Fotowand

Wir dürfen ja nichts aufhängen oder -kleben an Wänden oder Türen, dafür ist ein Teil der Rückwand jedes Klassenzimmers magnetisch. Aber so richtig dauerhaft hält da auch nichts, Schweres ohnehin nicht. Ich habe trotzdem im Computerraum (dem einzigen Raum, in dem ich dieses Jahr unterrichte) das hier aufgehängt:

In die durchsichtigen Plastikabteilungen kann man Fotos im üblichen 9×13-Format stecken. Diese Plastikvorhänge gibt es in verschiedenen Formaten und Ausführungen bis hin zum Duschvorhang. Die Fotos sind lauter Abbildungen von erinnernswerten Projekten oder Unternehmungen, die ich den letzten zehn Jahren mit Schüler unternommen habe. Bilder davon habe ich ja dank meines Blogs.

Warum? Zur Erinnerung an schöne Sachen und als Demonstration. Eigentlich wäre es mir ja noch lieber, wenn in jedem Klassenzimmer eine Klasse so ihr Schuljahr dokumentieren würde: schöne Momente, Ergebnisse, Erlebnisse. Ein kleineres Problem besteht darin, dass man vorher ausmachen muss, was hineingehört und was nicht; danach müsste man die Schüler schon entscheiden lassen. Das größere Problem wäre der zu erwartende Vandalismus. Am besten wäre so eine Fotowand ja als Demonstration nach außen, also außen an der Tür, aber das wird sich schwer machen lassen.

— Aufgehängt habe ich die Bilder an einem Badezimmerhaken, und dieser Haken ist mit Tesa Powerstrips befestigt. (Gibt’s auch von der Konkurrenz, glaube ich.) Hält sehr fest an glatten Oberflächen und ist einfach und rückstandslos wieder ablösbar. Damit wäre jetzt kein Klassenzimmer sicher vor mir.

14 Antworten auf „Fotowand“

  1. Nach mehrjähriger stiller Lektüre scheint sich hier eine Vermutung zu bestätigen: In Herrn Rau steckt ein verkappter Grundschullehrer! :-)

  2. Ich finde, Klassenzimmer sollten durchaus von der Klasse dekoriert werden. Also vor allem, wenn es wirklich ein Zimmer pro Klasse gibt, wie es bei uns zumindest bis zur Mittelstufe war. In meinem Büro hängt ja auch ein Poster mit Bob Marley drauf, man braucht einfach eine nette Arbeitsumgebung. Wie wär’s mit der Anschaffung superstarker Magneten?

  3. Ja, Herr Rektor, für das Spielerische muss ich mir am Gymnasium Nischen suchen. Ansonsten: wenn die Kinder nicht so viel spucken würden, wie ich das bei Frau Weh gelegentlich lese, könnte ich mir das schon auch vorstellen. Aber halt nicht nur. Und mit lateinischen Begriffen für die Wortarten, versteht sich.

    Superstarke Magnete: Wir haben schon ziemlich starke, aber für den Plastikvorhang reichen sie nicht. Sie sind aber schon so stark, dass man zwei davon nicht auseinanderkriegt, wenn sie zusammenrauschen, und den Finger sollte man auch nicht dazwischen kriegen, weil’s doch ganz schön zwackt.

  4. Ich finde eine solche Präsentation gerade in Fachräumen absolut nicht verkehrt. Dann aber gerne mehr unterrichtsbezogen.

    In der Grundschule haben wir es allein durch die Klassenräume natürlich leichter, den Schülern eine ästhetische/heimelige/angenehme Lernumgebung zu schaffen. Ich schicke nachher mal ein Bildchen von unserer Pinnwand rüber.

    Liebe Grüße,
    Frau Weh

    (Ach ja, in meiner Klasse spuckt niemand. Da übergibt sich höchstens mal jemand.)

  5. Liebe Frau Weh, als „Neigschmeckte“ habe ich im Südwesten die neue Bedeutung altbekannter Wörter erst mühsam lernen müssen, ich vermute, dass es im Südosten ähnlich ist (Herr Rau möge korrigieren): Spucken = Erbrechen, Mucke = Fliege, Heben = Halten usw.
    Selbstverteidigungskursleiter: „Hebet Sie mich mol!“ Er brach bei meinen vergeblichen Anstrengungen vor Lachen schier zusammen…

  6. Als westlechlicher Augsburger bin ich sprachlich gerade noch Schwabe, stimmt. (Der Lech bildet eine Dialektgrenze zwischen Schwäbisch und Bairisch.)

    Das mit dem Heben ist schon lustig. Beim Bäcker, wenn es ums Brot geht: „Des hebt scho no a paar Tag.“

  7. Lieber Herr Rau, meine können sogar die lateinischen Fachbegriffe und immer wieder ordnen sie diese auch den richtigen Wörtern zu. Und zum Thema „Spucken“: Nix, was ein ordentlicher Sack Katzenstreu nicht wieder hinkriegen würde….

  8. Starke Magnete: Firma Prodidakt hat einen erschwinglichen Magnethaken im Angebot, der wirklich was trägt! Die Fotowand sollte halten.

  9. Vielen Dank für die sprachliche Aufklärung.

    Ja, Katzenstreu wurde mir bereits empfohlen. Bisher war ich Purist in diesen Dingen.

  10. Rektor Skinner: vergelt’s Gott. Nicht alle Grundschulen machen das, glaube ich, jedenfalls wenn ich unsere Schüler frage. Andererseits: wenn ich die frage, was sie bei mir im Vorjahr gelernt haben, können sie sich auch an nichts erinnern. Ich wollte aber wirklich nicht kritisieren, nur weil das mit den lateinischen Fachausdrücken immer so ein Diskussionspunkt ist…

    Die Magnethaken sehen äußerst brauchbar aus. Da bestelle ich doch mal einen Satz. Überhaupt, dieses Prodidact – man muss mich fernhalten vor solchen Katalogen. Ich habe noch Blankokarten hier und Holzwürfel (zum Somawürfelbasteln), sechseckige Röhren für Wortkombinationen, ein Aufklebersortiment und vielleicht noch anderes. Manches bin ich schon losgeworden, aber ich mag Spielzeug sehr gern, auch wenn es pädagogisches ist. Kommt dann aber doch nur selten zum Einsatz.

    (Ich träume immer noch davon, mit Magnetfolie und Spielecountern Brettspiele an der Wand zu spielen. Also, nicht Schach, sondern Risiko oder Diplomacy oder Kingmaker und solche Sachen…)

  11. Risiko an der Wand…..na ich danke herzlich, jetzt hab ich wieder nen Floh im Hirn… Mit den Fachbegriffen: Ich bin ja sonst schwer dagegen meine Kinder aufs Gym zu trainieren, aber ich sag ihnen in der vierten immer: „Wenn du in der ersten Woche in der 5a ein Satz in seine Bestandteile zerlegt wird, lehn dich zurück, schau zu wie die Kinder aus anderen Schulen nervös zu schwitzen anfangen, warte noch 20 Sekunden und dann meldest DU dich…..“

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