Fasching 1979

Faschingsparty_1979

So sahen Faschingspartys damals aus. Hinweisen möchte ich auf die 50–50-Verteilung von traditionellen generischen Kostümen (Cowboys, Matrose) und benamsten Rollen, Marken-Namen – hier Superman, Spider-Man, Han Solo und Luke Skywalker. Ist das einzige traditionelle benamste Kostüm Robin Hood? Den habe ich zwar nie als Kostüm gesehen, aber ich kann ihn mir gut vorstellen neben Clown, Musketier, Prinzessin. Wie ist das heute, geht man als Kind als Markenfigur oder sind die Moden da so schnellebig, dass es sich nicht lohnt? Geht man als Zauberer oder als Harry Potter?

Luke Skywalker, das ist mein Bruder; Spider-Man (damals “die Spinne”) bin ich, in der 5. Klasse. Die Kostüme genäht von unserer Mutter, nach Rücksprache und detaillierten Anweisungen.
Zwei Star-Wars-Poster über dem Bett, die meinem Bruder gehörten. Für die Party wurde der obere Teil des Stockbetts abgenommen. (Stockbettern sind Klasse.)
Unter dem Bett eine Autorennbahn.
Unter dem unteren Nachttischregal: Die Steckdosenleiste könnte genau die sein, die jetzt unter meinem Schreibtisch ist. Die ist jedenfalls auch uralt und aus Familienbeständen, aber vielleicht sehen die immer so aus.
An der Wand oben eine Chianti-Korbflasche. Da habe ich noch mit 18 Jahren Kerzen reingesteckt und sie heruntertropfen lassen.
Im Bücherregal etwas, das Krabat sein könnte.
Auf dem Nachttischregal oben eine Taschenlampe und der Beginn meiner Comicsammlung.
Auf dem Boden stehend mein kleiner Bruder, der eine verwirrende Kindheit gehabt haben muss.

7 Antworten auf „Fasching 1979“

  1. Also wir hatten in den vergangenen Jahren hier mit drei Kindern eine bunt gemischte Verteilung von klassischen, modernen und kreativen Verkleidungen – klassische wie Pirat und Prinzessin, Helden und Bösewichte wie Spiderman und Darth Maul, moderne wie Pikachu und Kwaazi (von den Oktonauten, einer coolen Unterwasser-Kinderserie), aber auch kreative wie Stubenfliege und Bombe. :) Was ich nur noch sehr selten sehe, und es auch bei uns noch nie gab, sind die alten Klassiker Cowboy und Indianer. Ich denke, das liegt daran, dass die Zeit der großen Western unwiederbringlich vorbei ist und man sich auch nicht mehr am Sonntagnachmittag im Beisein der Kinder Filme ansehen würde, in denen geschossen, gequalmt und gesoffen wird. ;)

  2. Großes Lob an die Mutter, das sind hervorragende Faschingskostüme. Und die schneidigen Cowboys sind auch nicht übel.

    Wir hatten hier natürlich auch mal Jedi-Ritter und Prinzessin, aber die besten Kostüme waren eine Waschmaschine (aus einem Karton, mit Persiltüte als Kopfschmuck) und Don Giovanni (ohne das eklige Zeugs mit den 1003 Spanierinnen) , der sich immer erklären musste, weil er für Zorro gehalten wurde. Am Ende des Faschingstages traf er auf einen Faschings-Mozart und bedankte sich artig bei ihm für seine Erschaffung.

    Das Buch im Bücherregal ist natürlich Krabat. Mit diesen rätselhaften und schönen 70er-Jahre-Illustrationen, Holz- oder Linolschnitt? Wir hatten ein ganz ähnliches Stockbett – hatte dieses auch so ein Metallgeflecht statt eines Lattenrostes?

  3. Cowboy war ich ein paar Mal, aber mir fällt erst jetzt auf, dass ich mich nicht an Indianer erinnern kann. So weit ging die Karl-May-Liebe dann wohl doch nicht. (Oktonauten musste ich nachschlagen.) Rabiate Filme würde ich als Onkel jederzeit anschauen, aber die konkreten Eltern haben da tatsächlich andere Vorstellungen.

    Das Stockbett: Ich werde alt, ich kann mich nicht erinnern. Das obere Bett war einfach in das untere gesteckt, auf Stahlrohren, quadratisch im Querschnitt. Aber was unter der Matratze war… sicher kein Lattenrost, das wüsste ich noch.

  4. An ein Metallgeflecht erinnere ich mich auch, aber ebenso an ein schlichtes Sperrholzbrett. Oder hatte das mein handwerklich begabter Vater später eingesetzt?
    Das Brett konnte man (ich) toll von unten mit den Beinen hochdrücken und die oben liegende Schwester erschrecken. Ein Metallgeflecht hätte sicher die vielen Faschingskinder nicht getragen?
    Spiderman selbst genäht ist toll. Ein Rotkäppchen war ich mal, mit blonden Zöpfen und Korb am Arm, meine Tochter eine Pippi Langstrumpf (auch mit ihren echten Zöpfen, Draht eingeflochten und rot besprüht, das Kostüm wurde aus normaler Kleidung bunt zusammen gemixt).

  5. >Das Brett konnte man (ich) toll von unten mit den Beinen hochdrücken

    Ja, genau! Oder so ähnlich… Ich weiß nicht mehr, gegen was ich da gedrückt habe, aber mein motorisches Gedächtnis weiß das noch genau. Auf dem Rücken liegend, das ganze obere Bett anhebend.

  6. Dieser Artikel hat Erinnerungen geweckt und zu einem spontanen Blogartikel geführt, wenngleich mein Karnevalsfoto erst 5 Jahre später geschossen wurde. :D

    Danke für’s Erinnerungen wecken.

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