“Die erschreckenden Bildungsdefizite junger Deutscher”

So titelte die Welt am Wochenende einen lesenswerten Beitrag. Darin geht es um eine Studie der Konrad-Adenauer-Stiftung, laut der – vereinfacht gesagt – der Studienabbrecher-Anteil stetig steigt. Der Wirtschaft, heißt es, fehlen qualifizierte Absolventen und die Universitäten klagen über Studierende, die kein Interesse an Wissenschaft mitbrächten und denen Grundferwtigkeiten und Grundwissen fehle.

Schuld sei einerseits das Durchwinken durch die Schule: Über 50% eines Jahrgangs erreichen die Hochschulreife, immer mehr gehen aufs Gymnasium, wo das Nivevau gesunken sei. Schuld sei andererseits der kompetenzorientierte Unterricht, die Abkehr von fachlicher Bildung.

Hmja. Das deckt sich mit meinen Beobachtungen und Vorurteilen. Was fehlt, ist die Untersuchung, inwiefern diese Entwicklung tatsächlich schlecht ist und nicht nur irgendwie schade. Wie sehr braucht die Wirtschaft wirklich qualifizierte und gebildete Leute, und ist es der nicht lieber, irgendjemanden zu haben, den man selber ausbildet und formt? Und jetzt muss die Uni halt die Aufgaben übernehmen, die früher die Oberstufe des Gymnasiums erfüllt hat – dafür sind es mehr Leute, die studieren.

Rein intuitiv möchte ich schon zurück zum früheren Zustand, aber das muss nichts heißen. Was weiß ich schon. Die Apologeten der Bildungspolitk auf Twitter meinen allerdings, dass man ja erst das ganze dreigliederige Schulsystem abschaffen müsse, und noch mehr kompetenzorientieren, dann würde sicher alles besser werden. Das erinnert mit ein bisschen an die Erstverschlimmerung in der Homöopathie: Wenn’s besser wird, schön; wenn’s nicht besser wird: ein Zeichen dafür, dass es funktioniert. Gibt’s im Marxismus nicht auch irgendsowas? Ich bin da nicht sehr firm.

16 Antworten auf „“Die erschreckenden Bildungsdefizite junger Deutscher”“

  1. » Ein Betrunkener sucht unter einer Straßenlaterne seinen Schlüssel. Ein Polizist hilft ihm bei der Suche. Als der Polizist nach langem Suchen wissen will, ob der Mann sicher sei, den Schlüssel hier verloren zu haben, antwortet jener: „Nein, nicht hier, sondern dort hinten – aber dort ist es viel zu finster.“ «
    (aus “Anleitung zum Unglücklichsein” von Paul Watzlawick)
    Also nicht Homöopathie sondern eher das “mehr-desselben”-Prinzip, „eines der erfolgreichsten und wirkungsvollsten Katastrophenrezepte“.

  2. Nein, Herr Rau, Marxismus funktioniert auf dieser Ebene (leider) nicht.
    Zwischen “Durchwinken” und “Studienabbrechern” sehe ich durchaus einen Zusammenhang. Mir wird schwindlig, wenn ich sehe, wie oft ein 1,… Abitur erreicht wird. Zu unserer Zeit war das die Ausnahme. Zudem dürften Berufsorientierung und Praktika eine große Rolle spielen, um Abbrechen zu reduzieren.

  3. Meiner beruflichen Erfahrung nach ist es “der Wirtschaft” genauso lieb, Azubis zu bekommen, die man “selbst noch ausbildet und formt” wie Lehrer es schätzen, Schüler zu bekommen, die die elementarsten Formen sozialen Miteinanders erst in der Schule und nicht im Elternhaus erwerben sollen.

  4. Das mit den stetig besser werdenden Noten ist etwas das mir zu meiner Schulzeit (welche Anfang der 2000er Jahre endete) schon aufgefallen ist.
    Es dachte damals es sei – gerade auf dem Gymnasium – ein wenig ein Wettrüsten zwischen den Unis die immer niedrigere NCs als Voraussetzungen gestellt haben, um weniger Studenten zu haben, und den Gymnasien die immer bessere Noten geben, um den Schülern “bessere Chancen” auf den Unis zu geben.

    Heute bin ich mir nicht sicher ob diese Einschätzung stimmt, aber sie erinnert mich an etwas das ich in einem Buch über Kampfpiloten in den 70er Jahren gelesen habe:
    Ein britischer Kampfpilot der in einer amerikanischen Einheit als Austauschoffizier auf der Position des stellvertretenden Kommandanten diente beschreibt darin wie sein Kommandant ihn in das Büro rief und fragte: “Mögen Sie meine Piloten nicht? Sie ruinieren deren Karrieren”.
    Hintergrund waren seine monatlichen Bewertungen der Piloten, in denen ein NATO-einheitlichen Notensystem (1–6 glaube ich, wie Schulnoten) verwendet wurde, und diese Bewertungen wurden wiederum als Grundlage für Beförderungen und Versetzungen verwendet. Er hatte vielen Piloten eine Zwei gegeben, (also eine überdurchschnittliche Bewertung) weil er sie echt gut fand. In den USA war aber aufgrund des Wettstreits zwischen den Staffeln und Piloten eine systematische Überbewertung, ja geradezu ein in-den-Himmel-loben der Piloten gang und gäbe. Die Zwei war vielerorts die schlechteste Note die jemand erhielt. In England wurde zwar das gleiche System benutzt (NATO-Standard eben), aber die Bewertungen waren realistischer, und die Noten zwischen Zwei und Drei waren die häufigsten (also die die einer Beförderung normalerweise nicht im Weg standen).
    Letztendlich passte er sich in dieser Zeit bei den Amerikanern an deren Interpretation des Systems an, (die in der Praxis nur die Noten zwischen 1,0 und 2,0 kannte) und schrieb absurd positive Bewertungen. Er schreibt er hätte in England als Kommandant über solche Bewertungen nur gelacht, weil sie so offensichtlich übertrieben waren. Seine amerikanischen Kameraden fanden die geradeso angemessen.

    Ist es also vielleicht ein zu großzügiges geben guter Noten, um den Schülern nicht “die Zukunft zu verbauen”, das in der Praxis lediglich die Spirale weiterdreht?
    Sollte Schule wieder ehrlicher sein, und jemand der nicht überragend ist auch keine überragenden Noten geben? Und sollte dann im auf der anderen Seite ein Studiengang nicht nur überragende Leistungen verlangen?

    Vielleicht liege ich da ganz falsch, aber so fühlt es sich für mich an.

  5. >Sollte Schule wieder ehrlicher sein, und jemand der nicht überragend ist auch keine überragenden Noten geben? Und sollte dann im auf der anderen Seite ein Studiengang nicht nur überragende Leistungen verlangen?

    Wenn sich das irgendwie machen ließe: ja, genau das.

    >Meiner beruflichen Erfahrung nach ist es „der Wirtschaft“ genauso lieb, Azubis zu bekommen, die man „selbst noch ausbildet und formt“ wie Lehrer es schätzen, Schüler zu bekommen, die die elementarsten Formen sozialen Miteinanders erst in der Schule und nicht im Elternhaus erwerben sollen.

    Das freut mich. Irgendwo habe ich mir hier mal verlinkt, was sich Eltern in Umfragen wünschen, was ihre Kinder in der Schule lernen sollen. Rechnen, Höflichkeit, Manieren, Rechtschreibung. Das halte ich alles auch für sehr wichtig. Aber die Schule soll noch mehr vermitteln, und da weiß ich nicht, wie wichtig das gesehen wird.

  6. Geht man zurück auf die Grundlegung der Schule für alle, so ist diese jedoch “nur” ein Sozialisationsinstrument. Der Aspekt der Wissensvermittlung diente dazu, sich kulturell anzupassen. (siehe Locke)
    Somit ist der Bildungsplan zwar wichtig, jedoch sollte gerade Höflichkeit und Manieren ein viel größerer Stellenwert zugemessen werden.

  7. “Grundlegung”: Ich weiß nicht genau, was damit gemeint ist, aber es klingt danach, als würde eine ursprüngliche, also frühere Absicht eine Rolle spielen. Aber was irgendwann früher der Zweck einer Sache war, ist für heute ebenso wenig relevant wie die (ohnehin meist vermeintliche) ursprüngliche Bedeutung von Wörtern.

  8. Hm, aber was ‘mehr’ ist es denn das Schule vermitteln soll? Ich hab da insgesamt nicht so viel Ahnung von, aber ist die Idee nicht sowas wie, Schule vermittelt Wissen, dass man bei einem Pub Quiz braucht, die Fähigkeit zu verstehen wie man sich etwas anlernt, sich dafür begeistert und mit vorhandenem Wissen umgeht?

    Für mich als Hochschullehrer wäre das genug. Zumindest zusammen mit der Bereitschaft Dinge, die man dann nicht mehr erinnert selbst nachzuschlagen und zu üben und nicht zu erwarten, dass einem das schon einer beibringt in der Uni. Das sehe ich als den (notwendigen) Bruch zwischen Schule und Uni. In der Uni liegt der Fokus darauf den Unterricht als Hilfestellung zum selbstständigen Lernen anzubieten. Dieses Lernen hat man idealerweise aus der Schule mitgebracht.

    Das wiederum finde ich das interessante am sog. ’ kompetenzorientierten Lernen ‘. Meine Wahrnehmung an der Uni ist, dass die Leute mehr und mehr erwarten, dass Schule weiter geht und man ihnen genaue Anleitung gibt, was prüfungsrelevant ist und wie sie das genau einüben sollen. Außerdem sei es ‘unfair’ wenn der Dozent Voraussetzungen an den Kurs formuliert.

    Meine Idee von Kompetenz wäre ja, das genau diese es für die Studenten einfach macht ihre Lücken ohne meine genaue Anleitung zu füllen. Und dadurch die Selbstständigkeit der Studenten gefördert ist.

    Sicher soll Uni Lehre auch sinnvoll didaktisch arbeiten, aber letztendlich ist es eben die Studentin, die sich aussucht worin sie Expertin wird und wie gut sie das kann. Leider, und da stimme ich euch zu, habe ich das Gefühl, dass Uni sich anders entwickelt. Wer sich einschreibt hat ein Recht einen vernünftigen Abschluss in diesem Fach zu machen unabhängig davon ob er Einsatz zeigt oder geeignet ist. Und meine Aufgabe als Dozent ist es das zu ermöglichen. Da wiederum frage ich mich dann wozu es die Kompetenz aus der Schule braucht, wenn doch wieder ich für das Erreichen guten Noten verantwortlich bin.

    Kurz: ich finde kompetent klingt sehr gut, nur sehe ich die Kompetenz noch nicht angekommen. Wissen ist mir als Dozent (außer einem rudimentären Verständnis davon wozu Mathematik dient) gar nicht so wichtig. Aber worst case ist theoretische Kompetenz gepaart mit wenig Bereitschaft Verantwortung für sich zu übernehmen. In schlechten Momenten habe ich das Gefühl wir bewegen uns in diese Richtung.

    Noch kürzer und kretzerischer: ‘Der Uni’ wäre es lieb wenn die Schüler die elementarsten Formen des eigenverantwortlichen Lernens mitbrächten. Kompetenzen und Wissen sind in diesen Fall dann sowieso vorhanden..

  9. >Noch kürzer und kretzerischer: ‚Der Uni‘ wäre es lieb wenn die Schüler die elementarsten Formen des eigenverantwortlichen Lernens mitbrächten. Kompetenzen und Wissen sind in diesen Fall dann sowieso vorhanden.

    Mehr Eigenverantwortlichkeit hätte ich auch gerne. Das G8, wo es viel Nachmittagsunterricht und wenig Hausaufgaben gibt, hat viel Schülerarbeit in die Schule verlegt, das hilft der Eigenverantwortlichkeit nicht.
    Dass Kompetenzen und Wissen dann aber sowieso vorhanden sind… ich habe immer selbstständig gelernt, Mathematik oder gar Physik hätte ich trotzdem nicht studieren können, trotz eines rudimentären Verständnisses, was Mathematik ist. Zugegeben, es hat also meine Selbsteinschätzungskompetenz funktioniert. Ich wäre am Abstraktionsvermögen gescheitert. In theoretischer Informatik begegne ich ja auch viele Mathematik und tue mich nicht leicht.

    Aber das stimmt schon:
    > ist die Idee nicht sowas wie, Schule vermittelt Wissen, das man bei einem Pub Quiz braucht, die Fähigkeit zu verstehen wie man sich etwas anlernt, sich dafür begeistert und mit vorhandenem Wissen umgeht?

    Das reicht nur nicht, finde ich. Man muss Schülerinnen und Schülern auch so viel von der Welt zeigen, dass sie überhaupt die Möglichkeit haben, zu entscheiden, welche Teile davon sie sich aneignen wollen. Es gibt so viele schöne davon, dass es schade ist, wenn so viele Schülerinnen und Schüler BWL oder Eventmanagement studieren und sich auch in der Freizeit nur damit beschäftigen.

    Vielleit auch kurz und ketzerisch: Die Schule ist für alles da, was weder Wirtschaft noch Uni interessiert?

  10. » Das wiederum finde ich das interessante am sog. kompetenzorientierten Lernen. Meine Wahrnehmung an der Uni ist, dass die Leute mehr und mehr erwarten, dass Schule weiter geht und man ihnen genaue Anleitung gibt, was prüfungsrelevant ist und wie sie das genau einüben sollen. Außerdem sei es ‚unfair‘ wenn der Dozent Voraussetzungen an den Kurs formuliert.«

    Genau denselben Eindruck Eindruck habe ich als aktueller Student auch. Wobei das im Master schon besser wird, im Bachelor ist es jedoch teilweise schon krass, wie sehr “verschult” sich manche Studenten durch ihr Studium bewegen – in ihrem eigenen Verhalten aber auch im Anspruch an die Uni.
    Und das alles, obwohl doch genau das G8 die “Kompetenzorientierung” gegenüber dem alten G9-System stärken sollte.
    Meine Frage an die Lehrenden wäre, warum nun genau dieses (bisher?) anscheinend noch nicht so recht geklappt hat?

  11. >Meine Frage an die Lehrenden…

    Tatsächlich hat das G8 überhaupt nichts mit Kompetenzorientierung zu tun. Im ISB (dem pädagogischen Arm des Kultusministeriums) hat man den Begriff noch als Modeerscheinung aus anderen Bundesländern belächelt und ihn zeitlich weit nach anderen Bundesländern übernommen. Da lief das G8 schon lange. Seit sich Bayern allerdings politisch zur Kompetenzorientierung bekennt, findet man auch pädagogisch alle mögliche Legitimation dafür und schaut – etwa bei Fortbildungen für Fachbetreuer – nur noch wenig peinlich gequält, wenn man ihn verwenden muss.

    Richtig kompetenzorientiert ist erst der neue Lehrplan, der offiziell LehrplanPlus heißt. (Siehe “peinlich gequält” weiter oben.) Allerdings wurde dem alten G8-Lehrplan beschieden, er sei tatsächlich bereits sehr kompetenzorientiert gewesen, insbesondere von Deutsch und Religion habe ich das gehört.

    >Meine Frage an die Lehrenden wäre, warum nun genau dieses (bisher?) anscheinend noch nicht so recht geklappt hat?

    Ich denke, das liegt an der zunehmenden Verschulung der Schule. Man nimmt den Schülern immer mehr Eigenverantwortung: Früher gab es keine nennenswerten Absenzenkontrollen, jetzt wird penibel gezählt. Es gibt weniger Hausaufgaben, dafür mehr Unterricht. Fehlt ein minderjähriger Schüler (in 5–10) unentschuldigt, wird sofort zu Hause angerufen. Zur im Leistungskurs nebenbei betreuten Facharbeit wurden erst verpflichtende Zweiergespräche mit Unterschrift über das Behandelte eingeführt, dann im W‑Seminar die kontinuierliche Betreuung mit detaillierter Besprechung der Gliederung und des Inhalts. Und so weiter in vielen, vielen Fällen. Rechtlich war das schon immer so, klar. Aber aus Gründen, letztlich dem Wunsch nach rechtlicher Absicherung bisheriger Grauzonen, wurde das so festgezurrt, dass Schülern keine Verantwortung mehr bleibt. Pädagogisch wird Selbstständigkeit gefordert, rechtlich hat es die nie gegeben, und das wird jetzt immer mehr auch verwirklicht.

    Andererseits: Achtklässler haben immer schon über Fünftklässler geschimpft, die seien so frech, und Oberstufenschülerinnen über Achtklässler. Ist das bei Master und Bachelor auch so? :-) Es gab wohl schon zu meiner Studienzeit viele desinteressierte und passive Studierende, aber wieviel man da mitkriegt, hängt von der eigenen Filterblase ab.

  12. » Andererseits: Achtklässler haben immer schon über Fünftklässler geschimpft, die seien so frech, und Oberstufenschülerinnen über Achtklässler. Ist das bei Master und Bachelor auch so? :-) Es gab wohl schon zu meiner Studienzeit viele desinteressierte und passive Studierende, aber wieviel man da mitkriegt, hängt von der eigenen Filterblase ab.<>Ich denke, das liegt an der zunehmenden Verschulung der Schule. Man nimmt den Schülern immer mehr Eigenverantwortung: Früher gab es keine nennenswerten Absenzenkontrollen, jetzt wird penibel gezählt. Es gibt weniger Hausaufgaben, dafür mehr Unterricht. Fehlt ein minderjähriger Schüler (in 5–10) unentschuldigt, wird sofort zu Hause angerufen. Zur im Leistungskurs nebenbei betreuten Facharbeit wurden erst verpflichtende Zweiergespräche mit Unterschrift über das Behandelte eingeführt, dann im W‑Seminar die kontinuierliche Betreuung mit detaillierter Besprechung der Gliederung und des Inhalts. Und so weiter in vielen, vielen Fällen. Rechtlich war das schon immer so, klar. Aber aus Gründen, letztlich dem Wunsch nach rechtlicher Absicherung bisheriger Grauzonen, wurde das so festgezurrt, dass Schülern keine Verantwortung mehr bleibt. Pädagogisch wird Selbstständigkeit gefordert, rechtlich hat es die nie gegeben, und das wird jetzt immer mehr auch verwirklicht.«

    Das kann man wohl so unterschreiben.
    Nur, wie kann oder will man dabei überhaupt gegensteuern, nötigenfalls in begrenztem Umfang durch eigenen Unterricht/Klassenführung?

  13. >Nur, wie kann oder will man dabei überhaupt gegensteuern, nötigenfalls in begrenztem Umfang durch eigenen Unterricht/Klassenführung?

    Man will gegensteuern, als Lehrer, versprochen! Danke für die Erinnerung. Ich will in Zukunft öfter daran denken. (Wie: Aufgaben geben, Termine setzen, auf Einhaltung achten. Doch mal Wochenplanarbeit?)

  14. Hallo Herr Rau,

    ‘Mehr Eigenverantwortlichkeit hätte ich auch gerne. Das G8, wo es viel Nachmittagsunterricht und wenig Hausaufgaben gibt, hat viel Schülerarbeit in die Schule verlegt, das hilft der Eigenverantwortlichkeit nicht.’
    Wie ist das denn mit Studierzeiten, soll man da nicht selbständig arbeiten (lernen)? Von unseren Nachbarn weiß ich, dass das hiesige Gymnasium eine gebundene Ganztagsklasse anbietet und es dort gar keine (schriftlichen) Hausaufgaben gibt. So aus Elternsicht ist das schon verlockend – das Kind ist den ganzen Tag versorgt (auch mit tollen Angeboten zwischen dem Unterricht) und zuhause gibt es einen Streitpunkt weniger. Aber das ist eben nur eine Seite.
    Dauert zwar noch ein bisschen, bis die Kinder in die weiterführende Schule kommen, aber ich denk da schon öfter mal drauf rum.

    Zum Thema Wirtschaft: Laut meiner Erfahrung suchen die Firmen lieber ein Jahr lang die Person, die zu 100% auf die Stelle passt, als jemanden ein paar Monate einzuarbeiten.

    Viele Grüße

  15. > Wie ist das denn mit Studierzeiten, soll man da nicht selbständig arbeiten

    Ja, aber an vielen Schulen – etwa an meiner – sind solche Zeiten nicht etabliert. Wir halten die Schülerinnen und Schüler der Oberstufe an, Ihre Lückenstunden sinnvoll zu füllen, aber erstens heißt das vielleicht auch mal Entspannen, zweitens ist es schwer, und drittens gibt es gar nicht so viele Lückenstunden.

    Gebundener Ganztag: Neulich ist erst eine – wohl nicht neutrale – Studie herausgekommen, laut der die Qualität der bundesweiten Ganztagsschulen sehr schwankt. Damit habe ich selber keine Erfahrungen, an meiner Schule ist auch kein Bedarf da, glaube ich.

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