Als eines Tages eine Tür kaputt war

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Gibt gleich eine ganz andere, nicht unangenehme Arbeitsatmosphäre. Ähnlich wie an einem anderen Tag, als wegen örtlichen Stromausfalls die Schulglocke nicht funktionierte. Alles gleich viel entspannter.

7 Antworten auf „Als eines Tages eine Tür kaputt war“

  1. Ich halte die Tür für ein Unterrichtsinstrument. Ich kann durch sie anzeigen, ob der Unterricht geschlossen/ruhig (Einzelarbeit oder Lehrgespräch) oder offen (in Gruppenarbeit) stattfindet, ein sehr praktisches Ritual, man muss dann nix mehr erklären. Ich hätte gerne noch einen Vorhang (so einen Kitschigen, wie in den albanischen Teehäusern) für Zwischentöne (z.B. Partnerarbeit), aber das hat der Hauswart bis jetzt nicht erlaubt.

    Die Schülerinnen und Schüler innerhalb und ausserhalb der Klasse verstehen das System genau. Das einzige Problem ist mein Vorgesetzter. Sobald ich die Tür öffne hat er das Gefühl, er könne reinlaufen und sich mit mir über Administratives unterhalten. Ich habe es ihm x‑mal erklärt, aber es nützt nichts, für ihn ist Schule Skript + frontal, alles andere ist Pause.

  2. So wie Tanja das beschreibt, kenne ich das auch – genau so (incl. Chef)! Meine (und andere) Schüler wissen sehr wohl, was es heißt, wenn die Tür geschlossen ist oder nicht. Unterrichte ich frontal oder lasse einzeln arbeiten, bleibt die Tür zu. Bei Partnerarbeit dürfen einzelne Pärchen auch schon mal durch die dann zumeist offene Tür nach außen und sich dort an die Tische setzen.
    Einen Strich durch die Rechnung macht mir nur ab und zu das Wetter: im Winter zieht’s wie Hechtsuppe und im Sommer werde ich (auf der Südseite) oft gegrillt.

  3. Das ist im Büro ja nicht anders: normalerweise steht die Tür offen – will man nicht gestört werden und/oder hat ein Telefonat zu führen, bei dem man nicht unterbrochen werden möchte, ist die Tür zu, und dann weiß auch jeder, daß er später wiederkommen muß. Ich finde das sehr praktisch und eine ausgesprochen angenehme Arbeitsatmosphäre als Zwischending zum Mehrpersonen- oder Großraumbüro, mit dem ich mich nicht so recht anfreunden könnte; allerdings funktioniert das so recht nur in Bereichen ohne Publikumsverkehr.

  4. Oh… äh… bei mir ist nur meist zum nachmittäglichen Informatikunterricht die Tür offen – sonst nie. (Es gibt aber auch sonst keinen Lehrer an meiner Schuler, der je die Tür offen hätte.) Aber warum eigentlich nicht – ich werd’s ausprobieren. Danke für den Rat aus der Praxis.
    (@Holger: Tische oder Stühle haben wir außerhalb des Klassenzimmers übrigens keine, die würden ja direkt zum Benutzen einladen.)

  5. Ich war gerade in Bielefeld in der Laborschule und am Oberstufenkolleg zu Besuch: Da gibt es überhaupt keine Türen! Nur Flächen, auf denen große Gruppentische mit Stühlen drumrum stehen, wo die Gruppen von 12 – 16 Schülern sitzen. Als Abschirm gegen mögliche Lärmbelästigung gibt es frei bewegliche Stellwände ohne Ende, die dann auch gleich als Ausstellungsfläche genutzt werden. Viele viele Grünpflanzen überall! Und die Lehrer haben auch kein abgeschlossenes Lehrerzimmer, sondern ihre Schreibtische und Bücherregale auf zwischen den Unterrichtsflächen erhöht aber auch offen liegenden sogenannten Wischen, die wie Brücken und nach zur Außenseite des Gebäudes hin wie Erker sind. Die Raumpläne der Oberstufenkurse sehen dann so aus: Basiskurs Informatische Bildung I – Mo, 9 – 11 auf Fläche 4 …
    Die ganze Schule, die schon fast 30 Jahre sehr erfolgreich so arbeitet ist ein überhaupt sehr beeindruckendes “Pädotop”!

  6. Klingt traumhaft. (Und nicht nur, weil es Bücherregale für die Lehrer gibt.)
    Das geht bei uns schon mal rein baulich nicht so einfach. – Wir kriegen ja gerade ein neues Schulgebäude, aber den finanziellen Zuschuss dazu gibt es nur, wenn man sich an bestimmte Vorgaben hält, die seit den 50er Jahren nicht mehr verändert worden sind. Drum brauchen wir auch ein Photolabor, weil’s dafür Zuschuss gibt.

  7. Stimmt.
    Spannend ist auch, dass junge Schüler ‑kein-Problem mit der offenen Tür haben, größere sich aber “irgendwie unwohl” oder “unruhig” fühlen. Wenn man es in den unteren Klassen schafft, und auf dem Gang nicht zu viel Action passiert, kann es ein tolles Werkzeug sein, wie es ‑thh schrieb.

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