Informatik 7. Klasse, 4. Stunde

Nicht viel gemacht heute: Analyse von WWW-Adressen. Einfache Adressen an das Whiteboard geschrieben (der Beamer ging unerwarteterweise nicht), erklärt, aus was die so bestehen. Zum Beispiel:

http://home.graf-rasso-gymnasium.de/joomla/index.php
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(1) Das Protokoll. Wenn man Webseiten sehen möchte, steht vorne http. Da man mit einem Browser fast immer Webseiten oder Elemente davon sehen möchte, kann man die Angabe zum Protokoll auch weglassen, der Browser ergänzt das dann selbstständig. (Ausprobieren.) Andere Protokolle gibt es auch, zum beispiel ftp – da will man keine Webseite sehen, sondern zum Beispiel den Inhalt eines Verzeichnisses auf einem Server. Kann man hier ausprobieren:

Wenn man sich den Quelltext der Seite zeigen lässt – das war mit das erste, das ich den Schülern gezeigt habe -, dann sieht man, dass man eben keine HTML-Seite gekriegt hat. Häufiger dürften Schüler auf das Protokoll https stoßen – auch für Webseiten, aber etwas sicherer. Daher laufen Passworteingaben bei eBay, Amazon, Banken, PayPal und dergleichen über das https-Protokoll.

(2) Der Host, der wichtigste Teil der Adresse. Die schauen wir uns später noch genauer an.

(3) Ein Verzeichnis, es könnten auch mehrere sein.

(4) Die angeforderte Datei. Wenn da nichts steht, wird automatisch der Name index.htm, index.html oder index.php ausprobiert. Deshalb steht bei vielen Adressen oft gar nichts da.

— Jetzt noch mal etwas genauer zu der Host-Angabe, etwa:

home.graf-rasso-gymnasium.de

Die besteht aus mehreren Teilen, von rechts nach links zu lesen: da kommt zuerst die Top Level Domain (TLD), in diesem Fall .de.
TLDs werden von einer Gesellschaft festgelegt, man kann also nicht so einfach eine eigene erfinden. Es gibt .edu für amerikanische Universitäten, .gov für Seiten der amerikanischen Regierung, und noch zehn oder zwanzig mehr. Das haben die Schüler in Wikipedia herausgefunden und sind natürlich gleich auch die abgelehnte TLD .xxx gestoßen, die für Pornographie gedacht war.
Die meisten TLDs sind aber Ländern zugeordnet. Davon kennen die Schüler schon viele, mehr als ich (.kr .hr für Kroatien, hatte ich nicht parat). Auch davon gibt’s eine Liste bei Wikipedia, und da sollten sich die Schüler vor allem über .tv und .vu und .tk informieren. Diese TLDs kennen manche Schüler nämlich, weil es da gerne mal kostenlose oder sehr billige Domains gibt. Das sind kleine Länder, gerne mal Inselgruppen (Tuvalu und Vanuatu), die ihre TLDs an kommerzielle Firmen verkaufen. An Adressen der TLD von Tuvalu sind vor allem Fernsehsender interessier (.tv). Tokelau hat seine TLD .tk an einen Investor verkauft, „der die Adresse für mehrere Millionen Dollar erwarb“. Da wollte ein Schüler gleich dessen Geschäftsmodell wissen. Wie verdient der Geld damit, obwohl es kostenlose .tk-Domains gibt?

Links neben der TLD steht die Domain, etwa wordpress oder graf-rasso-gymnasium herr-rau. Die kann man in gewissen Grenzen selbst wählen, wenn man dafür bezahlt. Kostet gar nicht viel, die Schüler nennen gleich kostenlose Angebote von Billiganbietern.

Links von der Domain steht die Subdomain. Davon kann der Domaininhaber mehr oder weniger beliebig viele anlegen. Und www.graf-rasso-gymnasium.de führt eben nicht zum gleichen Ziel wie forum.graf-rasso-gymnasium.de; es müssen auch keinesfalls alle URLs mit „www“ beginnen. (Bittere Erfahrungen: jedes Mal, wenn ich Schülern die Adresse forum.graf-rasso-gymnasium.de diktiere, machen sie www.forum.graf-rasso-gymnasium.de daraus.)

— In der einen Klasse war danach noch Zeit, so dass die Schüler nebenbei meinen Schreibtischdrachen ausprobieren konnten. Den hatte eine Schülerin im Blog gesehen und wollte wissen, wie das geht.

Insgesamt: Diesmal recht viel Vortrag, von kurzen Rechercheaufgaben unterbrochen.

2 Antworten auf „Informatik 7. Klasse, 4. Stunde“

  1. Die Top Level Domain für Kroatien sollte eigentlich „hr“ (Hrvatska) sein, nicht „kr“.

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