Webfilter für die Schule – Bildung, Erziehung, Aufklärung

An den meisten Schulen dürften Filter installiert sein, damit man verhindern kann, dass Schüler bestimmte Webseiten erreichen. Zumindest in Bayern ist eine Filterung nicht vorgeschrieben, aber irgendwie muss auf jeden Fall überwacht werden, dass Schüler nicht auf ungeeignete Seiten kommen, und so ein Filter unterstützt die Lehrkräfte, die das nicht durch Präsenz oder Unterrichtsorganisation können. Ich bin eher gegen Filterung für meine Schulart – zumindest solange Schüler nicht ohne Aufsicht an Rechner dürfen, dann müsste ich noch einmal darüber nachdenken.

Man kann entweder über eine Whitelist filtern, so dass nur bestimmte Seiten erlaubt und alles andere verboten ist, oder über eine Blacklist, so dass man bestimmte Seiten ausschließt. Kein Systembetreuer kann selber sinnvoll eine Blacklist erstellen, dafür gibt es zentrale Sammlungen von zu sperrenden Seiten. Eine solche ist die der Firma TIME for kids, die Filtersoftware für Schulen vertreibt. Die Firma fasst Seiten zu Kategorien zusammen, so dass man ganze Kategorien sperren oder zulassen lassen. Ein Schüler hat mal geschaut, in welcher Kategorie mein Blog ist: immerhin in „Bildung / Erziehung / Aufklärung“. Ein anderes Blog, für das ich ein bisschen den Admin mache, steht unter „Allgemeine Geschäftstätigkeiten“, was so was von gar nicht passt. Die eigene Schulhomepage ist übrigens „Nicht verfügbar oder zu keiner Kategorie passend.“

(Hm. Alle anderen selbst gehosteten Lehrerblogs, die ich getestet habe, gehören zu „Allgemeine Geschäftstätigkeiten“, nur die Sachen bei Blogspot oder WordPress.com kommen in die Blog-Kategorie.)

Unter http://www.cobion.de/support/techsupport/urlcheck/url-report-tfk.asp kann man die Kategorie einer URL überprüfen und Änderungsvorschläge machen. Aber macht mir nicht meine schöne Bildungswertung kaputt!

(Dass ich niemandem verrate, wo mein privater Proxy ist, mit dem ich den Filter umgehen, uh, könnte, ist eh klar.)

10 Antworten auf „Webfilter für die Schule – Bildung, Erziehung, Aufklärung“

  1. Ich bin mal deinem Link gefolgt und mich würde interessieren, wie die Firma mit der Klassifizierung umgeht. Ich stelle mir gerade vor, dass ich auf diese Weise relativ unproblematisch den Unterricht an der Schule torpedieren könnte. Beispiel: Ein paar Schüler „überprüfen“ die Seite von mebis und vergeben anschließend „Pornographie“ als Schlagwort. Tfk übernimmt das und setzt die Seite dann auf die Blacklist? Oder überprüfen die persönlich jeden eingereichten Vorschlag?

  2. Keine Ahnung, wie die das machen. Das geht hoffentlich nur über manuelle Sichtung und Überprüfung, möglicherweise erst ab einer bestimmten Zahl von Meldungen pro URL. Oder vielleicht kommen da wirklich so wenige Vorschläge, dass sich das lohnt. Automatisierung wäre schlecht, auch wenn es sicher schon Algorithmen gibt, die Seiten bewerten.

  3. Habe gerade mal meinen eigenen Blog getestet, der ist schlicht als „Blog / Forum“ klassifiziert.

  4. Soweit ich weiß nutzt TfK auch communitybasierte Filterlisten. Fakt ist ja, dass man i.d.R. kaum die Manpower besitzt, um jeden Eintrag händisch zu prüfen. Fakt ist auch, dass täglich neue Seiten im Netz hinzukommen und z.B. schlagbasierte Filter viel zu viele false-positives liefern. Fakt ist aber auch, dass ein Schule durch den Nachweis eines Vorhandensein einer Filtersoftware bereits den formalen Anforderung genügt (egal wie die konfiguriert ist). Und Fakt ist, dass das Zeugs zwar gekauft, die Schulung der KuK jedoch aus Bequemlichkeits- und Kostengründen vernachlässigt wird – d.h. die Kiste lässt man einbauen und das war es dann oft. Was gerade TfK für ein Netz an administrativen Herausforderung bringt, ist noch ein ganz andere Sache.

  5. Der recht restriktiv eingestellte Filter meiner Ausbildungsschule klassifizierte mein nicht-Bildungs-Blog (blog.blokey.de) tatsächlich als „Pornografie“. Als ich das sah, war ich schon ein wenig platt, denn Pornografie gibt’s auf meinem Blog gewiss nicht, und ein wenig hilflos fühlte ich mich dabei auch. Die wohl alleine auf Stichwörter reagierende Filterfunktion verursachte da eine Menge „Kollateralschaden“: Die Kollegen beschwerten sich später beim Admin, dass sie mit ihren SoWi-Kursen nicht auf die Seiten globaler Institutionen surfen konnten: vermutlich, weil das Wort „sex“ zu häufig dort genannt werde.

  6. Inzwischen, Hokey, bist du immerhin „Blogs / Foren“, und das obwohl selbst gehostet.

    Ja, TfK und Schulung und überhaupt, Maik, ich darf ja hier nicht aus der Schule plaudern.

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  8. Habt ihr denn schon mal getestet, ob der Filter auch funktioniert und typische Suchbegriffe filtert? https Suchanfragen werden nämlich nicht standardmäßig NICHT überprüft. Beispiel: Suche bei google nach „ronaldo nackt“ liefert eindeutig Bilder, die nicht für Schüler gedacht sind.

  9. Wenn ein Filter so funktionieren soll, geht das nicht über eine Blacklist, das ist schwieriger. Ich weiß nicht, ob man den „Safe Search“-Filter von Google erzwingen kann, und wenn, dann bleiben noch all die anderen Suchmaschinen und Suchmöglichkeiten. Das funktioniert nur, wenn die Quellen der Bilder, die Google anzeigt, auch alle im Filter sind.

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