Historische Didaktik: Lernzirkel nach 1998 über die Literatur nach 1945

Der Ausgangspunkt: Ich habe im Abiturkurs noch zwei Doppelstunden Deutsch vor den Faschingsferien; zum vorangegangenen Termin wurde die mit dem Thema gründlich abschließende Klausur geschrieben: Was als Nächstes, am folgenden Tag, tun? Nachkriegszeit steht im Lehrplan, keine Epoche, auf die ich einen Schwerpunkt legen will. Da erinnere ich mich an einen Lernzirkel zu diesem Thema, den ich 2004 bereits einmal durchgeführt habe und den ich damit noch gespeichert und auf meinem Stick dabei habe. Ich beschließe spontan, den Lernzirkel auszuprobieren – nach der Klausur und vor den Ferien ist das vielleicht auch eine Abwechslung für die Schülerinnen und Schüler. So …

In der Biberrepublik

Erinnerungen an Venedig „Alle Städte sind gleich, nur Venedig ist ein bissl anders.“ So lässt Friedrich Torberg die Tante Jolesch sagen, und die Tante Jolesch hat gar nicht Unrecht damit. Venedig ist anders. Venedig ist ganz genau so, wie es im Film Top Hat (1935) dargestellt wird, zum Beispiel am Anfang dieser Szene: Wohlgemerkt: Das soll das echte Venedig sein, in dem sich die von Fred Astaire und Ginger Rogers gespielten Charaktere aufhalten, nicht etwa eine Venedig-Revue auf einer großen Bühne. Und doch trifft diese Märchenlandschaft das Unwirkliche von Venedig besser, als man meint. Vielleicht ist das Surrealste die Tatsache, …

Schildkröten & Otter in Informatik, Essays in Deutsch

Informatik 11 Es gibt eine alte Geschichte (Wikipedia), nach der die Welt auf einer Schildkröte ruht. Die wiederum steht auf einer weiteren Schildkröte, und die wieder auf einer, und so weiter. Fragen zweifelnde Menschen, was denn ganz unten kommt, lautet die Antwort: „It’s turtles all the way down.“ Das war der Einstieg in das erste große Informatik-Kapitel in der 11. Jahrgangsstufe: Das Bild oben kann man nämlich als Objektdiagramm darstellen, wo jede Schildkröte einzeln dargestellt wird, oder einfacher als Klassendiagramm, in dem man Aussagen über alle Welten und Schildkröten macht. Das sieht dann so aus: Und so sehen auch einfach …

Sprachkrise um 1900

So lautet ein Unterkapitel im Q12-Deutschbuch, und das Thema mache ich immer sehr gern. Heute war der Einstieg in die Jahrhundertwende, alter Blogeintrag dazu, aber ein bisschen etwas Neues gibt es schon. Meine Kurzfassung: Im Naturalismus versucht man die Natur (also: die Wirklichkeit, nicht den Wald) abzubilden, ganz so wie sie ist; um die Jahrhundertwende stellt sich heraus, dass das mit der Wirklichkeit nicht so einfach ist, wie man sich das vielleicht vorgestellt hat. Mein Einstieg ist dazu dieser Text von Hermann Bahr, augenscheinlich zum Impressionismus in der Malerei, aber letztlich dann auch zur Literatur: Denken wir uns, Leonardo hätte …

Schöne Sachen machen einfach gemacht

Im Blog von Pascal Schiebenes habe ich einen Hinweis auf den Webdienst lumen5 gefunden. Ich war gleich bereit, mich darüber aufzuregen: Pascal zeigt, wie man mit dem Dienst einfach Text mit Bild- oder Videomaterial kombinieren kann, um einen Film, eine Art animierter Präsentation, zu erstellen. Pascals Beispiel ist das Gedicht „Inventur“ von Günter Eich: Ich war skeptisch, weil ich an ein anderes Werkzeug dachte, mit der man aus einem Wikipediabeitrag automatisch eine Präsentation erstellen kann. Minimale eigene Leistung, aber dafür ein enorm schick aussehendes Ergebnis. Damit habe ich Pascal aber Unrecht getan und zu viel von lumen5 erwartet. Ja, man …

Ein Spiel für die Klasse: Super-Babel

Von Robert Abbott gibt es ein altes, schmales dtv-Bändchen Kartenspiel als Kunst, in dem nicht nur das Spiel Eleusis vorgestellt wird, wenn auch in der alten Fassung (Blogeintrag dazu), sondern auch ein Spiel namens Babel, mit der Vielspielerversion Super-Babel. Babel ist ein nicht-rundenbasiertes Spiel, wie ich sie sehr schätze (Blogeintrag dazu). Super-Babel habe ich jetzt mit einer 6. und einer 10. Klasse gespielt, jeweils mit 15 Schülern und Schülerinnen – der Rest war auf Chor- und Orchesterwoche. Man müsste das aber auch gut mit einer ganzen Klasse spielen können, und wenn man das auf Englisch spielen lässt, kann man es …

Avatare, Erebos, und Sommernachtstraum

Entwürfe für Zinnfiguren
Entwürfe für Zinnfiguren

In der 6. Klasse als Lektüre Erebos gelesen – dickes Buch, trotzdem schnell und leicht zu lesen; es geht um ein geheimnisvolles Fantasy-Computerspiel, bei dem die Missionen im Spiel ausgeweitet werden auf Missionen im echten Leben. (Alter Blogeintrag dazu.) Interessant ist dabei, dass ein guter Teil des Spiels – wenn wohl auch nicht die Hälfte – in der Fantasy-Spielwelt spielt. Es gibt ja in vielen Büchern eine solche Fantasy-Welt, in die es einen Menschen verschlägt – Alice im Wunderland, die Oz-Bücher, Narnia sind die reputierlichen Beispiele. Hier könnte man argumentieren, dass das Buch ja überhaupt kein Fantasy-Roman ist, die Monster …

Vertretungsstunde, Konferenzen, vorgemachte Dramenanalyse

Vertretungsstunde: Spontan und unvorbereitet und verspätet, weil sonst keiner da war. Die Klasse, ich kannte sie ein bisschen aus dem Vorjahr, war in der Aula verteilt und wartete. Wenige spielten Karten, viele lasen die Deutschlektüre, andere unterhielten sich, ein paar trieben Gymnastik. Also blieben wir da und ich unterhielt mich mit einigen. Das mit der Gymnastik musste ich etwas bremsen, leider, wegen fehlender Hilfestellung und keinen Matten und so. Dafür demonstrierte ich Foxtrott zu Musik vom Handy. Dienstagnachmittag Arzttermin, Mittwochnachmittag Vorlesung. Donnerstagnachmittag Konferenz in kleinerem Kreis, Adrenalin und Gegenantrag; danach Teamtreffen zur Vorbereitung des Freitags, danach Elternsprechabend. Freitagmittag Konferenz in …

Typographie in Deutsch und Informatik (nur so als Einstieg)

Schriftarten der Klasse 6a
Schriftarten der Klasse 6a

Informatik in meiner 6. Klasse findet nicht immer statt; nachmittags sind oft Konferenzen. Immerhin habe ich die Klasse parallel in Deutsch, so dass ich wenigstens die Namen der Schüler und Schülerinnen kenne. Im Deutschunterricht lasse ich sie am Rechner schreiben, im Informatikunterricht nehme ich als Beispiele Texte aus dem Deutschunterricht. Gestern ging es um die Klasse ABSATZ bei Textverarbeitungssystemn und deren Attribute; davor wiederholten wir die lange zurückliegende Klasse ZEICHEN und deren Attribute – darunter zum Beispiel die gewählte Schriftart. Und dass solche Schriften entworfen werden und 10.000 Euro kosten (habe ich mal so geraten, hängt sicher von vielen Dingen …

Lebenszeichen: Griechische Sagen, Who’s on First, Oscar Wilde, schnell mal das meiste notiert, was los war

Ich schmettere derzeit jedem Kollegen, der über zuviel Vertretung oder fehlendes Wissen bei den Schülerinnen und Schülern klagt, ein frohes: „Schule muss mehr sein als Unterricht!“ entgegen. Meine Hoffnung, dass die Kollegen dabei einen Zusammenhang herstellen (oder mir wenigstens widersprechen), wurde bisher noch nicht durch eine eindeutige Reaktion als eine begründete bestätigt. Das mit dem „mehr als Unterricht“ höre ich etwas zu oft im Moment. *** Griechische Sagen: Kommen sehr gut bei der 6. Klasse an, aber die wollen wirklich sehr viel wissen, da reicht mein sehr solides Halbwissen nicht ganz aus. Hier meine Diagramme dazu: Aber natürlich fehlt immer …