10 Bücher

Via Neues von der Sandbank: Wenn wir – so wie in England – eigene Klassenzimmer hätten, welche 10 Bücher würden wir dort als Klassenbibliothek aufstellen?
Hier ohne besondere Reihenfolge meine Liste, für Jahrgangsstufe 5-12, mit dem Schwerpunkt irgendwo in der Mitte.

  1. S. Morgenstern, Die Brautprinzessin
  2. Martin Gardner, Mathematischer Zirkus (oder ein anderes seiner Bücher)
  3. William Golding, Der Herr der Fliegen
  4. Der neue Conrady. Das große deutsche Gedichtbuch
  5. A.S. Neill, Die grüne Wolke
  6. Kathrin Passig/Aleks Scholz, Lexikon des Unwissens
  7. Isaac Asimov, Robotergeschichten
  8. Walter Jens, Ilias und Odyssee
  9. Jens Soentgen, Selbstdenken!
  10. Richard Adams, Unten am Fluss

Ich glaube ja, das ist so ein Rorschach-Test um herauszufinden, welche Art Lehrer man ist. Damit wird überprüft, was man wohl gerne hätte, das die jungen Leute lesen… zwanzig Bücher wären mir lieber gewesen als zehn, jedenfalls hätte ich keine Probleme, noch zehn weitere zu finden. Recht viele Sachbücher, keine explizite oder typische Jugendliteratur, und ich habe versucht, für jede Jahrgangsstufe etwas zu haben. Keine Fantasy, kein Harry Potter, kein Herr der Ringe; das kennen die eh schon – sondern eher Bücher, auf die sie sonst nicht so leicht stoßen. An sich lesen meine Schüler ja gar nicht so wenig, aber eben nur Aktuelles.

Nicht mehr untergebracht:

Douglas Adams/Mark Carwardine, Die Letzten ihrer Art
Arthur Conan Doyle, Der Hund von Baskerville
Robert Gernhardt, Gedanken zum Gedicht
Lewis C. Epstein, Denksport Physik
Wolfgang Herrndorf, Tschick
und vielleicht noch etwas Lesefutter für die Unterstufe.

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13 Thoughts to “10 Bücher

  1. Und was ist mit Edgar Allan Poe, Jules Verne, Mark Twain, Max Frisch und der Herr G. nur im Gedicht, kein Fontane? Keine Bibel? Und außerdem: ich dachte „Watership Down“ ist Fantasy. Eine Zehn-Bücher-Liste ist schlichtweg barbarisch, so etwas lässt in mir sämtliche Vorurteile über angelsächsische Golden Rule-Pädagogik überschwappen.

  2. >ich dachte “Watership Down” ist Fantasy.

    So wie das Dschungelbuch, meinst du?
    Ich habe Watership Down 2000 mit einer klugen 6. Klasse gelesen, lief gut. Habe jetzt noch das zusammengestellte Kaninchen-Wörterbuch, ist aber nichts zum Herzeigen, da es das inzwischen ganz banal als Wikipedia-Eintrag gibt. Damals gab’s das noch gar nicht.

    Eine Zehn-Bücher-Liste erscheint mir weniger barbarisch als verspielt. Manche mögen Spiele.

    Frisch und Goethe? Nö. Bibel? Sicher nicht unter den Top 10. Fontane – ernsthaft? Nö. Dann noch eher Kafka. Poe, Verne, Twain schon eher, aber der Platz ist halt begrenzt.

  3. Ich gebe zu, dass der Fantasy-Begriff sich seither einerseits erweitert und andererseits verengt hat. Dass man das lesen kann, mit einer 6. Klasse, kann ich mir schon vorstellen.

    Ich dachte diese Zehnerliste ist mehr so etwas wie die beliebte Inselfrage. Spiel hin oder her: Ich denke, dass dergleichen manche Menschen dazu verführt zu glauben, so was würde im Anspruch als „ad legendam“ reichen (nicht die geschätzten Diskutanten, Beiträger und natürlich nicht der Verfasser, Gott bewahre!) . Bei einem zweiten Blick auf die Liste habe ich den Eindruck es handelt sich um eine Zusammenstellung von Titeln, mit denen der Herr Rau sehr gute Unterrichtserfahrungen verbindet.

  4. Inselfrage, genau. Mit einem Hauch ernst: Ich würde meine Bibliothek im Klassenzimmer damit beginnen, wenn es mein Zimmer wäre und ich darin alle Jahrgangsstufen unterrichtete. Und ich hätte gerne so eine Bibliothek dort.

    Als Schullektüre habe ich nur 3 der Bücher je gelesen. Aber ja, in Form von Verschenken an Neffen und Nichten und Referaten und so weiter sind das alles Bücher, mit denen ich gute Erfahrungen gemacht habe.

  5. Unten am Fluss ist ja wohl ein ganz großartiges Buch, auch wenn der deutsche Titel fast die übersetzerische Größe des gehörnten Mose hat. Es gibt ein kongeniales Hörspiel dazu aus den Neunzigern, leider vergriffen, aber über die Stadtbibliothek zu entleihen. Und Fantasy? Ich verkaufe es immer als „wie Homer, nur mit Hasen“. Jaja, Kaninchen.

    Die Frage an sich finde ich sehr reizvoll: ein Klassenzimmerregal, aus dem rätselhafte Bände den Schülern winken, denen gerade langweilig ist und die etwas brauchen, worüber sie nachdenken können. Ich würde auch gerne über die zehn Karten, die an meiner persönlichen Klassenzimmerwand hängen würden, nachdenken.

  6. Verzeihung, Rektor Bösermann, etwas spät: Mein problem mit Krabat ist, dass ich das Buch gelesen habe als ich zehn oder elf war, und danach nicht mehr. Ich kann nicht einschätzen, wie das ankommt und habe das Lesen damals auch nicht besonders genossen – was keinesfalls gegen das Buch sprechen muss.

  7. Sag bloß, du liest mit den Schülern die ungekürzte Fassung der Brautprinzessin von S. Morgenstern und nicht nur die guten Stellen von William Goldman? Hätte nicht gedacht, dass Kermit Shag doch noch nachgibt.

  8. ;-)

    Stimmt, ich lese auch nur die gekürzte Ausgabe. Den Namen des Bearbeiters hatte ich oben nicht dazu geschrieben. Als Schullektüre habe ich das noch nie gelesen, aber schon oft empfohlen. Ich hatte mal eine Siebtklässlerin, die kannte das Buch schon, da dachte ich, aus der wird mal was werden. (Wird auch noch. Hat gut gebloggt. Twittert.)

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