38 Wochen.
(Von Hand ausgezählt und 52 minus Ferienwochen, es kommt das gleiche Ergebnis heraus.)
Unterricht findet natürlich nicht 38 Wochen pro Jahr statt. Im Juli muss man zwei Wochen ausklammern für die letzten beiden Wochen, den Höhepunkt der liminalen Phase, an denen zusammenhängender Unterricht nicht mehr stattfindet. Mindestens eine Woche pro Jahr gibt es, sagen wir mal, Schullandheim, Sportwoche, Berlinfahrt, Schüleraustausch, Besinnungstage, Chorfreizeit und dergleichen. (Einige meiner Zehntklässler brachten es auf vier volle Wochen solcher Veranstaltungen.) Stundenausfall durch zwei oder drei Feiertage, nötige Fortbildungen und Sitzungen: sagen wir mal, zwei Wochen pro Klasse, also um die 68 Stunden. (3 Feiertage, 3 Krankheitstage, 2 Tage Fortbildung, 2 volle Tage Ausfall von Nachmittagsunterricht durch Sitzungen und Abistreich.)
Bleiben 33 Wochen pro Jahr für Unterricht und Prüfungen, vielleicht auch nur 32. Das sollte theoretisch auch reichen: Laut eigenen Angaben decken die bayerischen Lehrpläne 28 Wochen des Jahres ab, die übrige Zeit ist für Prüfungen des Gelernten vorgesehen und bewusst Spielraum für den Lehrer, um bestimmte Punkte zu vertiefen oder zu ergänzen. Zugegeben, in manchen Fächern und Jahrgangsstufen wird trotzdem geklagt, dass der Lehrplan nicht durchzubringen sei. Durchzubringen ist kaum einer unserer Lehrpläne so, dass das Durchgebrachte langfristig verfügbar ist.
Für manche Lehrer ist das Unterrichtsjahr schon vorher zu Ende, nämlich zum Notenschluss, der je nach Schule zwei bis vier Wochen vor Schuljahresende liegen kann. Klar macht man da nichts Anstrengendes mehr: es ist heiß, man freut sich auf die Ferien. Aber da kann man doch mal etwas Schönes machen, und ich hatte noch nie Klassen, mit denen man am Schluss des Jahres schlechter arbeiten könnte als mittendrin. Manche Kollegen schauen mich allerdings großäugig an, wenn ich noch Projekte oder gar Referate habe. (Die Geisteshaltung hinter den großen Augen: wenn Referate eh nur zum Notenverbessern da sind, was braucht man die dann noch nach Notenschluss?) Dass der Notenschluss manchmal recht früh kommt, stört mich wenig; immerhin ist der spätestens zum Halbjahr bekannt. Allerdings vergesse ich immer wieder, dass die Zeit danach durch Sportwochen und andere Klein- und Großprojekte so zerstückelt wird, dass zusammenhängender Unterricht schwer wird. Vielleicht sollte ich mir merken: Unterricht bis Ende Juni, danach nur noch Wiederholung, keine Projekte.
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