See bleibt einfach nicht viel Zeit für Humor. Realistisch angelegter Abenteuerroman: So etwas gibt es wohl; in einer Vorbemerkung entschuldigt sich der Autor für seine Untertreibung. Das tatsächliche Leben in der britischen Marine im späten 18. und frühen 19. Jahrhundert sei für heutige Verhältnisse einfach zu unglaubwürdig.
Das Buch ist voll von nautischen Details. Sehr voll. Moby Dick ist harmlos dagegen, und das habe ich mehrfach gelesen. Jedes Stück Holz, jedes Stück Leintuch hat seinen Namen und seine Geschichte. Das liest sich keinesfalls trocken, aber gemerkt habe ich mir lediglich, dass die schrägen Segel an Bord dieser riesigen Segelschiffe daher kommen, dass die Masten ja links und rechts und vorn und hinten durch Taue gesichert sein müssen, und an diesen Tauen hängt man auch noch Segel auf. Daher die schrägen Segel zwischen den Masten.
Wie man sieht, bin ich nautisch völliger, hoffnungsloser Laie.

Insgesamt ist mir Flashman dann aber doch lieber. Aber vielleicht muss das Buch auch noch erst ein wenig ruhen, und ich mache mich dann doch noch an Band 2 bis 20.

5 Antworten auf „Patrick O’Brian, Master & Commander“

  1. Ich bin gescheitert. Sehr voll ist ja noch eine Untertreibung. Bei Moby Dick hat es mich auch nicht gestört. Hier wurde es mir irgendwann zu viel. Nicht, dass es mir nicht gefallen hätte, aber es war eines von den Büchern, die ich eines Abends beiseite legte, in der Absicht, am nächsten Tag weiter zu lesen, aber dann kam ein anderes Buch dazwischen und noch eins und irgendwann merkt man, dass man wohl nicht genug Lust hatte, das noch zu Ende zu lesen. Vielleicht, dachte ich mir dann, wäre es doch besser, später einzusteigen, falls O’Brian nicht jedesmal dieses ganze Segelzeug wieder von vorne erklärt wie Luhmann in jedem neuen Band seine Systemtheorie.

  2. Gut vier Jahre später habe ich den zweiten Band der Reihe gelesen, Post Captain. Der kam mir schon viel leichter und weniger technisch vor, ich habe das meiste verstanden. Ein guter Teil spielt an Land; die See-Stellen sind mir aber doch lieber. Ich werde mich wohl bald mal an den dritten machen. Soll in Indien spielen.

  3. Der dritte ist richtig toll! Ich meine mich zu erinnern (ich kam bis Nr 18), dass es der mit der Verfolgung im Sturm in den Roaring Forties ist, nach der man sich bis auf die Knochen durchnässt fühlt. Zur See ist Patrick O’Brian wirklich am besten; die landbewohnenden Frauengestalten nerven über die Maßen.

    Wunderbar ist auch der Band (8?), in dem sie von der USS Constitution aufgegabelt werden. Ich stand schon mal auf dem gleichen Deck wie Jack Aubrey! Äh. Außer dass es ihn nicht gab. Macht nix.

  4. Seefahrerserien: Nachdem ich schon mal drei spätere Hornblower-Romane von C.S. Forester gelesen hatte, bin ich jetzt gerade mit dem ersten Band fertig geworden. Hat mir gut gefallen, aber im Moment liegt Patrick O’Brian noch vorne.

    Allerdings muss ich wohl zumindest die nächsten beiden Romane doch noch lesen. Wegen der Liebesgeschichte um Lady Barbara. Bin halt sentimental.

    Oft wird auf Hornblowers Alleinstellungsmerkmal hingewiesen: Dass er in Wirklichkeit gar nicht so der nervenstarke Kapitän ist, sich auf sich selbst nicht verlassen will, und sich deshalb in bestimmten Situationen nur aus kluger Überlegung entsprechend verhält und nicht aus naivem Heldentum. Da erinnert er mich an den Flashman der späteren Flashman-Romane, der sich mitunter ebenfalls so zu verhalten gezwungen sieht, dass das von anderen als heldenhaft interpretiert werden muss.

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