Fortbildung: Informatik-Pool

Ich unterrichte gerade eine 10. Klasse in Informatik. Der Stoff macht Spaß, ist anspruchsvoll und doch greifbar für die Schüler, hoffe ich. Das Fach wird in Bayern zum ersten Mal regulär in diesem Jahrgang unterrichtet, und Ende des letzten Schuljahrs war ich dazu an zwei Tagen auf einer Fortbildung.

Diese Fortbildung nutzt mir im Alltag sehr. Veranstaltet wurde sie von der Uni München, sie war zwar lehrwerksunabhängig, aber doch an einem Lehrwerk und dem Konzept dahinter orientiert – Kunststück, das Lehrwerk wurde an dieser Uni erstellt, und natürlich halten die ihr Konzept für ein gutes. Ich finde das legitim, aber es gab wohl auch Beschwerden deswegen.

Hauptsächlich bestand die Fortbildung darin, dass die Teilnehmer kleine Gruppen bildeten, sich jeweils ein Kapitel des Lehrwerks vornahmen und: Musterlösungen zu Aufgaben erstellten, didaktische Konzepte zur Umsetzung formulierten, zusätzliche Aufgaben bastelten oder Probleme aufzeigten – die Art unserer Ergebnisse war frei. Jedes Kapitel wurde dabei unabhängig voneinander von mehreren Gruppen bearbeitet.

Das fand alles in einem Computerraum statt. Die Gruppen mussten ihre Ergebnisse festhalten – als Grafik- oder Textdokument, als Diagramm oder ausführbarer Code. Die gängige Software dazu war vorhanden, ebenso die Standardwerkzeuge im Informatik-Unterricht. Auch die Lehrer, die noch nicht mit den Programmen vertraut waren, kamen schnell zurecht. (Es ist so schön, wenn man keine Scheu vor Werkzeugen hat.)

Diese Ergebnisse wurden alle ins Internet hochgeladen. (In eine Moodleinstallation, bei der wir uns vor Beginn der Fortbildung angemeldet hatten. Hätte aber auch ein Wiki oder irgendetwas anderes sein können. Für die Zukunft: Konventionen für die Dateinamen vorschlagen.)
Manche davon sind uninteressant, manche bringen mir gar nichts, manche sind ausgezeichnet. Sachen, auf die ich nie gekommen wäre. Ich habe das erst vor wenigen Wochen gemerkt, als ich diesen Pool durchgegangen bin. Und mir nutzen die vielen festgehaltenen Gedanken sehr. Es ist eine Fülle an Material.

Vielleicht ist dann ein gutes Konzept für einen Material- und Ideenpool: Die Teilnehmer in einen Raum stecken und Ergebnisse in weiterreichbarer Form verlangen. Wenn man muss, dann kann man auch, und am Schluss gibt es einen großen Vorrat an Material, von dem man nicht vorher sagen kann oder muss, was genau man brauchen kann und was nicht.

Eine Orientierung an einem Lehrwerk oder an einem Thema muss dabei wohl sein. Das kann aber auch „Romantik“ heißen oder „Satzbau“ oder „Iphigenie“.

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6 Thoughts to “Fortbildung: Informatik-Pool

  1. Mich würde interessieren, um welches Lehrwerk es sich da handelt – und ob es andere empfehlenswerte Bücher gibt? Meine Informatik-Einführung ist leider schon etwas eingestaubt.

  2. Ein Buch, das man besonders Anfängern empfehlen kann ist: Java mit dem Hamster Modell (gibt es mittlerweile auch für Parallele Programmierung). Auf der Website ist ein echt süßer, richtig programmierbarer Hamster Simulator.

  3. Es gibt inzwischen noch mehr Bücher für das G8, vor 2 Wochen gab es eine Fortbildung in der LMU und dort waren auch noch andere Verlage vertreten, die Informatikbücher herausgebracht haben, z.B. der Schroedel-Verlag mit „Netzwerk Informatik“ für Klasse 6/7.

    Nur so aus Neugier: Hatte das Lehrwerk in der Fortbildung denn etwas mit „Gefräßigkeitein“ zu tun (ich will keine Namen nennen ;-)?

  4. Gefräßigkeiten… sagt mir nichts. Grübelnd… nein, immer noch nichts. Dann wohl nichts. Oder das ist so Studentensprache, mein Gott, man ist ja auch schon über vierzig… :-)

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