Wiki 7. Klasse, wieder mal

In Informatik in der 7. Klasse müssen meine Schüler immer ein Wiki zu einem mehr oder weniger selbst gewählten Thema füllen. So werde ich dem Lehrplanpunkt “vernetzte Dokumente erstellen” gerecht.

Mein Schwerpunkt ist dabei die Produktion von Inhalt, auch weil ich Deutschlehrer bin. HTML sollen die Schüler ohnehin nicht lernen.

Damit ich die Vorgehensweise nicht vergesse:

  1. Zuerst einigen wir uns auf ein gemeinsames Thema; jeder Schüler hat einen Aspekt als erste Aufgabe. Dabei sein müssen zum Schluss: 1–2 Bilder, mindestens 2 Links.
  2. Die Schüler schreiben ihren Artikel erst einmal vor. Er muss noch nicht fertig sein, aber es muss schon viel Text da sein. Unformatiert, ohne Zentrierung, Unterstreichung, Schriftgröße und dergleichen zeitstehlendem Zeug mehr. Ganze Sätze, keine Stichpunktlisten.
    Und da ist das Hauptproblem: Viele Schüler können erst einmal keine längeren Texte schreiben. Sie können im Rahmen von Deutschaufsätzen Geschichten erzählen und beschreiben, erklären, berichten. Aber außerhalb eines Aufsatzes mit wochenlanger Vorbereitung: kaum Ergebnisse. Vier Zeilen und dann wissen sie nicht mehr, was sie schreiben sollen – oder können. Hier macht es wirklich Sinn, mehr Kompetenzen zu üben als Aufsätze.
  3. Einführung ins Wiki, Übertragung des Textes ins Wiki. Ab da wird nur noch online gearbeitet: Texte verfeinern. Wikitypische Layoutfragen.
  4. Bilder hochladen. Fragen des Urheber- und Persönlichkeitsrechts.
  5. Links anlegen und weitere Wikibeiträge schreiben.

9 Antworten auf „Wiki 7. Klasse, wieder mal“

  1. Welches Wiki nimmst du? Selbst gehostet oder ein kostenloses Angebot aus dem Netz? Was sind denn so die Themen, die ihr da nehmt?

    Ich hatte das auch schon einmal versucht und bin auch an den ganzen Sätzen gescheitert, die die 8. Klasse nicht über 5 oder 6 Zeilen zusammenbringt.

  2. Selbst gehostet, da ich ohnehin Verwalter der Schuldomain bin. Das Wiki ist PmWiki – für meine Zwecke sehr gut geeignet, da flexibel, wenn auch nicht so mächtig wie MediawWiki. Vor allem lässt es sich sehr viel schneller updaten; läuft ohne Datenbankanbindung.

    Themen: Ich hatte schon mal ein Schullexikon, eine Fantasy-Welt, immer wieder dabei (auch diesmal) ist eine Darstellung unserer Sport- und Wanderwoche am Anfang der 7. Klasse. Das ist eine Art Schullandheimaufenthalt. Dann gibt es diesmal noch Sportmöglichkeiten in der Umgebung und ein Kochlexikon mit Rezepten.

  3. Danke, Dein Artikel war der entscheidende Anstoß fürs Fach Projektmanagement (Screendesigner): die Schüler schreiben jetzt begleitend zu einer Programmierung von CMSms eine Gebrauchsanweisung für fiktive Kunden. Sie bauen dafür einen Wiki auf.

    Allerdings muss man bei PmWiki in der php.ini herumschrauben, was etwas schwierig wird, wenn man nicht einen eigenen (Web-)Server fährt.
    »PmWiki runs with PHP5 but you need to deactivate MMCache in php.ini (MMcache is a section in this file)«.

    Welche Wikis sind noch geeignet (PHP, MySQL, de)? Schlank, variabel, viele Erweiterungen? Ich suche noch nach ein paar Alternativen, die ich den schülern empfehlen kann.

  4. Ich verstehe leider nicht viel vom Betreiben eines Webservers. MMCache läuft bei mir wohl nicht; ich hatte das gleiche PmWiki mit PHP4 und dann mit PHP5. Andere Wikis habe ich nie wirklich ausprobiert.

    Bei PmWiki konnte ich mir sehr leicht selber Plugins schreiben um etwa Freemind-Dateien einzubauen oder Links von Mr Wong oder Delicious. Bei Mediawiki waren die Updates lästig und umständlich, da ich keinen Shell-Zugang habe. Die Migration von einer Adresse zu einer anderen geht bei PmWiki auch leichter.

    Andererseits: Wenn es irgend etwas Neues gibt, dann ist MediaWiki sicher als Erstes dabei. Ich habe irgendwo schon eine Ergänzunggesehen, allerdings noch Entwicklungsstadium, in dem Java-Code in MediaWiki eingegeben werden konnte, der dann compiliert und ausgeführt wurde. Als Lernumgebung quasi.

  5. Hallo,

    Mich würde interessieren, ob die SchülerInnen die Artikel auch untereinander verlinkt haben. Das war zumindest laut deiner Einleitung “vernetzte Dokumente” ein erklärtes Ziel. Wie hat das funktioniert? Gab es Absprachen im Klassenverband, mit dem Sitznachbarn? Wurde inhaltlich vernetzt?

  6. Das ist ein Schwachpunkt bei meinem Vorgehen, aber ich weiß noch keine bessere Lösung. Vermeiden will ich, dass es nur Links gibt und keinen Text. Mein Ausgangspunkt ist, dass jeder Schüler einen ausführlichen Wiki-Eintrag selber schreibt.

    Wenn der einigermaßen steht, auch mit Bildern, erkläre ich, wie man Links einbaut. Dass das kommt, wissen die Schüler; bei der Themenwahl habe ich auch darauf hingewiesen, wie wichtig die Möglichkeit der Anknüpfung an andere Einträge ist. Wenn die Schüler dann ihren Haupteintrag (sozusagen) zu Ende schreiben, müssen sie darauf schauen, dass sie Verknüpfungen zu anderen Seiten einbauen und notfalls ihren Text ergänzen. Sie können aber genauso gut selber weitere Seiten erstellen. (Ein Schüler tippt zum Beispiel gerade zum Stichwort “Wanderungen” einen Beitrag, in dem der zwei verschiedene Touren beschreibt. Daraus werden dann vielleicht zwei Wikiseiten.)
    Das klappt schon – einigermaßen.

    Eine andere Möglichkeit, die ich noch nicht ausprobiert habe, ist die, dass ich die Wikiseiten und die Links zwischen ihnen vorgebe, zumindest als Minimallösung.

    Beim allerersten Schülerwiki vor fünf Jahren hab eich tatsächlich noch angefangen mit einer Pinnwand hinten im Klassenzimmer, an die jeder Schüler ein Zettelchen mit seiner Seite hing, um einen Überblick zu ermöglichen, vielleicht gar mit Bindfäden dazwischen oder schriftlich fixierten Links – aber das war nicht durchzuhalten, die Anzahl der Wikiseiten wuchs zu schnell.

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