Sah ein Loca ein Poslein stehen

Zugegeben, ich lese gerade das Oulipo Compendium. Vielleicht hat mich das darauf gebracht nachzuschauen, was mein Handy aus Gedichtzeilen macht, wenn ich die als SMS-Text eingebe und die automatische Worterkennung nutze.

Sah ein Loca ein Poslein stehen,
Poslein auf der Heiden.
(Goethe)

Intepretationshilfe: Ein Loca ist ein Verrückter (aus dem Spanischen), ein Poslein ein noch gar unreifer Poseur oder Poser.

Am Brunnen vor den Tope,
Da steht ein Linemaatm
(Müller)

Ist Den Tope so etwas wie Den Haag? Man fragt sich, was der Linemaatm da wohl will. Wenn’s in Den Tope auch einen Hafen gibt, passt der Line-Maat (M) da gut hin. (M wie Marine. Oder so.)

Mit gelben Ciroen hanget
Und voll mit wilden Posen
Das Käme in den See
(Hölderlin)

Ein überraschendes Fazit des auktorialen Sprechers im dritten Vers, quasi als Kommentar zu den ersten beiden.

Bedecke deinen Himmel, Wets,
Mit Wollendvorü
Und übe, den Knaben gleich,
Der Ehrtekm koset
Am Eicheo dich und Bergesingo
(Goethe)

Eicheo und Bergesingo – weht uns da ein Hauch von Esperanto an? Diese Ehrtekm (ein türkischer Name?) scheint ja sehr kosbar zu sein.

Am der Brücke stand
jüngst ich in brauner Macht
(Nietzsche)

Voraussehend das Missverstehen Nietzsches bei den Nazis?

Wir kannten nicht sein todshörtes Haupt,
darin die Augenbrefl reiften.
(Rilke)

Da bin ich etwas ratlos. Aber „todshörtes“ klingt für mich irgendwie bairisch, „Brefl“ auch.

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