Bewegte Pause

Projekt und Schlagwort gibt es seit Jahren, und jetzt haben wir auch so etwas: In der Pause (20 Minuten, die längere von zwei Pausen am Vormittag) können Schüler an einem Kiosk Bälle und Jongliermaterial und anderes Sportgerät ausleihen und damit die Pause verbringen.

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Genutzt wird das schon ein bisschen, auch wenn heute die meisten nur Ball gespielt haben.

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Schön grün, das ganze. Wir haben tatsächlich viel Glück mit dem neuen Gebäude.
Vielleicht verbringe ich meine Pausenaufsicht in Zukunft jonglierend? Erst letzte Woche habe ich mir ein Hupfseil gekauft, das könnte ich auch mitnehmen und mich zum Gespött der Schüler machen.

Im Pausenhof steht immer noch unser begehbares Kunstwerk „Golden Gate“ herum. (Schülername: Karriereleiter.) Darauf erstreckt sich die Bewegung leider immer noch nicht:

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Ansonsten waren heute Mittag die Abiturienten zur Bekanntgabe der Ergebnisse der Abiturprüfungen in der Schule. Zu viel Gegröle und zu viele Bierfahnen für meinen Geschmack.

9 Antworten auf „Bewegte Pause“

  1. An der Grundschule gab’s das auch einmal. So eine Bewegte Pause. Aber ich glaube, dass besonders die älteren Schüler wohl kein Ball in den einzigen freien Minuten am Schultag spielen wollen ;)

    Für die jüngeren, die so und so etwas spielen wollen, ist das sicherlich was feines!

  2. Der Schul“hof“ wirkt ja tatsächlich geradezu unglaubhaft beneidenswert, wenn man ihn mit den üblichen größeren und oft auch kleineren gepflasterten Freiräumen vergleicht, die man an Schulen zu finden pflegt, allenfalls von einigen Bäumen und (umzäunten) Gebüschen unterbrochen …

  3. Mir geht die ständige Inszenierung von Siegern, Gewinnern und Preisträgern im Abiturkontext zunehmend auf den Geist. Mir scheint, dass immer weniger Leute sehen, dass die Facharbeitsabgabe-Abigala-Prüfungsende-Kolloqiuumsabschluss-Abiturstreich-Notenbekanntgabe-Abiturfeierei auch eine Rückseite hat. Heute hätte man das sehen können, als nach der Inszenierung weiterer Jubeljahrgangs-„Togetherness“ ein paar Abiturienten plötzlich feststellen mussten, dass sie doch noch keine sind und die Chance besteht, dass sie (in diesem Schuljahr) auch keine werden. Und mir scheint, dass die Fallhöhe nicht mehr im gesunden Verhältnis zur erbrachten Leistung steht.

  4. Darf ich nur kurz – oder lang – etwas anmerken?
    Einiges davon war für das Introvideo für die Abiturfeier. Da es scheinbar unbedingt eines geben muss (sagen die Stufenoberhäupter), haben wir versucht das „Finale“ mit möglichst vielen spontan heute auf die Beine zu stellen. Normalerweise hätten wir das an einem anderen Termin gemacht, wenn wir niemanden stören, aber man hat mir am Samstag mitgeteilt, dass das spontan und sofort und heute und ohne Planung und Technik und Kamerateam gehen muss. Plötzlich (ja, „plötzlich“) heißt es: „Nina, hast du eine Kamera? Filmst du?“ Und wenn man so schnell nachgibt wie ich, dann kommt es zu solchen Aktionen.

    Das Ergebnis wird dann – wenn es so wird, wie es geplant ist – nicht so schlimm. Hat dann auch gar nicht mehr so viel mit Preisträgern zu tun. Versprochen. Vorausgesetzt, natürlich, es wird, wie wir es wollen.

    Die Schwierigkeiten, die das mit sich brachte, also das Auto als „Musikanlage“ sind Konsequenzen von schlechter Organisation (wie auch der Termin, also heute) mit der niemand etwas zu tun haben möchte. In diesem Fall tut uns die Störung beziehungweise der Verstoß gegen die Schulordnung und gegen den gesunden Menschenverstand selbstverständlich Leid aber ich freu mich, dass wir letztendlich unsere zehn Sekunden filmen durfte.

    Das war das – vermutlich der Großteil des Herumgrölens. Nur, damit einmal gesagt ist, dass das einen Zweck hatte, auch wenn sich über den Sinn, die Idee oder die Wirkung von Introvideos (besonders auf Abifeiern) streiten lässt.
    Abgesehen davon hatten die anderen Busse und/oder „Schnapsmobile“ und sämtlicher Alkoholkonsum, den es meines Wissens nicht besonders ausgeprägt gegeben hat, natürlich nichts damit zu tun – darüber kann man sich noch einmal ganz separat ärgern. (Ich persönliche finde das ja auch nicht toll.) In diesem Fall beeinhalteten die Busse, soweit ich das weiß, vorallem sämtliche Sätze von Schulbüchern (das sind immerhin in manchen Fällen über zwanzigpro Schüler), die abzugeben waren, und eine Buttercremetorte eines Geburtstagskindes, zusammen mit Verzehrzubehör für sechs Personen. Primärer Beweggrund der Busparade war aber die sehr innige Beziehung der Schüler zu ihren Bussen. Glauben Sie mir, ich habe in den letzten zwei Monaten mehr Busgeschwärme und Busbildervergeschicke und Buspulloverhergezeige erleben dürfen, als ich das in meinem ganzen Leben vorhatte. Sie werden ihre Busse noch öfter daherziehen, sie würden auch auf die Abifeierbühne fahren, wenn es denn ginge. Für die routinierte Busrazzia, mit der man sich unbedingt einmal vertraut machen sollte, ist zu wissen: mindestens ein Bus der Parade ist ganz sicher immer alkoholfrei, der enthält höchstens lustige Hippielimonade. (Vermutlich Himbeerkracherl oder so)
    Heute stellte sich übrigens heraus, dass der Großteil der Schüler von dieser Show genervt ist. Wir sind nicht ganz so durchtrieben, dass wir uns ins Fäustchen lachen und freuen, dass wir Alkohol schmuggeln können. Ugh. Die haben wieder die Busse dabei. Zigster Haustier-Mitbringtag? So, jetzt bin ich auch schon ziemlich weit vom Thema weg.

    Zum Schluss:
    We are, again, very sorry for any inconveniences caused – zumindest ich, als Last-Minute-Spontanregisseur.

  5. Naja, bei uns saufen die Abiturienten immer auf dem Schulhof. Leider ein Gras wie bei euch, sondern eine kleine, beängende Betonwüste.
    Ihr habt wirklich Glück mit eurem Gelände!

  6. @Nina
    Die Unannehmlichkeiten sind nicht so das Problem, sondern eher ein Symptom. Das Problem besteht in der scheinbaren (?) Haltung einer Gruppe bzw. einer Mehrheit, die jede Etappe zum Anlass nimmt, sich selbst in Szene zu setzen, als wäre ein bestandenes Abitur so etwas wie ein Lottogewinnnobelpreisoscar. Dass dabei auch Leute sind, die sich freiwillig und nicht immer entsprechend ihrer eigenen Überzeugung zum Mitmachen bewegen lassen, ist nachvollziehbar. Das Problem besteht zweitens darin, dass die Emotionalisierung, die eine Folge der Inszenierungen ist, eine schlechte Vorbereitung auf mögliche Schwierigkeiten darstellt, etwa wenn sich das Abiturergebnis dann doch nicht als die Krönung der Schullaufbahn präsentiert, sondern eher als mäßiges, enttäuschendes oder sogar wirklich schlechtes Resultat. Natürlich kümmern sich viele um Mitschüler, deren Erwartungen und Hoffnungen sich nicht erfüllt haben. Mir scheint (Wiederholung, s.o.), dass sich aber wenige bewusst sind, dass das Ausmaß der Enttäuschung, der Frustrationen und des Ärgers auch davon abhängt, wie hoch ein positives Ergebnis in der sozialen Umwelt bewertet wird.

  7. Wow, ihr habt echt einen tollen Schul“hof“. Wir haben gerade mal eine Asphaltwüste mit zwei (!) Bäumen und ein paar Bänken…

  8. Ja, das ist schon schön grün. Ich war als Schüler selber in einem Klosterbau-Gymnasium aus dem 16. Jahrhundert. Schon auch sehr schick, aber der Pausenhof war ein Asphalt-Innenhof.

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