Datenschutz auf Schulhomepages, kurze Anmerkung

In einem Lehrerforen ging es neulich darum, wie und ob Lehrernamen – etwa im Zusammenhang mit Sprechstunden oder E‑Mail-Listen – auf einer Schulhomepage erscheinen dürfen. Da geht es anscheinend drunter und drüber in den verschiedenen Bundesländern.

Also: In Bayern müssen es nur die Lehrkräfte mit irgendeiner Außenfunktion hinnehmen, dass ihre Namen auf der Schulhomepage erscheinen. Das sind sicher Schulleitung und Stellvertreter und Beratungslehrer; wer sonst dazu gehört, ist Ansichtssache. Sprechstundenlisten dürfen allenfalls dann veröffentlicht werden, wenn sie passwortgeschützt sind, das Passwort bestimmten Mindestkriterien genügt, und das ganze über eine sichere TLS-Verbindung (https) läuft. Ob man sich selbst dann als Lehrkraft dagegen wehren kann: wahrscheinlich. Personalrat fragen.

E‑Mail-Adressen: Anscheinend verlangen manche Schulen, dass ihre Lehrerinnen und Lehrer über E‑Mail erreichbar sind. Ich denke, dazu gehört auf jeden Fall, dass die Schule diese E‑Mail-Konten zur Verfügung stellt; sicher darf von niemandem verlangt werden, ein eigenes Konto zu benutzen, selbst wenn man sich leicht solche Konten erstellen kann.

Persönlich finde ich, dass man den Kontakt zwischen Eltern und Lehrern erleichtern soll. Also habe ich gerne meine Sprechstunde auf der Homepage und gebe gerne eine E‑Mail bekannt. (In meinem Fall lieber eine private als die schulische.) Freiwillig.

Außerdem finde ich es sehr sinnvoll, wenn Schulhomepages Suchmaschinen aussperrren. (Stichwort: robots.txt) So kann man Lehrer und Schüler wenigstens ein bisschen schützen und kommt dem Wunsch nach Nicht-Öffentlichkeit dagegen.

Und ja, wie mir wortreich und überflüssigerweise ein Kollege erklärte: Natürlich müssen sich Suchmaschinen nicht daran halten. Jeder kann sich selber eine kleine Suchmaschine schreiben, die doch alle Seiten durchsucht. Aber alle Suchmaschinen, die ich ausprobiert habe, halten sich daran, und keine findet Eigennamen auf der Homepage meiner Schule.

4 Antworten auf „Datenschutz auf Schulhomepages, kurze Anmerkung“

  1. An der Realschule (Bayern), auf die ich ging, wurde jeden Abend der Vertretungsplan auf die Homepage gestellt, wobei nur die Klasse und ein Kürzel des Entfall- sowie Vertretungs-Lehrernamens (bestehend aus drei Buchstaben) angegeben war. Das war für uns Schüler eine gute Möglichkeit zu checken, ob wir anstatt der Mathesachen vielleicht wie die letzten drei Tage wieder Englischmaterial mitbringen müssen, weil der Mathelehrer noch krank ist usw.
    Auf dem Gymnasium (auch in Bayern) meines Bruders weigert sich der Schulleiter bis heute vehement, einen Vertretungsplan im vorab im Internet zu veröffentlichen und verweist dabei jedes mal auf die Datenschutzbestimmungen, dabei würde eine Angabe mit Klasse und Entfallstunde ja schon reichen, vor allem, weil einige Schüler einen längeren Schulweg mit Schienenersatzverkehr und Umstieg am Bahnhof vor sich haben.
    Es kommt also wohl vor allem auch auf die beteilgten Lehrkräfte und die Schulleitungen an.
    Viele Grüße, Nina

  2. Strenggenommen hat der Schulleiter wahrscheinlich recht, selbst wenn es nur um Klasse und Entfallstunde geht. An jedem Gymnasium gibt es inzwischen einen eigenen Datenschutzbeauftragten, aber zumindest unserer – und viele weitere – haben nichts gegen die Veröffentlichung; es hat sich aber auch noch niemand beschwert. (Also ja, kommt wohl auf Lehrer und Schulleitung an.) Und ich finde das so praktisch für Schüler und Eltern, dass man so ziemlich alles versuchen sollte, um das zu ermöglichen.

    Vielleicht fällt auch nur der technische Export schwer, soll ja auch vorkommen bei uns. Aber auch da gibt es immer Wege.

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