Packen ohne Jacken

Erkenntnis: Wenn man mal keine einzige Jacke in den Urlaub mitnimmt und keinen Pullover, dann braucht das Gepäck erstaunlich wenig Platz. Unbemerkt ist mir tatsächlich eine Hose mehr ins Gepäck gerutscht als geplant war.

Tag 3: Vormittags noch ein wenig Athenrundfahrt, mittags und nachmittags in großer, aber durchaus erträglicher Hitze in Delphi, Nabel der Welt und so, Heiligtum-Anlage und Museum. Abends auf der Peloponnes aufgeschlagen, in Patras. Noch vor dem Abendessen ins Mittelmeer.
Tag 4: Weiterhin in Patras. Ausflug nach Olympia, Ausgrabungsstätte und Museum. Dafür schon wieder am Spätnachmittag in Patras. Ich bin zu erschöpft, die Stadt zu erkunden, tippe ins Blog und freue mich aufs Baden im Meer.

Mein Bild vom Mittelmeer hat sich erst spät gefestigt, mit dem Atlantik war ich viel früher vertraut. Das Brettspiel Civilization (keine direkte Verwandtschaft mit dem gleichnamigen Computerspiel) hat viel zu meinem Mittelmeer beigetragen, als Wiege vieler, vieler Kulturen. Den Alltag eines Galeerensklaven habe ich zum ersten Mal in Ruyard Kiplings “The Finest Story In the World” vor Augen geführt gekriegt (aber vielleicht habe ich mir die Geschichte auch nur deshalb so gemerkt, weil sie ein wenig verwirrend ist). Und dann sind da die Zeilen von Gottfried Benn aus diesem schönen, mäßig bekannten Gedicht voller weiterer schöner Zeilen (mit einem einzigen Aussetzer im Tonfall):

Nachts auf Reisen Wellen schlagen hören
und sich sagen, dass sie das immer tun.

(Irgendwas sagt mir, dass das eher der Atlantik ist. auch egal.)

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Endlich die mir versprochenen kleinen Kohlrouladen, in Zitronensoße.

3 Antworten auf „Packen ohne Jacken“

  1. Oh ja, lecker!
    Und auf die Gefahr hin, dass es wieder ein ernstes Thema wird (und das im Urlaub!):
    Wie sieht denn die allgemeine Situation in Griechenland aus, so aus der Sicht eines Touristen? (WTF?, die Rechtschreibautokorrektur wolte gerade “Terroristen” draus machen…) Die Presse malt ja gerne das Bild vom Deutschland-hassenden Griechen und der zusammenbrechenden Wirtschaft, die wenigen Leute aus meinem Bekanntenkreis die in letzter Zeit dort waren hatten das Gefühl allerdings nicht.

    Zum Meer: Ich bin immer wieder fasziniert, wie unterschiedlich große Mengen Wasser überall auf der Erde aussehen und sich verhalten können, das ist von sehr vielen Faktoren abhängig. So wirkt z.B. der Atlantik in Norwegen völlig anders als in Portugal, und das Mittelmeer in der Adria anders als vor der Küste Israels.

  2. Ich weiß ja von Griechenland nur, was ich gesehen habe und was die Reiseführerin dazu gesagt hat, also nicht viel. Das mit dem deutschland-hassenden Greichen sei ein Bild, das tatsächlich die Presse hochschaukelt. Schäuble mag man nicht, das stimmt, Merkel etwas mehr; Antipathie gegen Reisende gebe es keine und ich habe auch keine mitgekriegt. Keine Schlagzeilen, keine Graffiti, nichts im Fernsehen. Ich bin überall freundlich empfangen worden. (Ist ja auch kein Wunder.) In den Städten klebt weiterhin an vielen Stellen “Zu vermieten”. Man schimpft auf Tsipras und ist enttäuscht, hält ihn aber immer noch für besser als seine Vorgänger.
    Griechen fahren weiterhin in den Urlaub, aber vielleicht nur eine Woche statt zwei, schicke Autos gibt es viele und ausgegangen wird auch. Aber das muss nichts heißen.

  3. Na das ist doch auf jeden Fall eine positive Nachricht. :)
    Ich käme mir doof vor, wenn eine Mehrheit der Griechen mich hassen würde, obwohl ich doch die Herangehensweise unserer Regierung in der Finanzkrise weder gutheiße, noch beeinflussen kann.

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