Fünfmal Informatik parallel

Ich unterrichte in diesem Jahr in allen 6. Klassen Informatik, jeweils einstündig. Jeweils im selben Fachraum. Klar habe ich mir Sitzpläne mit Fotos gemacht, aber trotzdem werde ich nur einen kleinen Teil der 150 Schüler einigermaßen kennen lernen. (Interessant ist es doch: Manche kenne ich seit der allerersten Stunde. Es gibt doch auffällige Persönlichkeiten unter den Schülern.)

Es kostet mich schon Mühe, mir zu merken, was ich in welcher Klasse alles schon gemacht oder noch nicht gemacht habe. Ganz unmöglich ist es aber nicht. Mir hilft dabei eine solche Liste:

6a 6b 6c 6d 6e
Bücher abzeichnen x x x x x
Grundwissen verteilt x x x x x
Heft und Buch erklärt x x x x x
Heft kontrolliert x x x x x
Sitzplan & Foto x x x x x
Passwörter verteilt x x x x x
angefangen mit Grafikprogramm x x x x x
Schulgrundriss gemacht x x x x x
Objekt, Bezeichner, Attribut, Attributwert (Rechteckstunde) x x x x x
Kurzschreibweise (Männchenstunde) x x x x x
Attribute etc. üben x x x x x
Methoden einführen (mit Männchen-Folie) x x x x x

Da hake ich nach jeder Stunde ab, was ich schon gemacht habe. Das ist auch nötig, denn durch Feier- und Wandertage und anderes bin ich durchaus in einer Klasse mal zwei Stunden – also: zwei Wochen – weiter als in einer anderen.
Die Liste hilft mir auch, Ordnung in mein Fach zu bringen: Ich muss zumindest für mich klar formulieren, was meine Ziele sind. Wie ich dahin komme, ist von Klasse zu Klasse unterschiedlich und hängt von der Situation ab. Ich sehe auch manchmal, dass ich mir zuviel vorgenommen habe und kann das in den anderen Klassen anpassen.

Die Arbeitserleichterung durch fünf parallele Klassen ist übrigens enorm. Und besser wird mein Unterricht auch.

10 Antworten auf „Fünfmal Informatik parallel“

  1. Hallo,

    bekommst du jetzt fuer alle Klassen die gleiche Arbeitszeit angerechnet? Also zu meinen Zeiten als studentischer Assi(stent) gab es fuer die 2. uebung 30% weniger ;-) mehr als 2 habe ich aber nie gemacht..

    Stefan

  2. Ich hatte auch mal 5 Informatikgruppen parallel und habe ebenfalls Listen geführt. Das ging dann bis zu einzelnen Befehlen (damals noch gwbasic), die ich dann abgehakt habe. Mein Unterricht wurde bis zur dritten Gruppe besser, dann aber wieder schlechter – ich hatte das Gefühl, den Kindern etwas schon so oft erklärt zu haben, dass ich erstens deutlich ungeduldiger wurde und ärgerlich, wenn sie etwas nicht verstanden haben und zweitens im Vortrag schneller vorankommen wollte. Hat also auch seine Gefahren so viele Gruppen parallel!

  3. @Stefan: Ja, für alle Klassen gibt’s die gleiche Zeit. Alles andere wäre zu aufwändig, aber letzten Endes schon sinnvoll – aber dann müsste man auch bei den einzelnen Jahrgangsstufen und Fächern differenzieren. Zwei 11. Klassen in Deutsch machen viel mehr Arbeit als eine 11. und eine 5. Diese Art der Differenzierung ginge nur an einer privaten Schule, nach einer Reform des Schulsystems, oder bei einem übermenschlich einsichtigem Kollegium. (Andererseits habe ich erst neulich online von einer solchen Schule gelesen, weiß aber nicht mehr, wo.)

    @Cloc: Ja, die Gefahren kenne ich auch. Den Drang, etas in der Stunde noch abzuschließen, um im Zeitplan zu liegen, auch wenn das ja nicht einmal ein echter Zeitplan ist. Und die Ungeduld, die ich hoffentlich in den Griff kriege.

    @anke: Wir haben für 6/7 das Buch Ikarus, Oldenbourg, von Brichzin, Freiberger, et. al. Für die 9. haben wir seit diesem Jahr das Informatik-Buch aus dem Klett-Verlag, von Hubwieser, Spohrer, Steinert.

    Ich zwinge mich in diesem Schuljahr dazu, viel mit dem Buch zu arbeiten, und sei es nur, dass ich Seiten zum Nachlesen zu Hause aufgebe. Aber ich habe gerade auch viele Ideen, für die ich das Buch nicht brauche.

  4. Ich hatte vor Jahren an einer Mammut-Gesamtschule parallel 10 gleiche Klassen in Musik – einstündig. Es war furchtbar. Abgesehen von der Schülerzahl – es war nicht nur kaum möglich die Schüler individuell zu sehen, geschweige denn zu behandeln, es war kaum ein Entrinnen vor dem Erleben, Bildung als Fließbandtätigkeit zu verabreichen.

  5. lülü: In den 6. Klassen sind jeweils 30 bis 33 Schüler. Im Schnitt eher 32 als 31.
    Lisa Rosa: Das war vermutlich wirklich so schlimm, wie ich mir das vorstelle. Brrr.

  6. Werden eigentlich heute im Informatikunterricht auch Themen wie ERP, PLM und ECM abgedeckt, oder lernt man immer noch, wie man mit Maschinensprache ein eigenes Betriebssystem programmiert?

  7. Ich unterrichte auch an einem bay. Gy. und ich hasse es, Klassen parallel zu haben. Ich wehre mich jedes Jahr wieder erfolgreich dagegen. Ich bin nämlich eher schlampig im konsequenten Aufschreiben von Dingen. Ich würde ständig durcheinander kommen. Was habe ich wem jetzt erzählt und wem nicht.
    Und fünf 6. Klassen EINSTÜNDIG zu unterrichten, das ist wirklich extrem. Viel Spaß trotzdem! ;-)

  8. Mari1234: Vielleicht bin ich noch zu enthusiastisch am Schuljahresanfang, zugegeben. Ich mache jedenfalls das beste daraus.
    Hallo, Thuner! Maschinensprache oder reine Programmierungsübungen, wie ich sie als Schüler noch erlebt habe, gibt es gar nicht mehr. Allerdings lassen wir von Drei-Buchstaben-Akronymen ebenfalls die Finger. :-)
    In diesem Jahr gibt es Informatik zum ersten Mal in der 9., nächstes Jahr zum ersten Mal in der 10. Klasse. Wie es danach weitergeht, ist offen. Viel mehr als Grundlagen geht da nicht, Projektarbeit wäre allenfalls für das neu geschaffene Seminarfach in der Oberstufe denkbar – aber um das prügeln sich alle anderen Fächer dann wohl auch.

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