Roddy Doyle, The Deportees

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Das Buch hat mir viel Vergnügen bereitet. In einem kurzen Vorwort erklärt Roddy Doyle, was sich seit seinen ersten Büchern in Irland verändert hat: “I’d written a novel, The Van, in 1990, about an unemployed plasterer. Five or six years later, there was no such thing as an unemployed plasterer. A few years on, all the plasterers seemed to be from Eastern Europe.” Irland war zum Einwandererland geworden.

Für die neue, von Einwanderern gegründete Zeitung Metro Eireann schrieb Rody Doyle diese acht Geschichten, jeweils in Folgen von 800 Wörtern. Schön sind die Geschichten. In der Titelgeschichte treffen wir Jimmy Rabbitte wieder, herzerwärmend für mich. Jimmy hatte in Doyles erstem Buch 1987 die Commitments gegründet. Jetzt ist er Mitte dreißig, hat Frau und Kind, und gründet wieder eine Band – diesmal aber nur mit Immigranten (“No White Irish Need Apply”). Und sie spielen Lieder von Woody Guthrie. Ich habe im Kopf genauso mitgesungen wie vor zwanzig Jahren, und danach Woody Guthrie und die Weavers aufgelegt. “Sooo looong, it’s been good to know ye”.

Auch in den anderen Geschichten geht es jeweils um Iren und Einwanderer. “Guess Who’s Coming For The Dinner” erinnert mich an The Van; die Tochter bringt einen Schwarzen nach Hause und der Vater versucht alles richtig zu machen. “New Boy” und “I Understand” sind aus der Sicht von Immigranten erzählt, die versuchen, herauszufinden, welche Regeln in ihrer neuen Heimat gelten (in der ersten Geschichte in der Schule und unter den Mitschülern).

Fünf der Geschichten finde ich richtig gut, drei sind in Ordnung. Für die Schule sind alle geeignet, auch weil sie das Irlandbild von Schülern und Lehrern aktualisieren.

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