Testerei

VERA 8

Im März finden Vergleichsarbeiten in der 8. Klasse in Deutsch, Englisch und Mathematik statt: VERA 8. Fast alle Bundesländer beteiligen sich daran. Die Tests werden vom IQB in Berlin (an der Humbolt-Universität) erstellt; auf deren Seite dazu gibt es erste Beispielaufgaben. Die Tests orientieren sich an den von der KMK beschlossenen Bildungsstandards. Deswegen dürfen die Tests zumindest in Bayern nicht benotet werden: Da die gleichen Aufgaben für verschiedene Bundesländer genommen werden, kann man nicht garantieren, dass zu diesem Zeitpunkt jeweils schon alles im Lehrplan vorkam. (Schleswig-Holstein geht den interessanten Weg, dass wegen des erhöhten Arbeitsaufwands VERA 8 eine Schulaufgabe ersetzt – das heißt, der Test wird auch nicht benotet, aber dafür gibt’s eine Schulaufgabe weniger.)

Für Bayern gibt es bei der QA eine Informationsseite. Noch steht da nicht viel, aber das wird sich hoffentlich mal ändern.

Ich erwähne das deshalb, weil ich in einem Arbeitskreis sitze, der in gewissem Umfang zur Vermittlung von VERA 8 in Bayern beitragen soll. Meine dadurch entstandene kognitive Dissonanz ist erfolgreich reduziert, so dass ich jetzt den Tests viel Gutes abgewinnen kann – neben einigen Punkten, die mich noch nicht überzeugen. Wir sammeln gerade Material für ein FAQ, ich würde mich also freuen, wenn ich jetzt schon Fragen dazu kriegen würde. Antworten kann ich aber nur insoweit geben, als es öffentlich zugängliches Material im Web betrifft, ich bin schließlich nicht der Sprecher des Arbeitskreises.

Das IQB ist das Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen, länderfinanziert, in Berlin. Das ISB ist eine dem bayerischen Kultusministerium nachgeordnete Behörde, sozusagen dessen pädagogischer Arm. Entscheidungen werden allerdings von den Politikern getroffen. Die QA (Qualitätsagentur) in Bayern ist so etwas ähnliches wie das IQB auf Landesebene.

Jahrgangsstufentest Englisch

Vor gut zwei Wochen sind die diesjährigen Jahrgangsstufentests in Bayern geschrieben worden. Englisch interessiert mich dabei besonders, weil ich an der Entwicklung beteiligt war. (ISB-Seite zu Englisch, mit Material und Informationen zu den Tests.)

Über den Zehntklasstest habe ich nicht viel gehört im Lehrerzimmer: der Leseverstehensteil sei zu leicht gewesen, das Hörverstehen angemessen, gut die Übung im sprachpraktischen Teil, bei der man kurze Passagen den korrekten Stellen im Text zuordnen musste.

Über den Sechstklasstest hieß es: Grammatik viel, viel zu leicht („im Vergleich zum letzten Jahr“); beim Hörverstehen beklagte ein Kollege, dass eine Multiple-Choice-Antwort mehrdeutig sei; die Mediation erfordere zu hohen Korrekturaufwand und sei zu schwer zu korrigieren. Außerdem störten die Zwischenüberschriften, die den Schülertext strukturieren sollten. Kernproblem: Die Leistungen zweier Schüler seien schwer zu vergleichen, wenn der eine versucht hat, eine Information mitzuteilen, dabei aber viele Fehler gemacht hat; der andere sich auf weniger Informationen beschränkt, dafür auch weniger Fehler hat.

Lösungsvorschläge: Schwerere Grammatik, und Grammatik mehr gewichten. Mediation kürzer mit eindeutigeren Vorgaben, was da sein muss und was weggelassen werden darf. Oder einfach strengerer Punkteschritt. (Allerdings sieht jede Veränderung dort gleich nach Manipulation hinsichtlich gewünschter Ergebnisse aus.)

Wie gesagt, das sind nur die Meinungen aus dem Lehrerzimmer meiner Schule. Bei der zuständigen Fachrefrentin am ISB werden sicher mehr Rückmeldungen eingehen. Sobald die Daten zu den einzelnen Aufgaben eingehen, macht irgendjemand eine Auswertung, welche Aufgabe bayernweit zu wieviel Prozent gelöst wurde; diese Rückmeldung geht dann ins Web und an die Schulen, auf dass die Fachlehrer sich Gedanken über ungewöhnliche Abweichungen machen.

Doppelter Abiturjahrgang 2011

Bei den aktuellen 11. Klassen des G9 wird die 13. Jahrgangsstufe noch kürzer ausfallen als üblich, da das Abitur zwei Monate früher, nämlich im März und April 2011 stattfindet – damit die aktuellen 10. Klassen des G8 im Mai und Juni das ihre schreiben können. (Über die Mehrbelastung vor allem der Deutschlehrer sollten sich Kultusministerium und Schulleiter eigentlich schon mal Gedanken machen.) Musteraufgaben fürs G8 gibt’s hier, neu ist die Liste der Kürzungen fürs G9:

Englisch
Folgende bereits in den Jahrgangsstufen 10 bzw. 11 angesprochene Themenkomplexe werden nicht Schwerpunkt der Abiturprüfung 2011, Grundwissen aus den vorhergehenden Jahrgangsstufen ist jedoch erforderlich.
Grundkurs
Jahrgangsstufe 12: Beziehungen zwischen dem UK bzw. den USA und Europa
Jahrgangsstufe 13: Natur und Umwelt
Leistungskurs
Jahrgangsstufe 13: Erziehung; ein weiteres wichtiges Land der englischsprachigen Welt

Im Fach Deutsch sieht die Liste wesentlich länger aus, aber die Realität der Lehrplanumsetzung ist ohnehin eine andere.

21 Antworten auf „Testerei“

  1. Also erstens einmal vielen Dank für die schönen VERA-Links!
    Dann gleich eine Frage: Bei der Hörverstehensaufgabe „Kirsten O’Brien“ heißt es in der Arbeitsanweisung u.a.: „Es muss nicht jedes Detail verstanden werden, sondern die gesuchten Informationen sind dem Input gezielt lokal zu entnehmen.“
    „Nicht jedes Detail“ heißt also, es ist egal, ob die Schülerinnen verstehen, dass die Sprecherin ihren Chemie-Lehrer gefürchtet hat. Aber dann wird die gezielte lokale Entnahme von Information zu der Frage (bzw. dem Stichpunkt) „Worst thing she bought to wear“ verlangt. Leider ist ja kein Erwartungshorizont dabei, deshalb wüsste ich gern: Genügt es, wenn der Schüler hinschreibt „a hat“ oder ist „an awful hat“ erforderlich/besser? Dass nicht noch „which keeps her ears warm“ zu ergänzen ist, kann man sich denken, denn man soll ja „1 to 5 words / numbers“ hinschreiben.

    Zum Jahrgangsstufentest in Bayern: Jahrgangsstufe 10 habe ich nicht so intensiv mitbekommen, da ich selbst eine 6. Klasse unterrichte; bei der Durchsicht aber fand ich die Aufgaben für Jgst. 10 ganz in Ordnung. Die Aufgaben für Jgst. 6 schienen mir im Prinzip alle durchaus angemessen – auch die Grammatik. Was im Schnitt am schlechtesten ausgefallen ist, war die Mediationsaufgabe. Das liegt m.E. u.a. daran, dass die Schulbücher nicht genügend solche Aufgaben enthalten. Es kommt zwar immer wieder etwas vor, auf dem das Schild „Mediation“ pappt, das aber nichts anderes als eine verkappte Übersetzung ist. Insofern konnte dieser Aufgabentyp nicht so gut vorbereitet sein, wie es wünschenswert wäre – außer eine Lehrkraft ist Mediationsexpertin und hat im Laufe der 5. Jahrgangsstufe selbst etliche richtige Mediationsaufgaben gebastelt und mit den Schülern geübt.

    Stoffkürzungen/Abitur: Ich hätte ja wetten können, dass der Punkt „ein literarischer oder philosophischer essay als besondere Form englischsprachiger Prosa“ wegfällt … So kann man sich täuschen.

  2. @ Mehrbelastung

    Seit längerer Zeit grübele ich als „Doppelkorrekturfachlehrer“, wie Herr Rau ja auch, über die Extrembelastung derselben im Gegensatz zu manchen Kollegen nach. Dies hat mit dem neuen Abitur seinen derzeitigen Höhepunkt erreicht. Alle Schüler eines Jahrgangs machen in Deutsch, Englisch (bzw. sehr selten wahrscheinlich in der zweiten Fremdsprache) und Mathe Abitur. Beginnt man mit dem Doppelabitur 2011, bedeutet das für manche Lehrer an einen kleinen Schule (z.B. Fachschaft Englisch mit 8 Kollegen) drei Monate Abitur-Korrektur parallel zum herkömmlichen Schulaufgabenbetrieb, der für manche Kollegen bis zu 24 Schulaufgaben pro Jahr vorsieht. Im Fach Englisch kommt zu jeder schriftlichen Abiturklausur pro Schüler noch eine mdl Prüfung dazu. Ein Abiturjahrgang mit 80 Personen bedeutet also womöglich 80 schriftliche Exemplare plus 80 mdl Prüfungen, die innerhalb einer Fachschaft erst – und zweit zu korrigieren sind! Wo gibt es einen solchen Irrsinn nochmal? Und das Ministerium tut den Teufel, diesen sowieso schon hochbelasteten Kollege durch Entlastungsstunden die Arbeit zu erleichtern. Schreit den nirgendwo jemand auf? Da ich erst 7 Jahre im Geschäft bin, traue ich mich selten, diesen Missstand zu besprechen, weil ich mir, wie im Referendariat gut angeeignet, nur immer selbst frage, ob ich wohl zu wenig belastbar bin. Weder BPV noch andere Verbände bringen dieses Thema jemals auf den Tisch. Warum auch, diejenigen, die Zeit haben, sich zu engagieren, sind ja selten Deutsch- oder Fremdsprachenlehrer! Und innerhalb von Kollegien kann man Unterstützung absolut vergessen: Wer von den weniger belasteten würde denn zugunsten der Dt. und FrSpr Lehrer Mehrarbeit leisten wollen?
    Dies passt auch zu den Jahrgangstufentests: Wieder sind die Hauptfachlehrer mit einem Jsttest 6. Klasse mit Textproduktion betroffen, der im Korrekturaufwand einer SchAufg entspricht. Vom neuen tollen Vera-Test ganz zu schweigen.
    Man könnte hier noch vieles anfügen. Oftmals noch das Tüpfelchen auf dem i: Klassleitung kriegt der Hauptfachlehrer auch noch, denn er ist ja viel öfter in der Klasse als der Bio-Lehrer; d.h. am Wandertag z.B. kann der Biolehrer zu Hause bleiben und seine Exen korrigieren, während der Hauptfachlehrer (mit 2-3 Exen oder Schulaufgaben auf dem verwaisten Schreibtisch) den vorher organisierten Wandertag mit den Schülern absolviert.
    Wollen wir uns nicht mal zusammen wehren?

  3. Mit einer Frage zu VERA8 kann ich nicht dienen, aber Informationen ergänzen. Wir hatten das Thema vor ein paar Tagen in der Mathematik-Fachkonferenz. An meiner Schule sind wir 16 Mathe-Kollegen, und nur drei sind in diesem Jahr von VERA8 betroffen (eine Kollegin unterrichtet zwei achte Klassen, zwei jeweils eine). Erstaunlicherweise wollten die drei vorerst *keinen* Antrag an die Schulleitung stellen, wegen besonderer Umstände eine Klassenarbeit („Schulaufgabe“ in Bayern, glaube ich) zu streichen, aber wenn sich herausstellt, dass es zu viel Arbeit ist, wird das sicher in den nächsten Jahren geschehen. Es ist also möglich, auch eine Klassenarbeit zu streichen, wenn nicht das ganze Bundesland dies möchte. Und erfreulicherweise haben sich sofort alle (!) nicht betroffenen Kollegen bereit erklärt, bei der Korrektur der VERA8-Aufgaben zu helfen. Das nenne ich Solidarität! :-)

  4. Ich habe mal eine Belastungsrechnung für Deutschlehrer aufgestellt, in der die Korrekturbelastung unserer Schule für das neun- und das achtjährige Gymnasium mit den entsprechenden Abiturprüfungen verglichen werden. Leisteten die Lehrer an unserer Schule mit einem Anteil von 30% der Abiturprüfungen (LK, gk schriftlich und Kolloquium) bereits Überproportionales gemessen an einer besseren Streuung der Abiturienten über mehr Abiturfächer, kommt mit dem sogenannten G8 eine Korrekturbelastung von geschätzt 130% auf uns zu. Von dem Doppeljahrgang ist ganz zu schweigen, der dann mit einer Korrekturleistung von 160% verbunden sein wird. Das bedeutet in diesem Jahrgang mehr als eine Verfünffachung der Korrekturarbeit gegenüber vorher.
    Diese Berechnung wurde auch dem AK der Direktoren (Regional-AK, Landkreis-AK) zur Kenntnis gebracht … und erntete ein hilfloses Schulterzucken.

  5. @Andrea: Ich denke auch, dass die Tests auch durch Kollegen korrigiert werden können, die selber nicht betroffen sind – so kann man die Arbeit gleichmäßig verteilen. Eine Schulaufgabe weniger wird in Mathe wohl nicht gehen, da sind es ohnehin nur drei, aber in Deutsch und Englisch halte ichd as in Zukunft für sinnvoll. Auf die Idee, quasi außer der Reihe eine Schulaufgabe weniger anzusetzen, bin ich noch nicht gekommen. In der GSO steht, glaube ich, nur was von „unter besonderen Umständen, wie zum Beispiel längere Erkrankung der Lehrkraft“, vielleicht gibt aber schon VERA 8 genug besondere Umstände her. Allerdings höre ich schon die altbekannten Rufe, dass man bei nur 3 Schulaufgaben keine Möglichkeit hat, sich zu verbessern. Nu. Wenn sich VERA 8 in Deutsch/Englisch ähnlich schnellkorrigierne lässt, wie im Probedurchgang in Mathe, dann geht das ja ohnehin. Wenn.

    @rip: Bei der Testerstellung hält sich das IQB sehr zurück. Man versichert, es werde ausführliches Begleitmaterial geben, das Fragen zu den Aufgaben abdeckt. Wichtig wäre allerdings, den Schülern schon vorher sagen zu können, ob da ein Wort reicht. (Ich denke, wird es das laut IQB tun.)
    Vielleicht bin ich zu penibel, aber mich stört an den Englischtests, dass in beiden Aufgaben von „authentischem Input“ die Rede ist. Der Input ist mitnichten authentisch, sondern scripted, er ist allenfalls muttersprachlich, und auch das nicht immer (wie man an der Touristin hört).

    „Es kommt zwar immer wieder etwas vor, auf dem das Schild ‚Mediation‘ pappt, das aber nichts anderes als eine verkappte Übersetzung ist. “

    Sehe ich auch so. Danke für die Hinweise.

    #Mehrbelastung: In NRW gibt es „Vereinigung der KorrekturfachlehrerInnen e.V.“, aber mehr als den Namen kenne ich nicht. Die unterschiedlichen Belastungen sind bekannt, die Schuld sollte man sicher nicht an sich suchen. Ich gestehe, ich leide nicht sehr unter der Belastung durch meine Fächer, habe mich arrangiert, habe aber auch mit Informatik und diversen Jobs einen Ausgleich. (Und Informatik macht deutlich weniger Arbeit, everything else being equal – natürlich kann man in jedes Fach beliebig viel Energie stecken.)

    Aber mit dem Doppelabitur und den darauf folgenden, da wird das wohl anders, vor allem für Deutsch- und Englischlehrer.

  6. Ich sehe bei der VERA-Aktion noch ein anderes Problem: Wenn der Test nicht benotet wird, fehlt vielen Schülern die (manchen sogar jede) Motivation, die Fragen anständig zu bearbeiten;
    um also keinen Druck von den Schulleitungen zu kriegen (und der wird kommen, nicht nur an konkurrierenden Großstadtschulen), kommt auf die betroffenen Fachschaften schon im Vorfeld eine Mehrbelastung zu, um die Schüler zu motivieren, wenigstens halbe Leistung zu bringen. Von sorgfältiger Korrektur hingerotzter Antworten (womöglich noch mit kollegialer Besprechung, ob und wie die haufenweise auftretenden Rechtschreibfehler im einzelnen zu werten seien) ganz zu schweigen!
    Die Vergleichbarkeit mit den bisherigen bayrischen Tests, die ja immerhin nunmehr 8 Jahre in Deutsch in der 8. Klasse durchgeführt wurden, ist damit auch nicht gegeben.
    Alles in allem also höchst fragwürdig und unnötig, weil doch mit der bisherigen Vergleichstestlösung ein halbwegs zu rechtfertigender Modus gefunden war.

  7. spannend, spannend. Warum machen Schüler nur etwas, wenn sie Noten kriegen?
    Das glaube ich nicht. Für mich ist VERA ein Mosaiksteinchen im Gesamteindruck des Schülers oder noch besser: der Klasse. und dieses Bild, das ich mir da von den Schülern zusammensetze, das finde ich täglich im Unterricht in allem, was da alle machen. Nicht nur in benoteten Klassenarbeiten – Vielleicht halten wir da noch zu sehr an der Klassenarbeitsnotengläubigkeit fest.

  8. Ich hoffe ebenfalls, dass die Motivation der Schüler auch ohne Noten gegeben ist. Es heißt ja oft, dass nach Notenschluss nichts mehr mit Schülern anzufangen sei. Tatsächlich war mit meinen Klassen auch zu diesem Zeitpunkt immer noch gut arbeiten. Wir wollen ja schließlich, dass Schüler auch ohne Noten arbeiten. Ich glaube nicht, dass das viel Mehrarbeit für den Lehrer ist – der sollte sich ohnehin um diese Einstellung bemühen. (Vielleicht sehe ich das zu positiv, ich kann bestenfalls für mein Bundesland und meine Schulart sprechen.)

    Klar, die Schulleitungen müssen richtig mit den Ergebnissen umgehen. Nach allem, was man so hört, gilt das leider nicht mal immer für den Jahrgangsstufentest.
    — Nichts gegen die Jahrgangsstufentest, aber was die Dreifaltigkeit des Testens betrifft, da stehen die Tests auf wackligen Füßen, vor allem bei Validität und Reliabilität. Außerdem kann man einen Jahrgang nicht mit einem anderen vergleichen. VERA verspricht, dass das anders sein wird. Davon bin ich noch nicht völlig überzeugt, weil ich noch nicht viele VERA-Aufgaben für Deutsch oder Englisch gesehen habe.

  9. Bzgl. Korrekturen: Es gibt Berechnungen, wonach sie für Korrekturfachlehrer kanpp 50% der Gesamtarbeitszeit sind (Beleg habe ich leider nicht mehr). Bei Steigerung der Korrekturbelastung um 50% kann man sich ausrechnen, was das für die Gesamtarbeitszeit bedeutet.

  10. Mal ne ganz dumme Frage: was würde passieren, wenn Lehrer in Bayern geschlossen in den Streik treten würden? Alle rausschmeißen?
    Damit dann nur noch frisch von der Uni geholte Leute oder Leute mit mangelnden Deutschkenntnissen an den Schulen unterrichten????

  11. Sie würden wohl die Koalitionsverhandlungen noch mal wiederholen müssen :)
    Wenn jetzt sogar die Lehrer auf die Barrikaden gehen, dann können wir bald auf Besserung hoffen.

  12. @BIA: Das ist mir eine zu hypothetische Frage. Streiken dürfen wir außerdem leider nicht, wollen die meisten Lehrer auch nicht, und für einen Streik ist VERA ohnehin kein Grund. Da gäbe es bessere. Schließlich erfahren die Kollegen nun auch endlich mal, dass es Bildungsstandards gibt.

    Wir sollten eigentlich daran interessiert sein, den Leistungsstand unserer Klassen wenigstens einmal objektiv zu erfahren. (Von der Selbsteinschätzung, dass man das doch im Gefühl hat, halte ich nicht viel.) Bei VERA 3 sollten Lehrer bei den einzelnen Aufgaben vorher schätzen, wie schwer oder leicht sie ihren Schülern fallen würden. Ich traue mir nicht immer zu, den Schwierigkeitsgrad einer Aufgabe im Vornherein zu bestimmen.

    Vielleicht kommen wir durch diese Objektivität auch von der Praxis fort, die dafür sorgt, dass sich Schulaufgaben immer um den Wert 3,40 einpendeln. Ich halte viel von der Normalverteilung, aber manchmal sind mir die Ergebnisse zu sehr normalverteilt.

  13. @Herr Rau: „ich traue mir nicht immer zu, den Schwierigkeitsgrad einer Aufgabe im Vornherein zu bestimmen.“ Das bringt mich in diesem VERA-Zusammenhang auf einen bemerkenswerten Gedanken – wie entwickeln wir eigentlich Klassenarbeiten? „Man hat es im Gefühl, dass die Klasse (oder 75%?) diese Aufgaben jetzt können müssten, weil ich es unterrichtet habe und es die-und-die Fragen, Unterrichtsbeiträge der Schüler gab.“ Entwickelt man Klassenarbeiten, damit die Normalverteilung herauskommt („eine schwere Aufgabe muss man immer ans Ende setzen“)? oder korrigiere und bewerte ich (ein bisschen Spielraum ist immer), so dass ich einzwei 1er, ein paar 2er, viele 3er und noch 4er und 5er habe? D.h. damit es passt, drehe man am Ende am Schnitt herum („ab 32P ist es eine 2.“).
    Einmal zwischendurch den Bezugsrahmen zu erweitern kann da aus meiner Sicht gefahrlos gut tun.

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