Vorletzter Schultag 2008

Allgemeine Erschöpfung. Hitze, Jahresendarbeiten. Fast das ganze Jahr durch habe ich meine Papierstapel und den Schreibtisch in Ordnung gehalten. Für jede Klasse ein eigenes kleines Stapelchen. Aber seit zwei Wochen baue ich nur noch einen großen Turm, und der sieht auch nicht mehr so schön aufrecht und gerade aus, sondern wird immer pyramidenförmiger. Man sagt auch: “Haufen” dazu.

In den letzten Tagen sind die Schüler durchs neue Schulgebäude geführt worden, das in wenigen Wochen bezugsfertig ist. Noch wird gestrichen und geklebt. Heute haben Schüler der K12 das alte Gebäud ezum Abschied geschmückt, ich bringe morgen hoffentlich ein Foto davon mit.

Jahrgangsstufentests 2008: Neue Termine

7.10.2008 (Mathe 8, Deutsch 6, Englisch 10)
9.10.2008 (Mathe 10, Deutsch 8, Englisch 6)

Sommerloch 1:

“Schulerfolg darf nicht von Noten abhängen” (BLLV)

Noten sollen individuellen Lernfortschritt abbilden und nicht absolute Fähigkeiten. Und Ziffern sollen es gleich gar nicht sein.

Sommerloch 2:

“Pro und Contra Schulschwänzer: Trotz Schule in den Urlaub? (Süddeutsche)”

“Gestresste Eltern fordern: Gleitzeit für Schüler! Andere finden, dass Lügen nicht in Ordnung ist, nur weil man 200 Euro spart. Ein Pro und Contra zum Thema Urlaub schon vor Ferienbeginn.”

Sommerloch 3:

Max Schmidt, Chef des bayerischen Philologenverbands, kommt ohne Verweise aus. (SZ-Magazin.) Schön für ihn. Ich weiß ja nicht, wieviel man als BPV-Vorsitzender so unterrichtet und in welche Jahrgangsstufe. Ich habe dieses Jahr auch keinen Verweis erteilt, rechne mir das aber nicht als Verdienst an. Recht hat er aber mit: “Ein Verweis, der zu Hause lächerlich gemacht wird, ist schädlicher für die Autorität als gar keiner.” (Dank an Jochen für den Hinweis.)

2 Antworten auf „Vorletzter Schultag 2008“

  1. Hm… ich muss mal ein paar Worte zu der Sache mit den Noten loswerden, denn dieses Problem, dass Noten Schüler kategorisieren und auch einschränken, ist ja ein alltägliches Streitthema – nur wenn nicht mit Noten bewerten wie dann? Ja – man kann individuelle ausformulierte Zeugnisse schreiben, aber was bringt eine Bewertung die darauf abzielt, Positives, Stärken o.ä. in den Vordergrund zu stellen und nicht die Gesamtleistung im Verhältniss zu anderen, zu späteren “Mitbewerbern”. Wenn ein Unternehmen Schüler anhand deren Zeugnisse für Lehrplätze aussuchen soll und dabei für jeden Schüler eine ganz individuelle Bewertung, die fast ausschließlich Stärken aufzeigt, sind diese doch nicht vergleichbar!
    „In einer demokratischen Gesellschaft haben alle Schülerinnen und Schüler ein Recht auf erfolgreiches Lernen.“
    Noch so etwas: “Recht auf erfolgreiches Lernen” – irgendwie realitätsfern… denn wer erfolgreich und viel lernt, noch dazu mit einem Funken Intelligenz, Auffassungsgabe o.ä. gesegnet ist, der IST auch im jetzigen Bewertungssystem erfolgreich.
    Wer sich hingegen dem Unterricht verschließt kassiert schlechte Noten. Da hat er kein Recht gut zu sein, wieso auch, er hat es sich ja selbst verbockt.
    Da könnte man ja genausogut jedem einen Schulabschluss garantieren, wenn es dass ist, worauf Herr Wenzel aus ist. Nur Bewertung, Disskreditierung findet dann halt im Bewerbungsgespräch statt, da bringt einem ein gesicherter Schulabschluss dann auch nichts mehr.
    Wichtiger wäre im jetzigen System die Förderung Lernunwilliger, ‑fähiger sowie überdurchschnittlicher Leistungen – finde ich.
    Dann ergeben sich, zumindest bei den “schlechteren” auch “bessere Bewertungen”. Mittel und Wege sind ja eigentlich genug da. Unternehmen ködern Studenten mit Zukunfts- und Einkommensperspektiven – warum Schüler in der 9. oder 10. Klasse nicht auch? Auch in diesem Alter hat man schon Interesse an einer gewissen Menge (Taschen-)Geld / “Einkommen”, und gerade für die, die keine Perspektive haben, wäre doch genau dass ein Antrieb zu lernen, besser zu werden, wenn man ihnen aufzeigt, dass sie das vorrangig nur über einen GUTEN Abschluss schaffen.
    Also Lernantrieb nicht per Druch sondern per Anreiz…

    Außerdem ergibt sich noch ein Problem bei nahezu gesicherten Schulabschlüssen – Ungerechtigkeit(-sgefühl) besonders bei den “Besseren”. Das erlebe ich schon jetzt, dass Lehrer eben diese gleiche Notenlatte bei zwei unterschiedlichen Schülern unterschiedlich anlegen, dass sich der eigentlich bessere dann im Verhältniss schlechter bewertet vorkommt, wie wäre es dann erst wenn alle individuell bewertet werden? Ich kann mir jetzt schon gut die Unkenrufe vorstellen “Warum haben sie bei dem xy gut bewertet und bei mir nur z ich hab doch xy auch gut gemacht und blablabla…”.
    Würde am Prinzip der Bewertung nichts ändern, nur das Instrument tauschen.

  2. Jeder Schüler hat das Recht, soweit gefördert zu werden, wie das geht und wie er will, finde ich. Das schließt aber tatsächlich nicht das Recht auf erfolgreiches Lernen ein – außer in dem trivialen Sinn, dass es keinen Sinn macht, erfolglos zu lernen, und dass der Schüler damit das Recht hat, auf eine Schulform zu kommen, in der er tatsächlich erfolgreich lernen kann. Auch wenn das eben nicht das Gymnasium ist.

    Ob die Noten in Ziffern ausgedrückt werden oder nicht, das ist mir vermutlich egal. An Bewertung gibt es viel auszusetzen, aber das gilt für Ziffern wie für Wörter.
    Ich kann mir auch vorstellen, mit viel weniger Noten auszukommen und stattdessen mit individuellen Urteilen über Leistungsfortschritt und ‑bereitschaft. Wenn ich das, was ich Eltern beim Elternsprechtag sage, verschriftliche. Solche Aussagen sind sinnvoll, aber nur schwer belegbar, und werden damit nicht über Vorrücken oder Nichtvorrücken oder Schulartwechsel entscheiden können.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.