Reden (und Interviews)

In der 9. Klasse Deutsch wird dieses Jahr die erste Schulaufgabe eine Rede sein – eine verkappte Erörterung eigentlich, aber halt eine mit einem Adressaten, eingebettet in eine Situation, wenn auch beides nur fiktiv. Argumentieren müssen die Schüler in einer Rede schließlich auch, und das ist das Wichtigste, das sie bei der Erörterung lernen.

Das Schulbuch unterscheidet zwischen Reden mit Informations- und Appellcharakter sowie Reden zu einem gegeben feierlichen Anlass. Ein Beispiel darin ist eine Scherzrede von Loriot zum Thema “Spenden für notleidende Vampire”.

Nach diesem Vorbild sollten die Schüler erst einmal eine ähnliche Rede schreiben – mit dem Computer zu Hause. Im Computerraum habe ich den Schülern danach das Formatieren auf Zeilenabstand 1 1/2, Schriftgröße 12 pt gezeigt und auf die Vor- und Nachteile der automatischen Rechtschreibkorrektur hingewiesen. Dort mussten die Schüler Klimax, Parallelismus, Anapher einbauen und in den Tagen danach wurden die ersten Reden im Klassenzimmer vorgetragen. Das hörte sich dann so an wie bei dieser Rede zum Schutz der Backwaren:

Schön finde ich vor allem die Neologismen. “Erdmarzipänchen” ist wirklich neu, im Web habe ich es jedenfalls noch nicht gefunden. Üben müssen wir noch die Vortragsweise. Der Schüler hatte aber eben auch kein Manuskript mit Zeilenabstand 1 1/2 vor sich.

– Fußnote, weil auch im Schul-Podcast: Letztes Jahr studierte ein Schüler unserer Schule an der Uni ein schon bisschen Informatik. Die TU München bietet nämlich ein Informatik-Frühstudium für begabte Schülerinnen und Schüler an, damit die schon ein bisschen Universitätsluft schnuppern können: An zwei Nachmittagen in der Woche gibt es reguläre Vorlesungen und Praktika, dazu viel webbasiertes Arbeiten. Die Schüler schreiben Klausuren und sammeln dadurch – falls sie später mal an der TU Informatik studieren wollen – bereits Credits für das Bachelor-Studium. Aber natürlich ist das auch interessant, wenn man später etwas anderes studiert. Informatik-Grundkenntnisse kann man immer brauchen

Zwei Neuntklässler haben letztes Jahr ein Interview mit diesem Schüler geführt und ihn zu seinen Erfahrungen befragt:

Ich hätte mich über eine positivere Rückmeldung gefreut, aber man kann nun mal nicht alles haben. Das Interview ist jedenfalls gelungen, finde ich.

3 Antworten auf „Reden (und Interviews)“

  1. Schulpodcast?

    Ist das irgendein Podcast im Netz, den ich nicht kenne?
    Oder ist das ein Podcast von eurer Schule / euren Schülern?

    Falls ja, hast du davon schon einmal berichtet? Das würde mich nämlich auch mal als “Projekt” interessieren.

    Markus

  2. Tut mir leid für den missverständlichen Ausdruck: Ja, das ist der Podcast unserer Schule, über den ich noch nicht viel geschrieben habe, weil es sich nicht sehr lohnt. Veröffentlicht wird mit Loudblog, daraus werden die Beiträge dann direkt in die Schulhomepage eingebunden.

    Es gibt keine Schüler (mehr), die sich daran mitarbeiten, wie überhaupt das Interesse an Veröffentlichung bei unseren AGs sehr klein ist – Schülerzeitung und Homepage sind auch wenig aktiv, was Schülerbeiträge betrifft. Jemand müsste dringend mal einen Jingle für den Podcast produzieren, den man vorne dranhängen könnte.

    So nutze ich den Podcast dazu, meine Audioproduktionen aus den Klassen auf die Homepage zu stellen. Die sind oft auch das, was schulfremden Besuchern in Erinnerung bleiben. Vielleicht sollte ich Schüler daran erinnern, dass es so etwas gibt. Oder – statt Referat – sechs Schülern meiner Klasse den Auftrag geben, ein halbes Jahr lang jeden Monat eine kurze Sendung zu produzieren. Vielleicht gibt’s ja auch mal wieder Schüler mit Interesse an Audio.

    Aber so ein Schulpodcast, das wäre eine Idee… gibt es vielleicht schon, ich kenne mich bei Podcasts nicht aus. Eine Anthologie-Sendung, jede Woche (oder erst einmal: jeden Monat) eine Sendung aus einer anderen Schule, Einreichungen aus vielen verschiedenen Schulen. Das wäre etwas für Einsteiger, die – wie wir – keinen regelmäßigen eigenen Podcast veröffentlichen wollen.

    Man müsste in Blog dazu einrichten, eine Liste mit Terminen, die man buchen könnte – oder doch eher in der Folge publizieren, in der das Material kommt? Weihnachten, kommende Sommerferien und so weiter bieten sich als Themen allerdings an, so dass man dafür schon Ausschreibungen machen könnte.

    Gibt’s so was schon? Macht’s wer? Genug bloggende Lehrer als Ansprechpartner gibt es ja.

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