Wie viel Wochen hat ein Schuljahr, die Fortsetzung

Hier hatte ich mal zusammengerechnet, wie viele Wochen ein Schuljahr tatsächlich lang ist. In diesem Schuljahr habe ich gezählt, wie viele Stunde Unterricht ich tatsächlich halte, also wie viel ausfällt aus schulinternen Gründen, durch Feiertage, durch Fortbildungen oder Krankheit.

Der Lehrplan für das bayerische Gymnasium ist ausgelegt für 28 Schulwochen. Die übrige Zeit ist für Projekte und Wiederholung vorgesehen:

Bei den Fachlehrplänen wurde von 28 Wochen (bei Jahrgangsstufe 12 nur von 21 Wochen) Unterricht für die verbindlichen Lernziele und Lerninhalte ausgegangen. Der bei 52 Jahreswochen, abzüglich der Ferienwochen, verbleibende Gestaltungsraum erlaubt nicht nur das für nachhaltiges Lernen und für Leistungserhebungen erforderliche intensive Üben, Wiederholen und Vertiefen, sondern ermöglicht auch Studienfahrten und fächerverknüpfende sowie fächerübergreifende Vorhaben.

(Quelle beim ISB, aber die Links dort sind notorisch kurzlebig.)

Tatsächlich bedeutet „52 Jahreswochen, abzüglich der Ferienwochen“ etwa 38 Wochen, so habe ich das damals ausgerechnet. Warum nicht gleich so sagen?
Das erste Halbjahr 2014/15 bestand so ziemlich genau aus 19 Wochen bis zum Zwischenzeugnis (minus 1 Tag), das zweite Halbjahr besteht ebenfalls aus exakt 19 Wochen. Die Ferien sind jeweils abgezogen, die Feiertage nicht, von denen durchaus ein paar mehr im zweiten Halbjahr auf Schultage fallen können als im ersten.

Fazit aus dem 1. Halbjahr: Die Mindestvorgaben aus dem Lehrplan (14 Wochen pro Halbjahr) werden in allen meinen Klassen erfüllt. Mein einstündiges Fach, Freitagnachmittag in der 7. Stunde, kommt dabei am schlechtesten weg – dabei halte ich die Stunde auch am Freitag vor allen Ferien, weil die Schüler auch da Interesse haben.
Außerdem spielt es eine Rolle, an welchem Wochentag die Stunden liegen. Am wenigsten ist im ersten Halbjahr am Montag ausgefallen, am meisten am Freitag, dicht gefolgt von Dienstag, dicht gefolgt von Mittwoch. Am Donnerstag bin ich nicht an der Schule, deshalb ist da natürlich nie etwas ausgefallen bei mir.

Wieviel Prozent auf Krankheit meinerseits, Fortbildung oder Unitätigkeit meinerseits, auf optionale Schulveranstaltungen (Gottesdienst, Konferenzen, Kollegenklausuren) und auf Feiertage entfallen: darf ich hier natürlich nicht sagen. Auch nicht, wie viele Stunden es insgesamt warten. Bleibt die Frage: Habe ich neben den 14 Wochen pro Halbjahr, die ich für den Lehrplan brauche (also 56 Stunden im vierstündigen Fach, 42 im dreistündigen, 28 im zweistündigen und 14 im einstündigen), noch genügend Zeit für „nachhaltiges Lernen und [das] für Leistungserhebungen erforderliche intensive Üben, Wiederholen und Vertiefen [und] fächerverknüpfende sowie fächerübergreifende Vorhaben“? Sagen wir: diese Stundenzahl ist natürlich geringer als die maximale Soll-Stundenzahl (Krankheit, Fortbildung, Gottesdienst, Feiertage, Weihnachtsbasar, Personalausflug, Wandertag), aber durchaus noch okay. Aber einstellig. Echtes intensives Üben, Wiederholen und Vertiefen ist ja eh nicht wirklich vorgesehen.

Nachtrag zum 2. Halbjahr

In dem einen Schuljahr, in dem ich akribisch jede gehaltene und nicht gehalten Stunde notiert haben, ergibt sich: Im zweiten Halbjahr habe ich unwesentlich mehr Unterrichtsstunden gehalten als im ersten, abgesehen vom Wahlunterricht am Freitag in der 7. Stunde, wo ich im zweiten Halbjahr tatsächlich zwei Stunden weniger gehalten habe.

In diesem Falle stimmt es also nicht, dass das zweite Halbjahr kürzer ist als das erste: Im Gegenteil. Durch Feiertage fiel im 1. Halbjahr mehr aus, allerdings war ich auch selber im 1. Halbjahr etwas öfter abwesend (z.B. an der Uni) als im 2. Halbjahr. Dennoch mein Fazit: Die häufigen Klagen darüber, dass das 2. Halbjahr kürzer ist, sind unbegründet – wenn man einrechnet, dass auch nach Notenschluss noch Unterricht stattfindet.

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