Stundenplan dieses Jahr, und was so herumliegt auf der Theke

Das mit den Doppelstunden… begrüße ich. An meiner Schule wird nämlich weitgehend in Doppelstunden unterrichtet. Das einstündige Informatik in der Unterstufe auch – als Epochenunterricht, also dann zwar in einer Doppelstunde, aber nur ein halbes Jahr lang. Das gefällt mir auch, ist aber anstrengend.

Ansonsten: Der Kollegin, der ich die Rondini aufgeschwätzt habe, schmecken sie. Das ist ganz hervorragend, weil Frau Rau und ich diese kanonenkugelrunden kleinen Kürbisse nicht ausstehen können, sie aber gelegentlich in unserer Kombinatsgemüsekiste vorfinden. Kam gleich noch ein Kollege dazu, der sie ganz, ganz fein findet. Fein, die kriegen sie jetzt immer.

Dafür habe ich von der anderen Kollegin jede Menge Quitten abgestaubt. Die esse ich gerne selber zum Nachtisch (in Alufolie in Ofen, 60 Minuten bei 200 Grad, mit Joghurt und Honig), aber vor allem will ich Gelee machen lassen – von meiner Mutter, der anderen Frau Rau, die sehr gutes Quittengelee macht. Das Selbermachen tät mich aber auch reizen.

Nüsse liegen auch auf der Theke im Lehrerzimmer, zum Verteilen. Da warte ich aber, bis ich die Haselnüsse der Verwandschaft aufgebraucht habe, und dazu wiederum brauche ich erst einmal einen geeigneten Nussknacker. Erster Rundblick: sind die aber teuer!

(Am Wochenende Staatsexamina entwerfen, morgen Wandertag, ab Donnerstag wieder Vorlesung. Meine Ausführungen zu Schillers Geisterseher müssen leider noch warten. Ich plane Sherlock Holmes und Karl May dabei zu erwähnen.)

Nachtrag: Ach ja, morgen dann Russisches Wandertagsroulette – bin als Springer eingeteilt.

10 Antworten auf „Stundenplan dieses Jahr, und was so herumliegt auf der Theke“

  1. Hätte auch Quitten gehabt, die werden aber jetzt gepresst (Apfelsaft und Most).
    Habe heute in die Schule einen Zentner Äpfel gebracht – Fallobst zum Ausschneiden und Pflückäpfel.

  2. Pro-Tipps zum Quittengelee von meiner Mutter:
    – Vorsicht beim Ernten, manche Leute sind gegen die kleinen Häärchen allergisch. Im Zweifel Handschuhe benutzen bis die Quitten gewaschen sind
    – Den Saft durch ein (älteres, leicht fadenscheiniges) Geschirrtuch filtern, dann bleibt das Gelee klar.
    – Irgendwas mit Gläser auf den Kopf stellen (und wenn es fast fest ist wieder richtigrum damit das Gelee nicht am Deckel klebt), bin mir nicht mehr sicher warum. Hat glaube ich mit dem Vakuum zu tun.

    Hatte noch einen, aber der ist mir derzeit entfallen…

  3. Mist, zu spät zum editieren. Ich hab noch eine Anmerkung zu den Doppelstunden, aus (ehemaliger) Schülersicht:
    Doppelstunden nerven Schüler, wenn das Fach unbeliebt ist. Keine Frage. ABER:
    Ich fand und finde Doppelstunden sind wo es nur geht zu bevorzugen, aus folgenden Gründen:
    – Overhead für das Rekapitulieren der vorherigen Stunde fällt nur einmal an anstatt zweimal
    – 45 Minuten sind sehr kurz. Das fand ich schon als Schüler so. Ich traue Schülern nach der Grundschule eine Aufmerksamkeitsspanne oberhalb dieses Wertes zu. Und man braucht die Zeit wenn man richtig in ein Thema reinkommen, diskutieren oder Gruppenarbeit machen will.
    – Bei manchen Fächern ist das schlimmer als bei anderen. Sport, Kunst und Deutsch finde ich da z.B. die Doppelstunde sehr wichtig. Informatik bin ich unsicher, da kommt es auf die Inhalte an. Ich wäre für Doppelstunden. Englisch… Da kommt es auf das Lerntempo an, ich fand Doppelstunden toll. Ich war aber auch sehr gut in Englisch. Bei Ethik/Religion kann man schnell wieder ins Thema einsteigen, da würde ich sagen da ist es nicht sooo wichtig.

  4. >Habe heute in die Schule einen Zentner Äpfel gebracht – Fallobst zum Ausschneiden und Pflückäpfel.

    Schön, wenn die Schule so zur Tauschbörse wird. Wir haben auch ein Eck für Bücher, die man nicht mehr braucht, aber die braucht auch sonst oft keiner. Von den Nachbarn gibt es einmal im Jahr Trauben.

    > Irgendwas mit Gläser auf den Kopf stellen

    Ja, das kenne ich auch. Mache ich bei meiner Orangenmarmelade nie, aber ich würde mich an Quittenrituale halten.

    >Doppelstunden

    Mehr dazu am Ende des Schuljahrs. Letztes jahr hatte ich nur Oberstufe, und die ist seit jeher in Doppelstunden. Ich bin auch dafür, letztlich wegen des geringeren Overheads und der größeren Flexibilität bei der Stundengestaltung. Aber es erfordert andere Methoden, einen anderen Rhythmus. Bei uns klagen eher die Fächer, die es nicht anders verdienen, ahem. Ich sag jetzt nicht welche.

  5. Ach ja, und beim Wandertagslotto heute den Tiergarten gezogen. Hätte schlimmer sein können – privat gehe ich gerne hin, und den Schülern und Schülerinnen hat es Spaß gemacht, und dann geht man ja auch gern mit.

  6. Möchte unsere Doppelstunden nicht mehr missen. Für unsere 5er ist das zunächst ein hartes Brot, weil wir zusätzlich noch eine gebundene Ganztagsschule sind, aber vieles, was man früher notgedrungen in Hausaufgaben oder die nächste Stunde schob, kann man in Doppelstunden recht entspannt einbeziehen und zeitintensivere Methoden anwenden.

  7. Wir sind zwiegespalten, was Doppelstunden angeht.
    Einerseits sind die Ranzen leichter (3 statt 6 Bücher) und aufbauintensive Fächer (Kunst, Musik, Chemie…) sparen insgesamt Zeit.
    Andererseits bemängeln die FremdsprachkollegInnen, dass man nun eine Klasse nur 2x/Woche sieht und Vokabellernen zum Binge-Learning verkommen kann.
    In meinem zweistündigen Fach sehe ich die Klasse sogar nur 1x/Woche und wenn ich an diesem Wochentag fehle (Donnerstage im Sommerhalbjahr…) halt gar nicht.
    Für den Ausfall von Doppelstunden suchen wir noch nach einem praktikablen Vertretungssystem, im besten Falle sollte Material bereit liegen, mit „macht mal eure Hausaufgaben“ kommt man nicht weit.

  8. Binge-Learning? Wirklich? :D
    Das ist ja mal ein gutes Wort. Das Bild, das es vor dem geistigen Auge ergibt ist der Wahnsinn. :D :D

  9. (der treffendere Begriff Bulimie-Lernen fiel mir erst später ein… aber Binge passt auch: 2 Abende/Woche stopfen statt regelmäßigem, täglichen Üben)

  10. Finde ich bei zweimal die Woche noch okay, aber dennoch muss man Schülern natürlich zeigen, wie sie ihr Pensum auf die Schulwoche verteilen. Gelingt das nicht, haben wir einen Ansatz zum Bulimielernen, gelint das schon, haben die Schülerinnen etwas Wichtiges gelernt.
    Schlimmer finde ich inzwischen, dass die früher üblichen unangekündigten kleinen schriftlichen Prüfungen (Ex, Stegreifaufgabe) immer mehr durch angekündigte kleine schriftliche Leistungsnachweise ersetzt werden: Das führt dann tatsächlich zum Bulimielernen, weil man nach einmal Ausfragen nie wieder irgend etwas tun muss, außer am Vorabend solcher Tests.

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