Jeder hat so seine Sachen, die einen besonders stören. Und wenn nicht, dann sollte jeder sie haben. Zu meinen gehört die Füßigkeit des Jambus.
Wir merken uns: Der Jambus ist einer von drei oder vier in der deutschen Lyrik häufig auftauchenden Versfüßen. Er besteht aus zwei Silben, einer unbetonten und danach einer betonten. Er sieht demnach so aus:

Das sind dann also zwei Jamben:

Und das sind fünf Jamben. Wir zählen nach: Eins, zwei, drei, vier, fünf. Stimmt. Fünf Jamben hintereinander:

Wir sagen zu einem Vers, der aus fünf Jamben besteht, auch: jambischer Fünfheber. Jambisch ist der Vers allemal, er besteht aus lauter Jamben. Und fünf Hebungen hat er auch.
Und das Folgende, meine Damen und Herren, ist der leider auch oft von Deutschlehrern im Munde geführte fünfhebige Jambus:

Grrrrrrrr. Den gibt es nicht.
Fußnoten:
a) Gilt für Trochäus oder Daktylus natürlich genauso.
b) Warum man überhaupt wissen muss, was ein Jambus ist, ist ein anderes Thema.
c) Ich sag eh lieber „alternierendes Metrum“. Denn wie man einen trochäischen Vers mit Auftakt von einem jambischen Vers unterscheidet, ist in der Deutschlehrerkonferenz noch nicht geklärt worden. Kollege Z. erklärt dann gerne: „Es gibt keinen Auftakt in der deutschen Lyrik.“ Lange Geschichte.
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