Erste Schulwoche 2013

So richtig gewöhnt habe ich mich an die Schule noch nicht, abends bin ich jedesmal immer rechtschaffen müde. (Rechtschaffen müde, da muss ich immer an D&D denken.) Viel Unterricht habe ich nicht, aber viele Stunden an der Schule; mit meinem Stundenplan bin ich sehr zufrieden, ich bin aber auch sehr leicht zufrieden zu stellen. Und die Planer an unserer Schule (ich war ja früher selber einer) geben sich wirklich viel Mühe.

Viel Deutsch dieses Jahr, kaum Informatik, kein Englisch. Mit der 10. Klasse Stilistik geübt (gewünscht: verständliche Sätze), dann zur Erörterung. Die digitalen Themen liegen ja quasi auf der Straße. Mit der 8. Klasse Satzbau geübt anhand der Inhaltsangabe zu Little Brother aus Wikipedia, bei der ich alle Nebensätze in Hauptsätze umgewandelt habe – soweit möglich: von den 13 ursprünglichen Nebensätzen habe ich zwei nicht herausgebracht. Gerade Konditionalsätze lassen sich wohl gar nicht ersetzen. – Natürlich ging es mir nicht nur um Nebensätze, sondern auch um sehen, ob sich das Buch nicht doch schon in der 8. als Lektüre eignet… immerhin, eine Schülerin hatte es schon gelesen. Und der Lehrplananhang empfiehlt Moby Dick als Lektüre – ein tolles Buch, aber für die 8. Klasse nur in einer unzumutbaren Kinderbuchfassung denkbar.

An der Uni neuen Kollegen begrüßt. Schönen Regenschirm zu Geburtstag gekriegt, damit ich mich von zwei alten, kaputten trenne. Morgen Rosa-Glitzer-EInkaufstour für den Geburtstag der Nichte. Jetzt erst mal wieder müde-

6 Antworten auf „Erste Schulwoche 2013“

  1. Hallo mal wieder!
    Darf ich fragen warum sich Moby Dick (auf Deutsch wie auf Englisch) nicht für die achte Klasse eignet? Schreibstil oder Inhalt?
    Ich meine: (Gymnasium IIRC?), achte Klasse, da hätte ich mich (damals noch Realschule, erst nach der 10. Gymnasium) glaube ich über solchen Stoff gefreut.
    Die Themen von Moby Dick sind zeitlos und auf vieles übertragbar, das Buch ist (zumindest in meiner Erinnerung, ist lange her) spannend geschrieben und auch “hart” genug dass es “cool” sein kann.
    Und Bonus: Man kann darüber diskutieren ob der Vergleich von Picard mit Ahab, den Lily Sloane in “Star Trek: First Contact” anstellt, zutreffend ist oder nicht. :)

    Bei “rechtschaffen müde” musste ich spontan lachen. Das sind halt die D&D‑Spieler. :D

    Gruß
    Aginor

  2. Auf Englisch geht das nicht, weil das Buch zu schwer für die Jahrgangsstufe ist. Zugegeben, kein Vergleich zu Tristram Shandy, aber trotzdem ein massives – köstliches – Konglomerat von Einschüben, Auswüchsen, Metaphern, dramatischen und historischen Einlagen und nautischem Vokabular. Auch nicht in höherer Jahrgangsstufe, fürchte ich, aber da habe ich im G8 keine Erfahrung. Auf Deutsch in der Oberstufe: geht, nur dass im G8 keine Zeit mehr ist für Weltliteratur. Kein Name der Rose, kein Moby Dick.

    Auf Deutsch: Schreibstil und Inhalt, ist ja kaum zu trennen. Das Kapitel über Duodezwale und andere Walgrößen – ist da der Stil das Problem (beziehungsweise der Genuss) oder der Inhalt? Ich könnte ja mal mit einem Referat anfangen… und dann Moby Dick und Wrath of Khan vergleichen.

  3. Ok, das klingt einleuchtend.
    Und jetzt wo ich so drüber nachdenke: Vermutlich sind mir damals auch ein paar Metaphern und so entgangen. Müsste das fast mal wieder lesen. Und ziemlich dick (pun intended) ist das Buch ja dann auch noch…

    Wenn man dann was nautisches mit weniger Tiefgang (lol, schon wieder! Das ist wirklich keine Absicht) haben will ist vielleicht der Seewolf oder so besser.

    Und ja, Wrath of Khan ist da natürlich auch genial geeignet! :)

    Gruß
    Aginor

  4. Ha, die Achtklässlerin des Hauses hat sich genau an Moby Dick gewagt, beim Buchhändler ihres Vertrauens eine gebundene Ausgabe bestellt – nur um festzustellen, dass der erste Satz fehlt. Der erste Satz? Der erste Satz! Also Finger weg von der Übersetzung von Wilhelm Strüver, die den Text laut eigener Aussage “behutsam überarbeitet” hat.

    Auf der Meta-Ebene ist das natürlich ein willkommener Anlass, über Übersetzungsprobleme und Erzählperspektiven und solche Sachen zu reden. Und für das Referat ist schon ein Schmankerl gefunden.

  5. “[Die Übersetzung] drückt vor allem eins aus: Verachtung für den übersetzten Text. Fast zwei Drittel fand dieser dolmetschende Zensor offenbar so schlecht, dass er sie ganz wegließ.” Dieter E. Zimmer, zitiert nach dem Wikipediaartikel zum Buch. Aber ja, ist dann gutes Diskussionsthema.

  6. Da guckt man einmal nicht in die Wikipedia, und dann so was. Also auf in die Bibliothek, neuen Text besorgen. Was für ein Ärgernis. Skandalöserweise stand im Buchhändlerkatalog nicht, dass es sich um eine bearbeitete Ausgabe handelt. Wenigstens kostet das Ding nicht viel.

    Nach einem kurzen Blick in den Wikipedia-Artikel scheint mir, dass die Diskussion um MD-Übersetzungen großes Vergnügen für das Publikum bereithält, so man denn Lust hätte, sich darauf einzulassen.

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